Musik

Mit gutem Beispiel voran 70 Kerzen für Peter Maffay

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70 und kein bisschen leise: Peter Maffay.

(Foto: C. Andreas Ortner / Sony Music)

In Zeiten, in denen Angst, Gewalt und Dummheit mehr denn je auf dem Vormarsch sind, setzt Peter Maffay ein musikalisches Gegenzeichen. Nun feiert der Sänger nicht nur die Veröffentlichung seines neuen Studioalbums "Jetzt!", sondern auch seinen 70. Geburtstag.

Ertrinkende Flüchtlinge, brennende Regenwälder, schmelzende Gletscher und Ozeane, die im Plastikmüll versinken: Die Welt steht am Abgrund, so viel steht fest. Kann man überhaupt noch etwas gegen die drohende Apokalypse tun? Nun, dem oberflächlichen Anschein nach ist die Anzahl derer, die im Chaos dagegenhalten und - statt nur erschüttert zu gaffen - mit anpacken, eher überschaubar.

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Die wenigen 5-vor-12-Heroen dieser Welt hauen dafür aber umso energischer auf den Putz. Neben internationalen Vorzeige-Aktivisten wie "Earth Alliance"-Gründer Leonardo DiCaprio, Klima-Teen Greta Thunberg und Bio-Terminator Arnold Schwarzenegger präsentieren sich auch immer mehr deutsche Entertainment-Größen mit erhobenem Zeigefinger. Einer, dem das Wohl des Planeten und das Leben der Benachteiligten schon seit Jahrzehnten besonders am Herzen liegen, ist Peter Maffay.

Maffay geht durch die Mobbing-Hölle

Dem Kleinsten im Konzert der hiesigen Show-Größen wurde schon als Kind vor Augen geführt, wie grausam, dumm und herzlos der Mensch sein kann. Als rumänisches Einwanderungskind geht Peter Maffay durch die Mobbing-Hölle. Später, erst als Schlager-Star, dann als Deutschrock-Speerspitze, amüsieren sich verbitterte Kritiker und hemdsärmelige Musikpolizisten über Maffays Akzent, seine "Größe" und seine markante Oberlippenwarze.

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In jungen Jahren begann er als Schlagersänger.

(Foto: imago images / United Archives)

Aber Peter Maffay lässt sich nicht unterkriegen. Umgeben von Neid, Missgunst und oberflächlicher Hetze wächst er nicht nur künstlerisch, sondern auch menschlich über sich hinaus. Neben Dutzenden Goldenen Schallplatten sammelt der Sänger auch unzählige Charity-Awards und Verdienstorden. Peter Maffay macht sich stark für die "Kleinen". Er gründet Wohltätigkeitsstiftungen und schickt einen Drachen namens "Tabaluga" auf die Reise.

"Jetzt!": Schonungslos und offen

Ein halbes Jahrhundert nach seinem Bühnendebüt legt Peter Maffay in puncto Leidenschaft, Ehrlichkeit und Authentizität nun noch eine Schippe drauf. Pünktlich zu seinem 70. Geburtstag veröffentlicht der im vergangen November zum dritten Mal Vater gewordene Bundesverdienstkreuzträger sein neues Studioalbum "Jetzt!". Und auf diesem präsentiert sich Peter Maffay schonungsloser und offener denn je.

Mit wahlweise röhrendem Stadionrock oder knisternden Lagerfeuerklängen im Gepäck baut Peter Maffay eine intensive Gefühlsbrücke zwischen den eigenen vier Wänden und der großen weiten Welt.

Lyrisch unterstützt von Neuzeit-Poeten wie Johannes Oerding und Benjamin Dernhoff legt Peter Maffay mit dem Titeltrack und dem politischen Herzstück des Albums, "Morgen", den Finger in die klaffende Apokalypse-Wunde.

Tote Eisbären und zerbombte Häuser

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"Wann kommt die Zeit, wenn wir endlich kapieren, dass Planeten nicht unsterblich sind / Wann kommt die Zeit, wenn wir endlich kapieren, dass die Zeit uns durch die Hände rinnt", poltert es aus den Boxen, während im dazugehörigen Videoclip verstörende Bilder von toten Eisbären, ertrinkenden Menschen und zerbombten Häusern die grausame Realität offenlegen. 

Im Spätsommer 2019 hat Peter Maffay mehr denn je die Faxen dicke. Geburtstag hin, Geburtstag her: Gefeiert wird im Hause Maffay wohl erst, wenn auch der Letzte begriffen hat, dass sich die geschundene Erde nicht von selbst erholt. Wir heben trotzdem die Gläser und stoßen an auf einen Menschen, der weiß, was wirklich wichtig ist. Happy Birthday, Peter!

Quelle: n-tv.de

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