Nackt mit Katy oder à la PausiniLuca Vasta mag klare Ansagen
Als Moderatorin bei Viva wurde sie bekannt, nun widmet sie sich der Musik: Luca Vasta. Die Zeit bis zur Entstehung ihres Debütalbums "Alba" war turbulent und hat die 25-Jährige vor große Herausforderungen gestellt. Warum, erzählt sie im Gespräch mit n-tv.de.
Schon als Kind hatte Luca Vasta eine Lieblingsbeschäftigung: das Singen. Über einige Umwege hat sie es nun geschafft, mit ihrem Debütalbum "Alba" eine Kombination von Songs zu kreieren, die in das Innerste der 25-jährigen Sängerin blicken lassen. Die meisten der Songs sind traurig und melancholisch, da sie in einer Zeit entstanden, in der die Halbitalienerin lernen musste, alleine klarzukommen, fernab ihrer Großfamilie. Direkt nach der Veröffentlichung schoss das Album in den Charts nach oben, bescheiden bleibt Luca Vasta trotzdem, wie sie auch im Interview mit n-tv.de bewies.
n-tv.de: Dein Album "Alba" ist direkt auf Platz 18 der iTunes-Charts gelandet. Hättest du damit gerechnet?
Luca Vasta: Nein! Überhaupt nicht! Ich habe mich so gefreut. Ich hatte die Erwartungen - vielleicht auch bewusst - ganz nach unten geschraubt. Das hätte ich wirklich nicht erwartet.
Was ist dein Lieblingssong auf dem Album?
Ich habe mehrere. "Black Tears White Lies" ist auf jeden Fall einer meiner Lieblingssongs. Denn mit ihm habe ich nie gehadert, er ist ganz natürlich entstanden, ohne Zweifel. "Take The Gun" mag ich auch sehr gerne, denn es hat so schöne Hintergrundgeräusche. (lacht)
Thematisch geht es darum, welche Probleme man als 25-Jährige so hat.
Ja, ich habe es über mehrere Jahre geschrieben und es spiegelt die letzten zwei, drei oder vier Jahre wider - querbeet, also alles was so passiert ist. Ich wollte mich nicht einschränken, so dass es nur um ein Thema geht. Ich wollte alles, was mich beschäftigt, auf das Album draufpacken.
Konkret heißt das?
Viele der Songs sind entstanden, nachdem ich gerade nach Berlin gezogen war. Da habe ich das erste Mal in einer eigenen Wohnung gewohnt, kannte auch erst ganz wenige Leute in der Stadt und war viel alleine. Das kannte ich bis dahin kaum, weil ich aus einer Großfamilie komme. Es geht also viel ums alleine sein, aber auch um schwierige Beziehungen zu Jungs und um Freundschaft. Auch was diese bedeutet, wenn man erwachsen wird.
Mir gefällt "Sometimes you’re right" besonders gut. Was steckt hinter dem Song?
Ich versuche immer, so klar wie möglich zu sein. Dass die Leute also wissen, wo sie dran sind. Natürlich ist das manchmal schwierig, viele flunkern dann eben eher. In dem Lied befindet man sich in einer Situation, in der man nicht weiß, was das Gegenüber wirklich will, man weiß nicht, woran man ist, weil man keine richtige Ansage bekommt. Es ist also ein Appell, dass die Leute klar sein sollen, in dem was sie sagen. Auch wenn das schwierig ist und Menschen somit auch verletzt werden können. Aber so weiß man wenigstens, was Sache ist.
Dein Album ist generell eher traurig und melancholisch. Liegt das nur an der Zeit, in der es entstanden ist, in der du alleine warst oder steckt da auch ein bisschen italienisches Drama drin? Schließlich bist du halbe Italienerin.
Es ist natürlich schwierig, alles in eine Schublade zu stecken. Ich würde niemals sagen, alle Italiener sind emotional. (lacht)
Das habe ich auch nicht gesagt.
Viele sagen aber wirklich zu mir, dass "Alba" sehr düster und schwer ist und dass ich ansonsten gar nicht so wäre. Aber ich mag einfach eine gewisse Schwere im Leben. Mir gefallen auch schwere Filme und schwere Musik am besten. Es zieht mich dort hin, was aber noch lange nicht bedeutet, dass ich immer traurig bin. Ich finde eine dunkle Seite interessant.
Wenn du jetzt beginnen würdest, das Album zu produzieren - in einer anderen Lebensphase also - würde es dann anders klingen?
Das ist schwer zu sagen. Mein zweites Album wird auf jeden Fall anders. Denn bei "Alba" war ich ganz unbedarft und habe mir wenig Gedanken darüber gemacht, was genau dabei rauskommen wird. Aber ich glaube, ich würde es genau so noch mal machen.
