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Vorwürfe gegen Sänger R. Kelly Tänzerin beobachtete Sex mit 15-jähriger Aaliyah

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R. Kelly wird sexueller Missbrauch in etlichen Fällen vorgeworfen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hochzeit mit einer 15-Jährigen, Sex-Sklavinnen, Kinderpornographie: Die Vorwürfe gegen R. Kelly existieren seit Jahrzehnten - hatten aber nur wenige Konsequenzen. Im US-Fernsehen sprechen nun Vertraute und angebliche Opfer des Sängers.

Dem Sänger R. Kelly wird seit Jahrzehnten sexueller Missbrauch von Kindern in zahlreichen Fällen vorgeworfen. Eine Doku-Serie, die vom amerikanischen Sender "Lifetime" ausgestrahlt wird, arbeitet jetzt die Geschichte dieser Vorwürfe auf und lässt Opfer, aber auch Freunde des Musikers und Teile seiner Familie zu Wort kommen. Auch Prominente, wie Sänger John Legend, äußern sich.

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Seit 1994 werden Kelly sexuelle Übergriffe vorgeworfen. 1996 wurde bekannt, dass der damals 27-Jährige die 15-jährige Aaliyah geheiratet hatte. Die illegale Ehe mit der Sängerin wurde annulliert. In "Surviving R. Kelly" erzählt Jovante Cunningham, eine ehemalige Background-Tänzerin des Musikers und damalige Vertraute der beiden, dass sich das Paar kennengelernt hatte, als Aaliyah gerade einmal 12 Jahre alt war.

Wie das US-Magazin "People" berichtet, sagt Cunningham in der Serie, dass sie drei Jahre später in einem Tourbus den Sänger beim Geschlechtsverkehr mit Aaliyah beobachtet habe. Auf Nachfrage, was genau sie gesehen habe, erwidert Cunningham: "Dinge, die kein Erwachsener mit einem Kind tun sollte." Kelly produzierte das erste Album der Sängerin, die im Jahr 2001 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Der Titel: "Age is Nothing but a Number" (Alter ist nur eine Zahl).

Nach der Ausstrahlung der ersten Doku-Folge veröffentlichte Aaliyahs Mutter auf Twitter ein Statement, in dem sie die Vorwürfe Cunninghams abstritt: "Mein Mann und ich waren während ihrer (Aaliyahs, Anm. der Red.) gesamten Karriere immer auf Tour, bei Interviews und an jedem Ort bei ihr. Wer auch immer diese Frau ist, ich habe sie bis jetzt noch nie gesehen." Daraufhin bekräftigte Cunningham erneut ihre Vorwürfe, wie People berichtet.

Spotify nimmt Sänger aus Werbeprogramm

Seit 1996 hat Kelly unzählige Klagen wegen sexuellen Missbrauchs außergerichtlich beigelegt. Für Kinderpornographie in 14 Fällen stand er vor Gericht, wurde dann aber freigesprochen. Im Zuge des Prozesses wurde ein Video als Beweismittel verwendet, das zwei Menschen beim Geschlechtsverkehr zeigt. Sowohl Kelly als auch das angebliche Opfer stritten jedoch damals ab, auf dem Video zu sehen zu sein.

2017 veröffentlichte "BuzzFeed News" einen Bericht darüber, wie Kelly angeblich mindestens sechs Frauen gegen ihren Willen in seinen Häusern in Chicago und Georgia als Teil eines "Sex-Kults" festgehalten habe. Aus den Vorwürfen wurde nie eine Anzeige.

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Verschiedene Menschen, die für den Musiker und Songwriter arbeiteten, beendeten im Laufe der Jahre ihr berufliches Verhältnis zu Kelly. Die Musikstreaming-Plattform Spotify verkündete im vergangenen Jahr, dass sie die Musik des Künstlers aus einem Programm genommen habe, das dafür sorgt, dass Künstler beworben, empfohlen und auf Spotify-eigenen Playlists platziert werden.

R. Kelly wehrt sich gegen Vorwürfe

Als die Doku-Serie "Surviving R. Kelly" vor der öffentlichen Ausstrahlung einem ausgewählten Publikum gezeigt worden war, sollen mehrere anonyme Drohungen gegen den Sender eingegangen sein. Daraufhin unterbrach dieser die Vorstellung, wie CNN berichtete. Andrea Kelly, die Ex-Frau des Musikers, versicherte anschließend der Zeitschrift "Rolling Stone", dass sie das Doku-Projekt unterstütze. Die Drohungen bedeuteten für sie nur, dass die Dokumentation die Öffentlichkeit "auf den richtigen Weg" bringe. "Wir bringen Menschen dazu, zuzuhören."

Außerdem hatte R. Kellys Anwalt "Lifetime" mit einer Klage gedroht, sollte die Serie tatsächlich veröffentlicht werden, wie TMZ berichtet. "'Lifetime' war schon immer eine Marke, die die Geschichten von Frauen unterstützt", hatte ein Vertreter des Senders daraufhin gesagt. Die ersten vier Teile der Serie wurden trotz der Drohungen bereits wie geplant ausgestrahlt. Auch die letzten beiden Folgen sollen regulär veröffentlicht werden.

R. Kelly behauptet, die Vorwürfe seien frei erfunden. In seinem Song "I admit" bezeichnet er sie als Verschwörung ihm gegenüber.

Quelle: n-tv.de, agr

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