Unterhaltung

Autodiebe stehlen Handys? Jauch verzweifelt an "Logik" dieser Kandidatin

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"Was mache ich mit ihr?" Jauch weiß nicht weiter.

(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

Bei der 500-Euro-Frage fühlt sich Jauch bereits als der wahre Verlierer. Die Drogerieverkäuferin beharrt darauf: Autodiebe haben es in Wahrheit auf Handys abgesehen. Ein junger Gala-Abonnent vertieft seine Zweifel an der Menschheit.

Die Kandidatin zeigte kaum Emotionen, Günther Jauch war hingegen schon ganz früh am Verzweifeln. Ute Schindler aus Gelsenkirchen schien schon nahezu niedergeschlagen zum Stuhl zu trotten, als sie am Montagmorgen in der Auswahlrunde als einzige von fünf Kandidaten die richtige Antwort wusste. Auch danach wirkte die Mitarbeiterin einer Drogeriekette nahezu unbeteiligt oder aber in einer schwer erkennbaren Schockstarre auf dem Sitz zu verharren. Als Jauch nach ihrem Puls fragte, meinte sie: "Toben nicht", aber auch nicht völlig ruhig. Keine Frage blieb hingegen bei Jauchs Herzfrequenz offen, als es an die eigentlich simple 500-Euro-Frage ging. "Was mache ich mit ihr?", konnte der Moderator irgendwann nur noch hilflos fragen.

Die Frage war vielleicht etwas umständlich gestellt, im Grunde aber simpel. Schindler sollte wissen: Wer hat es in der Regel nicht auf das abgesehen, was sein Name nahelegt, sondern zum Beispiel auf Geldbeutel und Mobiltelefone: Autodieb, Taschendieb, Wilddieb, Juwelendieb? Die Kandidatin versteifte sich aus irgendeinem Grund auf die Idee, dass ein Autodieb einen Wagen in erster Linie aufbricht, um Portemonnaies und Handys, aber nicht das Auto selbst zu stehlen.

Kandidatin lässt Jauch vom Glauben abfallen

Jauch tat sein Bestes, um alle Fälle anschaulich durchzuspielen. Bei der korrekten Antwort versuchte er es mit unverhohlenem Sarkasmus: "Der Taschendieb wiederum: Der will ja nur die Tasche mitnehmen. Was soll er mit einem Geldbeutel? Und bei den heutigen von Taschen von Frauen nimmt er immer die Tasche." Die Kandidatin nickte zustimmend: "Also A (Autodieb)."

Jauch entschied dann mehr oder minder im Alleingang, dass die gebürtige Cottbuserin den Publikumsjoker nimmt. Der RTL-Gastgeber verlangte: "Es müsste so etwas zwischen 110 und 120 Prozent herauskommen" und brachte sich vorsichtshalber mit seinem langen Mikrofon in Stellung, um etwaige Schwachstellen im Studio an den Pranger zu stellen. Doch alle Zuschauer entschieden sich für den Taschendieb. "Na, Schwein gehabt. Ist ja noch mal gutgegangen", bilanzierte Jauch, was bei der Kandidatin erneut kaum eine Reaktion hervorrief.

Vielleicht war sich Schindler ja einfach ungeachtet der Erfahrung bei der 500-Euro-Frage sicher, dass sie mit viel Geld nach Hause gehen würde. "Ich habe immer Glück. Ich bin ein Glückspilz", verkündete die Drogerieangestellte selbstsicher. Jauch konterte diesen Eindruck umgehend mit der Geschichte, wie Schindler nach 14 Jahre Warten auf den Trabi das Auto schließlich für viel Geld einem Bekannten abgekauft hat. "Und wann ging die Grenze auf?", wollte er wissen. "Zwei Monate später", räumte die Kandidatin ein.

