Musik

Premiere für "Johnny's Band" Deep Purple blicken verschmitzt zurück

Seit Kurzem ist das neue Album "Infinite" von Deep Purple auf dem Markt und kratzt bereits an alten Verkaufsrekorden. Zeit also für eine exklusive Video-Premiere bei n-tv.de: "Johnny's Band" ist ein augenzwinkernder Rückblick auf 50 Jahre Bandgeschichte.

Deep Purple hat ein neues Album am Start. "Infinite" heißt es und hört sich an, als wäre Keyboard-Legende John Lord noch immer hinter der Schweineorgel, dabei jubelt doch seit 2002 Don Airey über die Tasten. Gitarrist Steve Morse mimt seit 1994 spieltechnisch den jungen Ritchie Blackmore, allerdings ohne dessen Genialität und ohne - und das ist auch besser so - dessen Wahnsinn. Nichtsdestotrotz sind die beiden an der Seite von Ian Paice (Schlagzeug), Roger Glover (Bass) und Ian Gillan (Gesang) in Summe so etwas wie die Mark IV von Deep Purple geworden. Also die echte vierte Besetzung des Quintetts.

Verdammt lange am Start

Ohne auf das eigene Alter zu schielen, muss man feststellen, dass es Deep Purple schon verdammt lange gibt. Gegründet 1967, wurden ihre Hardrock-Klänge noch bis weit in die 1980er-Jahre gehört. Allerdings musste der Autor schon damals schmerzlich feststellen, dass die einstigen Überflieger mit mehr als 100.000 Zuschauern pro Konzert einiges an Popularität eingebüßt hatten. Auf der Disko beim DJ vorstellig, um sich einen Song der britischen Metaller zu wünschen, entlockte er dem Typen mit den Kopfhörern auf den Ohren nur ein müdes: "Alter, wenn du 18 Jahre früher geboren wärst, dann hätte ich das Ding jetzt gespielt. Aber so, nee, tut mir leid."

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Das neue Album "Infinite" von Deep Purple geht gerade steil.

Heute bekäme man den Song natürlich auch nicht bei öffentlichen Tanzvergnügen auf die Ohren, aber in den Konzerten der alten Recken. Und beim neuen Album muss man sich hörtechnisch auch gar nicht umstellen, denn vieles, was dort zum Besten gegeben wird, kommt dem Deep-Purple-Liebhaber sehr vertraut vor. Die Fans sind jedenfalls vom neuen Album "Infinite" begeistert. In 13 Ländern ist es bereits in den Top 5 und in 17 Ländern in den Top 10. In Deutschland und der Schweiz hat es übrigens bereits Platz eins belegt. Die Tschechen kauften es auf Rang zwei und die Italiener auf drei. Deep Purple hatten im Übrigen nur drei Alben, die besser platziert waren. "Fireball", "Who Do We Think We Are" und "Burn". In Summe landet Deep Purple also mit "Infinite" das beste Chartergebnis seit 1973. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass die Band ein Jahr zuvor mit "Smoke On The Water" die Hard-Rock-Hymne schlechthin erschaffen hatte.

Rückblick mit "Johnny's Band"?

Mit "Infinite" schwelgt man eher in den Sphären von "Who Do We Think We Are". So ein bisschen also auch auf der Welle rückblickender Glückseligkeit. Allerdings gibt es auf der neuen Scheibe einen Song, der genau diesen Werdegang mit einem Augenzwinkern begleitet: "Johnny's Band". Und der feiert heute bei n-tv.de als Video seine Deutschlandpremiere. Das Lied ist eine sehr witzige Anspielung darauf, wie Bands entstehen, berühmt werden und wo sie nach Jahrzehnten landen. Nämlich dort, wo sie einst herkamen, in den Pubs. Aber ist das schlimm? Für die Zuschauer nicht, für die Mitglieder der Combo schon eher. Denn sie sind es, die den Ruhm gespürt haben, die vor Zigtausenden spielten und jetzt vielleicht noch vor zehn Leuten. Umso bitterer, wenn dann auch noch das Geld weg ist. Nicht weil man geprasst hat, das auch, aber vielmehr, weil das Management einen so richtig gelinkt hat.

Gott sei Dank ist das bei den Jungs von Deep Purple nicht so. Oder doch, und man weiß es nur nicht? Wie in den frühen 1970er-Jahren füllen die fünf älteren Herren immer noch große Hallen und können sich über eine treue Fangemeinde freuen. Und guckt man sich den Tourneeplan an, dann ist der besser gefüllt als bei manchem Newcomer. Allein in Deutschland spielen die Briten in acht deutschen Städten. Darunter Berlin, München, Leipzig, Frankfurt und Dortmund. Also ein bisschen anders als bei Johnny's Band ist es schon. Obgleich die Protagonisten im Video eine gewisse Ähnlichkeit zu den britischen Barden nicht verhehlen können. Gerade Sänger Johnny erinnert stark an Ian Gillan und auch dem Schlagzeuger ist eine gewisse Ähnlichkeit zu Ian Paice nicht abzusprechen.

Das alles beweist nur, dass die alten Herren Sinn für Humor haben. Und ganz ehrlich? "Johnny's Band" gehört eindeutig zu den besseren Songs auf dem Album. Wie sagte seinerzeit doch Tony Jasper am Ende seiner "Heavy Metal Show" auf BFBS London: "Keep it heavy and keep it hard." In diesem Sinne.

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Quelle: n-tv.de

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