Kino

"The Voices": No more Mr. Niceguy Ryan Reynolds spielt den Serienkiller

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Ryan Reynolds: smart, sexy, schauspielerisch vielseitig

(Foto: REUTERS)

Jerry ist verliebt in Fiona aus der Buchhaltung. Allerdings kann er mit Frauen nicht so gut. Das ändert sich, als seine Bulldogge Bosco und sein Kater Mr. Whiskas anfangen, mit ihm zu sprechen und ihm Tipps geben. Gut - und mörderisch böse.

Er ist smart. Er ist mehrfacher "sexiest man alive" - und er  ist der "Mr. Niceguy" Hollywoods: Ryan  Reynolds. Dabei hat der 37-Jährige deutlich mehr auf dem Kasten als nur romantische Liebeskomödien á la "Vielleicht, vielleicht auch nicht". Reynolds kann ernste Dramen ("Zurück im Sommer") ebenso wie Blödelkomödien ("Party Animals") spielen. Er brilliert in Sitcoms wie in "Ein Trio zum Anbeißen" - die ihn bekannt gemacht hat -, ebenso wie in Actionrollen ("Blade Trinity"). Er schlüpft in das Kostüm des Comic-Helden "Green Lantern", lässt sich lebendig begraben ("Buried") und sieht selbst in Horrorfilmen ("Amityville") gut aus.

Fantasy Filmfest

Das Fantasy Filmfest ist ein jährliches Filmfestival in Deutschland. Es findet in sieben deutschen Städten statt: Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg, München, Hamburg und Köln. Gezeigt werden jeweils zwischen 60 und 70 Filme rund um die Bereiche Horror, Crime und Thriller.

Dass Reynolds aber auch Genremixes beherrscht, zeigt "The Voices". Der in den Filmstudios Babelsberg gedrehte Film erlebte seine inoffizielle Premiere auf dem Fantasy Filmfest, im Kino startet der Ascot-Elite-Streifen am 30. April 2015. Fans des Hollywoodstars sollten sich "The Voices" aber bereits vormerken, denn nie war "Mr. Niceguy" so durchgeknallt mörderisch gut.

Kopflose Liebe

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Jerry setzt seine Pillen ab, für seine Arbeitskolleginnen endet das tödlich.

(Foto: Ascot Elite)

Reynolds spielt in "The Voices" einen Lageristen in einer kleinen Firma irgendwo in der US-Provinz. Er macht seine Arbeit und fällt sonst nicht weiter auf. Hinter seinem Rücken wird aber getuschelt, denn Jerry geht zur Psychiaterin. Der Grund liegt in seiner Kindheit, er redet aber nicht darüber, nimmt stattdessen fleißig die ihm verschriebenen Pillen. Mit Frauen kann er nicht so gut, dabei ist er über beide Ohren in die Buchhalterin Fiona (Gemma Arterton; "Hänsel und Gretel: Hexenjäger"; "Byzantium") verliebt - sie natürlich nicht in ihn.

Kurzerhand lässt Jerry seine Pillen sein und setzt sie ab. Und schon läuft alles wie am Schnürchen. Jerry denkt plötzlich, er kann bei Fiona landen. Sein neues Selbstbewusstsein kommt auch an Arbeit an. Eingeimpft bekommt er es aber zu Hause - von  seiner gutherzigen Bulldogge Bosco. Die spricht mit ihm neuerdings und redet ihm immer wieder gut zu. Jerrys neues Problem heißt Mr. Whiskas - und ist sein goldgelb gestreifter Stubentiger.

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Böses Gespann: Jerry und sein Kater.

(Foto: Ascot Elite)

Der Kater ist zwar süß anzusehen, aber wenn er sein Maul aufmacht, kommt nichts Gutes heraus. Sarkastisch und bitterböse äußert er sich zu allem, was Jerrys Leben betrifft. Als Fiona Jerry links liegen lässt, rät Mr. Whiskas ihm kurzerhand, sie zu töten. Dass dann wirklich Fionas Kopf in Jerrys Kühlschrank und ihr Körper in Kleinteilen säuberlich verpackt in dutzenden Tupperdosen aufgestapelt im Keller landet, ist noch ein Unfall. Zugegeben. Aber dass dann auch noch die Köpfe von Fionas beiden Kolleginnen in Jerrys Kühlschrank landen, ist einfach nur Mord. Kaltblütiger Mord.

Dennoch sympathisiert der Zuschauer mit Jerry, dem Verstoßenen und Abgelehnten. Es ist aber auch zum Schreien komisch, wie sich Jerry durch die schwerste Zeit seines Lebens schnibbelt, verbal angefeuert von einem Garfield-Verschnitt. Nach und nach erfährt der Zuschauer aber auch, wieso Jerry zur Psychiaterin muss und Pillen schluckt.

Killer-Groteske

Comedy, Drama, Slasher-Horror - zudem topbesetzt, sehr musikalisch – und kribbelbunt inszeniert. Regisseurin Marjane Satrapi ("Persepolis") hat mit Farbe nicht gegeizt, was dem Film etwas Unwirkliches verleiht und die Morde sowie alles Drumherum fast schon ad absurdum führt.

Besonders erwähnenswert ist der Abspann, eine getanzte "Sing a happy song"-Hommage an die Skurrilität des Films an sich, bei der auch Jesus nicht fehlen darf. Das wäre eigentlich auch einmal eine Rolle für Ryan Reynolds.

Quelle: ntv.de