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Zum Tod von "Big Bank Hank""Rapper's Delight" veränderte den Hip-Hop

12.11.2014, 11:46 Uhr
imageVon Markus Lippold
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"Big Bank Hank" (r.) und die anderen Mitglieder der Sugarhill Gang im Jahr 2006. (Foto: dpa)

Etliche Musiker wetteifern Ende der 1970er-Jahre um die Krone des Hip-Hop. Die Sugarhill Gang ist mittendrin - und landet mit "Rapper's Delight" den ersten kommerziellen Erfolg der jungen Musikrichtung. Einer ihrer Sänger ist nun gestorben.

"Now, what you hear is not a test - I'm rappin' to the beat", heißt es im ersten großen Hit des Hip-Hop. Nein, das war tatsächlich kein Test mehr, kein Experiment mit neuen Sounds und Rhythmen. Hier wurde gerappt zum Beat der Straße, zum Beat einer jungen Generation schwarzer Musiker. Die Musikrichtung war angekommen bei der Masse, landete nun auch in den Charts und begann ihren weltweiten Siegeszug.

Jener Song - "Rapper's Delight" - stand am Anfang dieser Entwicklung. Einer seiner Autoren, der Sänger Henry Lee Jackson, ist nun im Alter von 58 Jahren gestorben. Als "Big Bank Hank" war er Teil der Sugarhill Gang, jener Band, die sich nach einer Gegend im New Yorker Stadtteil Harlem benannte und einen der ersten großen Erfolge des Hip-Hop feierte.

Jackson starb in Englewood bei New York an Krebs. "Wir sind sehr traurig über den Tod unseres Bruders", sagen seine Mitmusiker Michael "Wonder Mike" Wright und Guy "Master Gee" O'Brien. "Ruhe in Frieden, Big Bank."

Der 1956 in der Bronx geborene Musiker hatte einen College-Abschluss in Ozeanographie, arbeitet allerdings als Türsteher in einem Club. So wurde er zum Manager mehrerer früher Hip-Hop-Gruppen, rappte aber auch selbst. Die umtriebige Sylvia Robinson, die das Potential des Hip-Hop erkannte und dabei war, eine Gruppe zusammenzustellen, entdeckte ihn. Als "Big Bank Hank" wurde er ein Mitglied der Sugarhill Gang, die ihre Platten auf Robinsons Sugarhill Label herausbrachten.

Erfolge auch in Europa

"Rapper's Delight" war die erste Platte des Labels. Bis auf Platz 36 der Billboard-Charts kletterte der Song. Es war ein Gute-Laune-Hit, der im Gegensatz zu anderen Hip-Hop-Songs wie "The Message" nicht die sozialen Probleme der schwarzen Bevölkerung thematisierte. Doch beim tanzwütigen Publikum schlug er ein wie eine Bombe, auch in Europa: In Deutschland und Großbritannien erklomm er Platz drei der Charts, in der Schweiz gar den zweiten Platz. Etliche Coverversionen folgten, darunter die Parodie "Rapper's Deutsch", an der Thomas Gottschalk beteiligt war.

Für die Band blieb das Lied allerdings der einzige große Erfolg. Das erste Album "Sugarhill Gang", auf dem der Song ebenfalls zu finden war, landete zwar auch noch in den Charts und mit "Apache" lieferte man noch einen Klassiker ab. Doch danach blieben die Hits aus, auch wenn sich die Band nie auflöste und 1999 ein neues Album vorlegte. Doch als Zeitzeuge trat Jackson in Dokumentationen über die Anfänge des Hip-Hop auf. Ein Thema, das zuletzt auch Comiczeichner Ed Piskor minutiös behandelt hat.

Ihren Platz in der Hip-Hop-Geschichte haben Jackson und die Sugarhill Gang also sicher. "Rapper's Delight" war zwar weder der erste Hip-Hop-Song, noch waren die Mitglieder der Sugarhill Gang die ersten Rapper. Doch ihr Lied bewies, dass Hip-Hop gekommen war, um zu bleiben. Der Song zeigte der Musikwelt, dass mit der ursprünglichen Straßenmusik, mit Rap und DJs Geld verdient werden konnte - und öffnete damit auch der Kommerzialisierung die Tür.

Quelle: ntv.de

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