Unterhaltung

Was war los beim Tiger-Unglück? Siegfried und Roy brechen ihr Schweigen

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Siegfried und Roy sprachen nun mit dem US-Sender ABC über jenen schicksalhaften Abend 2003.

(Foto: Star Max/IPx)

2003 endet die große Karriere des Magierduos Siegfried und Roy auf dramatische Weise. Ein Tiger fällt Letzteren auf der Bühne an und verletzt ihn lebensgefährlich. 16 Jahre später spricht Siegfried nun über die dramatischen Stunden und widerspricht den Vorwürfen eines ehemaligen Pflegers.

Sie zählen zu den erfolgreichsten Magiern aller Zeiten - Siegfried und Roy. Mit ihren weißen Tigern sorgten sie jahrzehntelang in Las Vegas für Furore. Keine andere Show lief dort länger. Dann das Jahr 2003: An Roys 59. Geburtstag, dem 3. Oktober, kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Einer der Tiger greift den gebürtigen Deutschen an und verletzt ihn lebensgefährlich. Seitdem ist Roy teilweise gelähmt, die Bühnenkarriere des legendären Duos ist vorbei.

Lange schwiegen die beiden zu dem Vorfall - bis jetzt. Siegfried Fischbacher hat sich nun im US-Fernsehen dazu geäußert. "Es war kein Angriff, wie die Zeitungen damals schrieben", sagte der mittlerweile 80-Jährige bei "Good Morning America" auf ABC. "Wenn ein Tiger dich angreift, dauert es keine zwei Sekunden, bis er dich umbringt."

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Las Vegas, weiße Tiger und Magie - mit ihrem persönlichen amerikanischen Traum wurden Siegfried und Roy weltberühmt.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Magier sagte wie schon bei früheren Gelegenheiten, Roy habe auf der Bühne einen Schlaganfall erlitten. Deswegen habe er dem Tiger nicht die richtigen Kommandos geben können. Er habe nur "No, no, no" sagen können. Das Tier namens Mantacore (oft auch als Montecore beschrieben) habe Roy dann an den Schultern gegriffen und ihn von der Bühne gezogen. So ähnlich wie Roy den Tiger immer am Hals gepackt und von der Bühne geführt hätte. Vorher habe der Tiger sich noch umgeguckt, "als ob er fragen wollte: 'Was ist denn los?'".

Tierpfleger erzählt andere Geschichte

Eine Journalistin konfrontierte ihn aber auch mit einer anderen Version, die der ehemalige Mitarbeiter und Pfleger Chris Lawrence dem "Hollywood Reporter" erzählte. Der widerspricht der Geschichte, dass Roy einen Schlaganfall erlitt. Ihm zufolge habe Roy sich auf der Bühne nachlässig verhalten. Er habe nicht die übliche Prozedur befolgt. Lawrence zufolge hätte er den Tiger in einem Bogen über die Bühne führen müssen. Stattdessen habe er ihn einfach nach rechts gedrückt.

Das habe das Tier verwirrt und die "Rebellion" ausgelöst. Außerdem habe Roy das Tier seit Längerem vernachlässigt und nicht mehr so viel Zeit mit ihm verbracht. Er sei sich sicher, so Lawrence, dass dies ein Schlüsselfaktor für den Angriff gewesen sei. "Ich weiß nicht, warum er das erzählt", sagte Magier Siegfried nun bei ABC. "Er hatte immer schon viele Probleme in seinem Leben."

"Er lag ganz still da"

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Siegfried und Roy, beziehungsweise hier Roy (l.) und Siegfried (r.), mit weißen Tigern im Jahr 1987.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der blonde Wahl-Amerikaner kämpfte mit den Tränen, als er davon erzählte, wie er seinen langjährigen Partner nach dem Unglück im Krankenhaus besuchte. "Er hatte all dieses Zeug um sich herum", sagte er, wohl mit Blick auf Schläuche und Geräte, an die der Patient angeschlossen war. "Er lag ganz still da und zeigte keine Regung." Dann deutete er mit dem Finger an, dass Roy Tränen heruntergelaufen seien.

Die beiden Deutschamerikaner leben seit Jahrzehnten zusammen. Der gebürtige Nordenhamer Roy, bürgerlich Uwe Ludwig Horn, und Siegfried Fischbacher aus Rosenheim starteten gemeinsam eine Weltkarriere. Ihre Show wurde als prägend für Las Vegas beschrieben. Als sie 2007 ihre Biografie herausbrachten ("Magier des Jahrhunderts"), äußerten sie sich erstmals öffentlich zu ihrer Homosexualität. Demnach waren sie lange ein Paar. 1998 hätten sie sich getrennt, seien aber Freunde geblieben. Dem Tiger Mantacore verziehen die beiden das Unglück übrigens. Er starb erst 2014 im Alter von 17 Jahren.

Quelle: ntv.de, vpe