Kino

Da fliegt mir doch das Blech weg Transformers trifft Rocky: "Real Steel"

real3.jpg

Autsch! In "Real Steel" fliegen die Roboterfäuste.

(Foto: Walt Disney Pictures)

In "Real Steel" fliegen die Fäuste. Und gegen diese Fäuste sähe auch ein Sylvester Stallone noch älter aus als ohnehin schon. Schließlich sind sie aus Stahl und gehören Robotern. Doch der Streifen mit Hugh Jackman ist mehr als nur hirnloses Haudruff-Kino.

Den Klitschkos dürfte dieser Film nur bedingt gefallen. Schließlich wären sie in der Welt von "Real Steel" arbeitslos. In ihr haben es die Roboter übernommen, sich stellvertretend für die Menschen im Boxring auf die Rübe zu hauen - gelenkt durch eine Fernsteuerung oder die Körperbewegungen ihres Herren und Meisters aus Fleisch und Blut.

real4.jpg

"Real Steel" ist auch eine Geschichte zwischen Vater (Hugh Jackman) und Sohn (Dakota Goyo).

(Foto: Walt Disney Pictures)

Wer jemals ein paar Roboterhunden beim Fußballspielen zugesehen und sich mit Nintendos Wii virtuell gekloppt hat, wird diese Vision gar nicht so abwegig finden. Theoretisch, versteht sich. Denn natürlich kommt der Streifen in vollkommen überhöhter Science-Fiction-Manier daher. Dabei wird in jeder Hinsicht geklotzt und nicht gekleckert. Mehr als 100 Millionen Dollar Produktionsbudget zaubern auf die Leinwand die perfekte Illusion - als seien die Kampfmaschinen tatsächlich das, was der Filmtitel verspricht: "Echter Stahl".

Ein Roboter boxt sich durch

Die Handlung an sich ist wenig originell und nur allzu vorhersehbar, wird jedoch von Regisseur Shawn Levy äußerst liebevoll erzählt. Weil seine Mutter gestorben ist, kommt der zehnjährige Max (Dakota Goyo) in die Obhut seines Vaters Charlie Kenton (Hugh Jackman). Eigentlich nur eine Übergangslösung, denn Kenton hat sich für den Jungen nie interessiert und "verkauft" das Sorgerecht an dessen Onkel und Tante, die Max jedoch erst nach einer Urlaubsreise zu sich nehmen können. Schließlich ist der einstige Profi-Boxer notorisch pleite. Durchs Leben schlägt er sich mit der Teilnahme an Roboterkämpfen, bei denen ihm aber nur wenig Glück und noch weniger Geschick beschieden ist.

real2.jpg

Der eigentliche Star des Films: Kampfroboter "Atom".

(Foto: Walt Disney Pictures)

Das ändert sich, als Max eines Tages einen alten Roboter auf dem Schrottplatz findet. Einst nur für das Sparring konstruiert, scheint der Blechhaufen namens "Atom" höchstens noch als Spielgefährte zu taugen - einem Kampf gegen seine hochgerüsteten Nachfolge-Modelle, so scheint es, würde er indes keine Minute lang standhalten können. Doch Max möbelt "Atom" auf und bringt seinen skeptischen Vater schließlich dazu, für ihn einen Gegner zu organisieren. Und siehe da: Der Oldschool-Roboter beweist echte Steherqualitäten. Von da an ist die Geschichte vorgezeichnet: "Atom" kloppt sich erfolgreich von Kampf zu Kampf und wird - erst recht, als Ex-Boxer Kenton der lernfähigen Maschine mit Trainingseinheiten auf die Sprünge hilft - zum Favoritenschreck. Schließlich kommt es zum Showdown zwischen ihm und dem in der Welt der Kampfroboter scheinbar unerreichbaren Champion "Zeus". Hat Blechdose "Atom" gegen das Hightech-Monstrum wirklich eine Chance?

Metall-Korsagen statt Turnhöschen

Die Assoziation zu "Transformers" auf der einen und "Rocky" auf der anderen Seite liegt bei der Gemengelage dieser Geschichte auf der Hand. Mit dem Unterschied jedoch, dass sich die Roboter in "Reel Steal" auf den rohen Faustkampf statt auf trickreiche Verwandlungskünste verlegt haben. Und mit dem, dass hier mit hammerharten Metall-Korsagen statt mit Stirnband und Turnhöschen aufeinander eingedroschen wird. Doch "Reel Steal" ist nicht nur Action- und Haudruff-Kino. Zugleich ist der Film eine Vater-Sohn-Parabel. Die Annäherung zwischen Rabenvater Kenton und Sprössling Max wird dabei einfühlsam und durchaus rührend geschildert, ohne allzu sehr in Kitsch abzugleiten. Und selbstredend ist ein Film mit Frauenschwarm Hugh Jackman auch kaum ohne eine Romanze denkbar - in  diesem Fall zwischen dem Ex-Boxer und der Tochter (Evangeline Lilly) seines früheren Trainers.

real6.jpg

"Real Steel" läuft ab sofort in den deutschen Kinos.

(Foto: Walt Disney Pictures)

Nein, Jackman ist in "Reel Steal" kein Wolverine. Die Rolle des abgehalfterten Losers steht ihm allerdings nicht unbedingt schlechter zu Gesicht als die des "X-Men"-Helden. Bei einem alten Hollywood-Hasen wie Jackman mag man das nicht allzu überraschend finden. Erstaunlicher ist da schon die Leistung des Dreikäsehochs Dakota Goyo, der seine erste Hauptrolle mit Bravour meistert und wahrscheinlich demnächst vor kreischenden Teenie-Mädels davonrennen muss.

"Real Steel" ist bestes Popcorn-Kino für Groß und Klein. Zum Gelingen trugen nicht zuletzt Steven Spielberg und Robert Zemeckis - Regisseur von Kultstreifen wie "Zurück in die Zukunft" oder "Forrest Gump" - bei, die zum Produzententeam gehörten. Natürlich erfindet der Streifen nichts wirklich neu. Aber unterhaltsamer als ein Fußballmatch zwischen Roboterhunden ist er allemal. Und weniger anstrengend als ein Boxkampf auf der Wii auch.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen