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Die MozartsDas Genie und seine Familie

27.01.2006, 08:00 Uhr

Wolfgang Amadeus Mozart hat nicht nur Musik im Blut, sondern auch Mama und Papa und die ältere Schwester, eine nicht untypische Familie der damaligen Zeit. Veronika Beci hat deshalb ein Familienpanorama der Mozarts geschrieben.

Wolfgang Amadeus Mozart kommt am 27. Januar 1756 in der Salzburger Getreidegasse zur Welt. Schon einen Tag später wird er auf den Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart getauft. Er hat Mama und Papa und die ältere Schwester, eine nicht untypische Familie der damaligen Zeit. Veronika Beci hat deshalb ein Familienpanorama der Mozarts geschrieben.

Das Genie als Familienmitglied erweist sich als interessanter Ansatz für eine Annäherung an den Menschen Mozart. Beci verfolgt die Spuren der Familie, und widmet sich zunächst ausführlich Mozarts Vorfahren. Dabei entsteht das Panorama einer Bürger- und Künstlerfamilie des 18. Jahrhunderts. So ist das Umfeld, in das Wolfgang geboren wird, ein sehr künstlerisches und kreatives. Dass in diesem Klima nicht nur Wolfgang, sondern auch sein Vater und seine 5 Jahre ältere Schwester, künstlerisch produktiv wurden, verwundert somit kaum noch.

Beci führt den Leser in die Mozartstädte Augsburg, Salzburg und Wien und nimmt ihn mit auf die weiten Reisen, die die Mozartsche Familie in wechselnder Zusammensetzung unternahm. Das ist sehr unterhaltsam zu lesen und auch mit Erkenntnisgewinn verbunden. Beci nimmt sich immer wieder den Raum nicht nur die Fakten aufzulisten, sondern ein wenig mehr zu erklären, wie sie vor dem Hintergrund der Verhältnisse jener Zeit zu verstehen sind.

Besonders aufschlussreich erweisen sich Becis Recherchen, was die Ehe des Musikers mit Constanze Weber angeht. Sie lässt der Ehefrau des Musikers Gerechtigkeit widerfahren, ohne sie zu glorifizieren. Als Mozarts Witwe widmet sie sich der Vermarktung des Mozart-Werkes und der Erziehung der beiden Söhne. Als Frau Geheimrätin Nissen lebt sie schließlich in Kopenhagen und Mailand und erreicht sowohl Wohlstand als auch viele Lebensjahre.

Und schließlich Mozarts Nachkommen, zwei Söhne hinterließ das Genie, und sie hatten durchaus zu tun mit dem Übervater. Wie es ihnen ergangen ist, auch darüber lässt sich bei Beci viel lesen. Die promovierte Musikologin Beci geht hier fundiert zu Werke und schafft, was nach 250 Jahren gar nicht mehr so leicht ist, einen neuen Blick auf Mozart, als Sohn, Ehemann und Vater.

Solveig Bach

Veronika Beci, "Die Familie Mozart", Artemis und Winkler, Düsseldorf und Zürich, 2005, 280 Seiten, 24,90 Euro