"Legendärer Auftritt" bei WWM

Bei 16.000 Euro war für Schindler Schluss. Auch das nahm sie stoisch hin. "Legendärer Auftritt", urteilte Jauch. Überhangkandidat Heiko Schliek aus Stockach in Baden-Württemberg hatte zu Beginn der Ausgabe von "Wer wird Millionär?" 64.000 Euro abgeräumt. Der Hoteldirektor auf einem Kreuzfahrtschiff ("eine bekannte deutsche Reederei mit vier Buchstaben") kam souverän-beherzt durch die Runden und achtete dabei sehr darauf, seine Joker beisammenzuhalten. "Nehmen Sie doch einfach B und gehen Sie mit zwei Jokern nach Hause", moserte Jauch irgendwann.

Bei der Frage für 125.000 Euro gingen dann aber tatsächlich die letzten beiden Joker drauf und Schliek fehlte das letzte bisschen Zockermut, um seinem Instinkt zu vertrauen. Der hatte ihn von Anfang an eingeflüstert, dass der Apfel den lateinischen Namen "Malus" trägt (nicht Lilien, Kohl oder Tabak), was auch "schlecht" bedeuten kann. Der Hotelier dachte sofort an den Garten Eden, Eva und die Schlange. "Wegen des Sündenfalls? Das ist jetzt weit hergeleitet", meinte Jauch. Der Telefonjoker konnte Schliek nicht weiterhelfen, nach dem 50:50 blieb jedoch sein Favorit stehen. "Es wäre jetzt ein reines Zocken", zögerte der Kandidat. "Das ist ja das Schöne", freute sich Jauch.

Schliek hörte auf und musste sich niedergeschlagen von dem "Wer wird Millionär?"-Moderator aufklären lassen, dass sein Bauchgefühl richtig gelegen hatte. Irgendwie, jedenfalls. In Wahrheit sei das Obst in der Bibel überhaupt nicht erwähnt, klärte Jauch auf. Der Apfel habe seinen Namen auf anderem Wege erhalten. "Und weil er so heißt, hat man daraus die Adam-und-Eva-Geschichte gemacht. Also im Grunde andersherum aufgezäumt."

Jauch: "Nicht hoffnungslos"

Bei der letzten Kandidatin des Abends warnte Jauch sofort: "Obacht bei der 500 Euro-Frage – nur ein kleiner Tipp" Damit lag er gar nicht so falsch. Zwar kam Studentin Jara Uloth aus Hannover locker bis zur 2000-Euro-Runde. Bei der aber brauchte auch sie den Publikumsjoker und erneut ging es irgendwie um Autos. Die Pkw-lose Studentin, die ihren Abschluss in deutsch-französischen Studien macht, hatte keine Ahnung, dass es "Smart Repairs" bei kleinen Schäden am Auto, nicht aber am Gebiss oder im Garten gibt. "Ist es so schlimm wie bei der 500-Euro-Frage eben? Oder wie schätzen Sie die Lage ein?", suchte sie bei Jauch Trost. Der konnte beruhigen: "Sie ist bei Ihnen nicht so verzweifelt und hoffnungslos. Es muss Ihnen nicht peinlich sein."

Etwas unangenehm war hingegen womöglich sein Auftritt bei "Wer wird Millionär?" für Uloths Telefonjoker. Ihr Freund aus Schulzeiten sollte wissen, wessen ältester Sohn im April die Milliardärstochter Nicola Peltz geheiratet hat. "Wir sind im Boulevardbereich unterwegs", bereitete Jauch den Jurastudenten vor. Er schickte spaßeshalber hinterher: "Was haben Sie abonniert: Gala...?" "Ja, ja. Gala", bestätigte der 20-Jährige zur Freude der Zuschauer im Studio.

"20 Jahre? Und Sie sind Gala-Abonnent? Er weiß es todsicher", gab sich der Moderator geschlagen. Tatsächlich aber konnte erst eine Dame aus dem Publikum aufklären, dass nach dem Sohn von David und Victoria Beckham gesucht wurde. "Wenn man so ein Abo einmal bräuchte. Der ist erledigt morgen in Münster", meinte Jauch. Uloth kehrt nächsten Montag mit der 32.000-Euro-Frage zurück.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 22. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de

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