Sandra Bullock kämpftSie will einen deutschen Pass
Die Hollywoodschauspielerin mit den deutschen Wurzeln möchte ihrer Mutter zu Ehren einen deutschen Pass beantragen.
In ihrem neuen Film spielt sie eine Braut - im wahren Leben aber hatte Hollywood-Star Sandra Bullock lange Panik vor der Ehe.
"Ich wurde von einer starken Mutter erzogen, die immer gesagt hat: Verdiene dein eigenes Geld, sei selbstständig", sagte die 44-Jährige kurz vor der Deutschlandpremiere ihres neuen Films "Selbst ist die Braut" in München (Kinostart: 30. Juli). "Ich habe ein bisschen ein falsches Bild von der Ehe entwickelt und gedacht, ich müsste mich dafür selber aufgeben." Dann sei ihr heutiger Ehemann Jesse James gekommen, den sie vor vier Jahren heiratete, und habe ihr das Gegenteil bewiesen.
Im Film ist Bullock ("Speed", "Miss Undercover") so versessen auf die Ehe, dass sie ihrem Zukünftigen sogar selber einen Antrag macht. Allerdings eher aus Zwang: Sie spielt eine kratzbürstige, aber erfolgreiche Lektorin, vor der das ganze Verlagshaus zittert. Als ihr US-Arbeitsvisum ausläuft, muss die Kanadierin schnell einen Ehemann finden. Ihr mehrere Jahre jüngerer Sekretär - gespielt von Ryan Reynolds ("Zurück im Sommer") - hat keine Wahl und muss Ja sagen. Selbstverständlich läuft nicht alles nach ihrem Plan.
Zur Filmpremiere machte Bullock keinen Hehl daraus, wie sehr sie sich auf den Deutschlandbesuch freute. Als Tochter eines US-Amerikaners und einer Deutschen verbrachte sie die ersten zwölf Jahre ihres Lebens in Nürnberg und Salzburg. Es sei schwer zu sagen, wie viel an ihr noch Deutsch sei, meinte sie nachdenklich. "Ich habe so einen großen Teil meiner Kindheit hier verbracht."
Zum Gedenken an ihre verstorbene Mutter versuchen sie und ihre Schwester sogar, einen deutschen Pass zu bekommen, wie sie berichtete. Zu ihrer bayerischen Familie habe sie engen Kontakt, und auch sonst vermisst Bullock einiges: "Zum Mittagessen habe ich erst mal Bratwürste gegessen." Auch Eis-Cafés liebe sie heiß und innig, gab sie zu.
Mit "Selbst ist die Braut" will Bullock nach eigenen Angaben einen Beitrag dazu leisten, dass wieder mehr Frauen ihre komödiantische Seite auf der Leinwand zeigen können - und zwar nicht nur in romantischen Komödien. "Ich hasse romantische Komödien", sagte sie. In den vergangenen Jahren habe es für Frauen eine Eiszeit bei "echten Komödien" gegeben, nur Männer hätten solche Filme machen können. "Männer müssen nicht so ordentlich sein und den Regeln so sehr gehorchen. Jetzt sind die wütenden und coolen Frauen zurück und werden die Welt übernehmen."