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Der erste schmutzige Witz in Spielfilmlänge Kennen Sie den schon? "Dirty Movie"

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"Titten plus Witze. Das lässt die Kassen klingeln" - das ist das Motto von "Dirty Movie".

Man nehme Cindy Lauper, Hitler, nackte Blondinen, pädophile Pfarrer, Kleinwüchsige und einen Mann im Ku-Klux-Klan-Kostüm, lasse sie dann dreckige Witze, meist weit unter der Gürtellinie, erzählen - und fertig ist eine Hollywood-Komödie. Das geht nicht? "Dirty Movie" beweist das Gegenteil.

Kennen Sie den schon? Wieso kauft eine Nonne immer zwei Bananen? Eine isst sie … Als der kleine Charlie LaRue diesen Witz einer Nonne erzählt, wird er von ihr verprügelt und sie droht ihm das ewige Fegefeuer an, wenn er sich nicht ändert. Charlie lässt das kalt. Er hat sich geschworen: "Ich werd's ihnen zeigen. Ich werd's ihnen allen zeigen. Eines Tages werde ich einen Film machen und darin gibt's nur Witze. Ein ganzer Film, bestehend aus Witzen!"

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Die "Erfolgs-Crew": Charlie LaRue, der Filmboss und der Regisseur (v.l.n.r.).

Gesagt, getan. Jahre später steht Charlie mit fetter Elvis-Presley-Sonnenbrille und unnatürlich weiß gebleichten Zähnen im Büro eines Filmbosses und trägt ihm seine bahnbrechende Idee vor: Ein Film voller Witze, dreckiger Witze. Der Filmboss, die besten Tage liegen lange hinter ihm ebenso wie hinter seiner Firma, ist skeptisch: "Kranke, hirnverbrannte Perversionen, überflüssige Nacktszenen und billiger Sex?" Kann das funktionieren? LaRue zerstreut seine Bedenken: "Titten allein können es heutzutage nicht bringen. Aber Titten plus Witze, das lässt die Kassen klingeln. Witze sind lustig! Titten und Witze und das Ding läuft ganz allein!"

Der Filmboss fängt Feuer und schon werden die ersten Ideen geschmiedet: Anwaltswitze, Zwergenwitze, rassistische Witze, extreme rassistische Witze mit dem "N"-Wort. Es kommt nur darauf an, wer sie erzählt. Alles ist machbar. Nachdem der Aufsichtsrat der Filmfirma auch überzeugt ist, geht's los. Die "Schauspieler" werden gecastet - wie es sich gehört, mit Hilfe einer Besetzungscouch -, die Witze ausgedacht und das Geld für den Streifen besorgt - der Hersteller von Mini-Würstchen kann als Kapitalgeber gewonnen werden. Nur der Regisseur glaubt nicht so recht an den Erfolg des Projekts. Das kümmert aber weder Charlie noch den Filmboss noch die Witze-Schreiber, denn wie sich später herausstellt, ist der Regisseur homosexuell und ein Jude …

Die Handlung ist ein Witz

Zugegeben, schmerzfrei sollte man schon sein, wenn man sich "Dirty Movie" anschaut. Bierernste Zuschauer, die herausragende Schauspielkunst bevorzugen, Oscar-prämierte Darsteller oder Filme mit Tiefgang, mit einer schlüssigen Handlung, sind bei "Dirty Movie" absolut fehl am Platz - nicht umsonst lautet der Untertitel: "Der erste schmutzige Witz in Spielfilmlänge".

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Am Set geht es heiß her.

Der Titel ist Programm. Und nicht nur das. Auch die "Handlung" schließt er gleich mit ein. Es geht um Witze. Schmutzige Witze. Dreckige Witze. Stammtisch-Witze. Witze, die unter die Gürtellinie und zum Teil auch unter die Haut gehen. Witze, bei denen sich der Zuschauer fragt: Darf ich darüber eigentlich lachen? Darf ich lachen, wenn ein Mann in einem Ku-Klux-Klan-Kostüm als Bauchredner mit einer schwarzen Handpuppe Witze über Afroamerikaner macht? Oder wenn ein Pfarrer einen Pädophilen-Witz erzählt? Die Antwort lautet: und ob. Oder besser: gerade deswegen!

"Wir werden uns über alle lustig machen"

Hinter "Dirty Movie" steht National Lampoon, verantwortlich bereits für "Loaded Weapon 1", "Blackball" oder "Party Animals". In Letzterem spielen etwa Tara Reid oder der mittlerweile zum Hollywood-Star und Scarlett-Johansson-Ex gereifte Ryan Reynolds ("Buried", "Green Lantern") mit. Was Komödien angeht, die in etwas seichteren Gewässern fischen, kennen sich die Produzenten also aus. Und das kommt ihnen bei "Dirty Movie" zugute.

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Ein Bauchredner im Ku-Klux-Klan-Kostüm erzählt mit einer schwarzen Handpuppe rassistische Witze. Alles halb so schlimm, im Kostüm steckt ein Asiate, so Charlie LaRue.

Auch wenn es keine Schauspieler im herkömmlichen Sinne gibt, schließlich werden nur Witze vorgetragen, so kann "Dirty Movie" doch immerhin mit ein paar bekannten Namen und Gesichtern aufwarten: Cindy Lauper, der ehemalige Boxweltmeister im Schwergewicht, Larry Holmes, oder Mario Cantone ("Sex and the City"), Robert Klein ("Wie werde ich ihn los in 10 Tagen") und Christopher Meloni ("Harold & Kumar").

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"Dirty Movie" ist bei Senator als DVD und Blue-ray erschienen.

Alles in allem bietet "Dirty Movie" über rund 90 Minuten jede Menge politisch völlig unkorrekten Spaß, der nicht jeden Geschmack treffen dürfte. Frei nach der Filmaufblende: "Gebt mir eure Müden, eure Armen, eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren und auch Sozialhilfe, ein kostenloses Mittagessen und eine Krankenversicherung dazu. Gebt mir den elenden Unrat eurer getränkten Küsten, die ungewaschenen Gelben und Braunen und all die Zwischentöne, die Juden und Nicht-Juden, Moslems und Hindus - und all die anderen, die komische Hüte tragen. Wir werden uns kräftig über sie lustig machen!"

Wer aber genau solchen Spaß will, sollte zur gerade erschienenen DVD oder Blue-ray von "Dirty Movie" greifen.

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Quelle: n-tv.de

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