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"Liebe ist für alle da" für alle da Rammstein kommt nicht auf Index

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Provokation ist Programm: Rammstein-Sänger Till Lindemann.

picture alliance / dpa

"Bei dir hab ich die Wahl der Qual, Stacheldraht im Harnkanal" - Sätze wie dieser aus dem Song "Ich tu dir weh" fallen unter die im Grundgesetz verbürgte Kunstfreiheit. Das jedenfalls entschied das Verwaltungsgericht Köln - und wies eine Indizierung des Rammstein-Albums "Liebe ist für alle da" erneut zurück.

Das Album "Liebe ist für alle da" der Rockgruppe Rammstein gehört nicht auf die Liste der jugendgefährdenden Medien. Das Verwaltungsgericht Köln gab einer Klage der Rechteinhaberin Universal Music GmbH gegen die Indizierung des Albums durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien statt.

Die Bundesprüfstelle habe die im Grundgesetz geschützte Kunstfreiheit von Rammstein in ihrer Entscheidung nicht hinreichend berücksichtigt, entschieden die Kölner Richter. Die erforderliche Abwägung von Kunstfreiheit und Jugendgefährdung sei daher nicht ordnungsgemäß vorgenommen worden.

Damit bestätigte das Kölner Gericht im Wesentlichen seine schon im Mai 2010 ergangene Eilentscheidung, die den Vertrieb des Albums vorläufig ermöglicht hatte. Die Bundesprüfstelle hatte im November 2009 das gesamte Album indiziert, da sie ein Bild im Booklet und das Lied "Ich tu dir weh" für jugendgefährdend hielt. Zur Begründung hieß es, die Band animiere auf dem Album, auf dem auch der Song "Pussy" zu finden ist, zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr und verbreite gefährdende Sado-Maso-Praktiken. Gegen das Kölner Urteil kann binnen eines Monats ein Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster gestellt werden.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Stadt München ein Konzert von Rammstein am Totensonntag (20. November) verboten. Dieses wurde daraufhin von der zuständigen Konzertagentur um zwei Tage verschoben, die dennoch mit Unverständnis reagierte: "Es erscheint absolut willkürlich, warum ein Rammstein-Konzert verboten wird, wohingegen Dutzende andere Konzerte am Totensonntag stattfinden dürfen." In den vergangenen Jahren hätten rund 130 Konzerte unterschiedlichster Musikrichtungen an den sogenannten stillen Tagen wie Aschermittwoch, Karfreitag, Allerheiligen oder Totensonntag stattgefunden.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa/vpr

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