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FrühlingsgefühleAna Moura, Königin des "Desfado"

02.02.2013, 08:00 Uhr
imageVon Sabine Oelmann
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Sie betreibt die "Defadosierung" auf schönste Weise, ganz ohne Tränen. (Foto: picture alliance / dpa)

Wie ein Licht in dunkler Nacht: Wem dieses Wetter - grauer Himmel, Regen, Schneematsch, nicht definierbare Temperatur - auf den Geist geht: Ana Moura anhören und der Frühling kommt, sofort! Für noch mehr Wohlfühl-Gefühl: Ihre Tour beginnt.

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Betritt Neuland in vertrauten Schuhen: Ana Moura. (Foto: picture alliance / dpa)

Selbst, wenn man die Texte nicht versteht - die Sprache, in der Ana Moura singt, ist universell. Sie macht süchtig. Man will die Koffer packen, auswandern, oder zumindest so lange in südliche Gefilde wie Portugal, Argentinien oder Brasilien reisen, bis man Tango tanzen kann, Flamenco oder Samba. Auch, wenn man diesen Ehrgeiz nicht entwickelt und sich nur vorstellt, in einem kleinen Hafen zu sitzen und nichts anderes zu tun zu haben, als mit einem Glas Wein in der Hand der Sonne beim Untergehen zuzuschauen, ist das Album der jungen Portugiesin eine wahre Wonne.

Bereits mit ihren ersten vier Alben hat sich Ana Moura nicht nur in der heimischen Fado-Szene, sondern auch international einen großen Namen gemacht. Ihre Live-Auftritte mit den Rolling Stones oder Prince ließen ahnen, dass sie noch mehr drauf hat als ihr ursprüngliches Genre. Und dass sie das kann, beweist Ana Moura auf ihrem Album "Desfado", auf dem sie sich vom üblichen stilistischen Korsett des Fado befreit hat und musikalisches Neuland erkundet.

Mit Prince hat sie eine ganz spezielle Verbindung: Er besitzt alle ihre Platten. Im Interview mit "Kulturnews" verriet sie, dass er mit ihr Kontakt aufgenommen habe. Und seit er bei einem Konzert von Moura war, sind die beiden Freunde, die sich gegenseitig inspirieren. Zusammen singen werden sie vorerst dennoch nicht. "Das liegt daran, dass wir bei verschiedenen Labels unter Vertrag sind", so Moura.

Prince jedoch war es, der sie ermutigt habe, ein bisschen experimentierfreudiger zu sein. Heraus gekommen ist also das Album "Desfado". Desfado bedeutet so viel wie "Entfadosierung". Zur Erklärung von Fado sei soviel gesagt: Fado heißt Schicksal auf portugiesisch, ist besonders in Lissabon und Coimbra zu Hause, und handelt fast ausschließlich von unerfüllter oder unglücklicher Liebe, von der Sehnsucht nach vergangenen oder besseren Zeiten, kann aber auch soziale Missstände zum Thema haben.

Ana Moura, die aus einer sehr musikalischen Familie stammt, hat schon früher gesagt, sie wüsste nicht, ob sie sich den Fado ausgesucht hat oder ob der Fado sie ausgesucht hat. Wenn man sie einmal gehört hat ist jedoch klar: Der Fado sucht sich seine Zuhörer, lässt sie nicht mehr los, und das ist auch dann so, wenn die Sängerin sich auf diesem Album zumindest auf dem Rückzug vom Fado befindet. Fans, die den typischen Sound von Ana Moura erwarten, werden dennoch nicht enttäuscht sein: Der neue Klang wird mitgetragen von Larry Klein als Produzent, dem legendären Jazzpianisten Herbei Hancock und Tim Rice, dem, Saxophonisten der Rolling Stones.

Wer sich sofort von Ana Moura und dem Fado fangen lassen möchte: Ihre Tour beginnt.

02.02.13 Friedrichshafen, Bahnhof Fischbach 


03.02.13 Mainz, Frankfurter Hof 


05.02.13 Nürnberg,Tafelhalle 


06.02.13 München, Muffathalle 


08.02.13 Berlin, Passionskirche 


10.02.13 Bremen, Schlachthof 


11.02.13 Hamburg, Laeiszhalle 


13.02.13 Ulm, Roxy 


14.02.13 Karlsruhe, Tollhaus 


15.02.13 Köln, Kulturkirche 1


16.02.13 Trier, St. Maximin Klosterkirche

Quelle: ntv.de