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Ulrich Pleitgen spielte zuletzt den Großvater im ARD-Film "Immer Ärger mit Opa Charly".
Ulrich Pleitgen spielte zuletzt den Großvater im ARD-Film "Immer Ärger mit Opa Charly".(Foto: picture alliance / Klaus-Dietmar)
Freitag, 23. Februar 2018

"Immer Ärger mit Opa Charly": Schauspieler Ulrich Pleitgen ist tot

Zuschauern war er aus vielen Filmen und Serien bekannt - mal als stiller Kommissar, mal als sympathisches Familienmitglied. Nun ist Ulrich Pleitgen gestorben. Seine Rollen lernte er am liebsten unter freiem Himmel an der Alster.

Er galt als ausgesprochen vielseitiger Schauspieler, spielte am Theater, feierte Erfolge im Fernsehen vor Millionenpublikum und auch im Kino. Nun ist Ulrich Pleitgen tot. Laut seiner Agentin starb er bereits am Mittwoch im Alter von 71 Jahren in Hamburg an Herzversagen.

Ulrich Pleitgen hinterlässt seine Ehefrau Ann-Monika, mit der er 37 Jahre verheiratet war.
Ulrich Pleitgen hinterlässt seine Ehefrau Ann-Monika, mit der er 37 Jahre verheiratet war.(Foto: picture alliance / dpa)

Im Fernsehen war der gebürtige Hannoveraner Pleitgen zuletzt 2016 als Großvater und Ökoaktivist in "Immer Ärger mit Opa Charly" im Ersten zu sehen. Damals hatte er erklärt, dass er in der Rolle durchaus eine Parallele zu sich selbst sehe: "Auch ich habe keine Lust, im Kopf alt zu werden und bin aktiv."

Neben seiner Bühnenkarriere, die Pleitgen am Hamburger Thalia Theater beendete (1985 bis 1989), drehte der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Schauspieler immer wieder fürs Kino und Fernsehen. Auf der Leinwand war er beispielsweise in dem Film "Stammheim" nach einem Drehbuch von Stefan Aust zu sehen, der 1986 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin den Goldenen Bären bekam. Pleitgen spielte in dem Film über die RAF-Terroristen den Richter Theodor Prinzing. Die Rolle brachte ihm viel Lob der Kritiker ein und trug zu seiner weiteren Bekanntheit bei.

"Mein Büro ist die Alster"

Zu Pleitgens zahlreichen Serieneinsätzen gehörten seine Auftritte als Kommissar Matthias Sander in "K3 - Kripo Hamburg", als Kapitän zur See in der Bambi-prämierten Serie "Nicht von schlechten Eltern" und als Apotheker in "Familie Dr. Kleist".

2011 gab Pleitgen, der in der "Familie Dr. Kleist" den Onkel Johannes spielte, den Ausstieg aus der Serie bekannt. "Ich habe den Johannes gern gespielt, ich war auch gern mit all den netten, lustigen Kollegen zusammen, und bei der Landschaft dort, Thüringer Wald, Erfurt, Eisenach mit all der deutschen Geschichte, die dort herumliegt, habe ich richtig so was wie Heimatgefühle", sagte Pleitgen. "Aber vier Staffeln mit je 13 Folgen sind einfach genug, um nicht vollends auf den Typ Johannes festgelegt zu werden."

Seine Rollen lernte Pleitgen nach eigenen Angaben am liebsten an der frischen Luft und bevorzugt an der Außenalster in Hamburg. Hier saß er zur Freude mancher Fans und Touristen mit seinen Drehbüchern oft auf einer Bank oder wanderte am Ufer entlang. "Mein Büro ist die Alster. Ich bin ein Allwettermann. Mir ist es egal, ob es stürmt, regnet, schneit oder die Sonne brennt. Ich kann meine Rollen am besten gehend unter freiem Himmel lernen", erzählte er in einem Beitrag auf seiner Webseite, die er zusammen mit seiner Ehefrau Ann-Monika pflegte. Mit ihr war er seit 1981 verheiratet.

Auch viele derjenigen, die ihn nie auf der Bühne oder in Film und Fernsehen gesehen hatten, kannten ihn doch: Daneben arbeitete er auch als Sprecher für Hörbücher und Hörspiele. Für das Hörbuch "Die Nadel" von Ken Follett erhielt Pleitgen 2016 die Goldene Schallplatte.

Quelle: n-tv.de