Dein Vater stammt aus Italien. Würdest du das Land als deine zweite Heimat bezeichnen?
Auf jeden Fall. Ich bin zwar nicht in Italien aufgewachsen, aber ich habe sehr viel Zeit dort verbracht. Ich war jedes Jahr da, habe dort auch viel Familie. Ich fühle mich dort wie zu Hause.
Pizza oder Pasta?
Das ist echt schwierig, weil ich beides sehr gerne mag. Also wenn ich mich jetzt entscheiden müsste … das ist echt schwer, das ist gemein. (lacht)
Na gut, was würdest du denn jetzt im Moment eher essen?
Jetzt gerade Pasta - so eine schöne Portion Bolognese würde ich nehmen. (lacht)
Wer ist denn der musikalische Held deiner Kindheit?
Laura Pausini - das ist eine italienische Pop-Sängerin und ich kann mich erinnern, dass sie eine große Rolle in meiner musikalischen Früherziehung gespielt hat. (lacht) Ich habe dauernd ihre Platten gehört und das hat mich geprägt. Es hat mich auch inspiriert, denn sie singt einfach unglaublich gut, das denke ich auch heute noch. Ich habe mir viel bei ihr abgeguckt und wollte auch so sein wie sie.
Würdest du mit Laura Pausini auch gerne mal auf der Bühne stehen? Oder hast du andere Musiker im Blick?
Letztes Jahr war ich das erste Mal auf einem Konzert von ihr und sie ist wirklich schon lange im Geschäft. Daher würde ich entweder gerne mit so einem alt eingesessen Star die Bühne teilen oder mit Katy Perry oder so. Da habe ich wahrscheinlich keine Chance, da gehe ich wahrscheinlich unter. (lacht)
Dann musst du dich auch ausziehen.
Ja, das auch. (lacht) Aber es gibt keine konkrete Person, mit der ich gerne mal zusammen performen würde. Ich stehe mit vielen Leuten gerne auf der Bühne - auch mit Katy Perry. (lacht)
Du machst Pop-Musik, die generell oft als leichte Unterhaltung abgetan wird. Du siehst das ja ganz offensichtlich anders. Was ist für dich das Besondere daran?
Das Schöne ist, dass Pop-Musik oft - und bei meinem Album ist das auf jeden Fall so - sehr persönlich ist. Ich erzähle Geschichten, die ich so meine, die ich so erlebt habe. Auch in Bezug auf den Sound gibt es keine Grenzen. Es ist ein ganz ehrliches Album und ich wollte es so produzieren, dass ich es am Ende auch selber kaufen würde.
Wie kam es überhaupt zu der Leidenschaft für die Musik?
Schon von klein auf habe ich gesungen mit meiner Familie. Meine Eltern, die keine Musiker sind, haben aber immer viel mit uns gesungen, mein Opa war Opernsänger. Die Musik gehörte bei uns immer dazu. Wir haben auch oft im Wohnzimmer zusammen Musik gemacht, das hat immer einen Riesenspaß gemacht, ohne Druck, ohne dass da einer von uns professionell rangehen wollte. Mir hat es immer extrem gut gefallen und so hat es sich weiterentwickelt.
Wann hast du dich entschieden, Musik zu deinem Beruf zu machen?
Ein entscheidender Punkt war der Pop-Kurs von der Hamburger Musikhochschule. Da macht man mit anderen Leuten eigene Musik, bekommt Instrumente und Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Da habe ich gemerkt, dass es wirklich mein Ding ist. Am liebsten schreibe ich Songs und singe sie dann auf der Bühne.
Es gab aber auch Rückschläge - du hast mal ein ganzes Album aufgenommen, das nie veröffentlicht wurde.
Ja, das stimmt. Ich habe mit einem großen Label zusammengearbeitet und das Album war so gut wie fertig. Das war aber eine ganz andere Arbeitsweise als die, wie das aktuelle Album entstanden ist. Ich bin damals viel um die Welt gereist und habe mit vielen namhaften Musikern und Produzenten gearbeitet. Aber eigentlich war ich damals noch gar nicht so weit. Ich musste erstmal selber wissen, was ich überhaupt will, worüber ich singen möchte und welche Rolle ich da spiele. Schweren Herzens musste ich mich dann von der Plattenfirma trennen und sagen, dass es nicht das war, was ich wollte. Ich war nicht überzeugt von dem Ganzen. Es lag aber nicht am Label, sondern an mir. Ich hatte damals noch überhaupt kein Selbstbewusstsein, Songs zu schreiben.
Viele kennen dich noch von Viva, wo du moderiert hast.
Ja, genau, das war auf jeden Fall cool. Ich habe den Job ganz unverhofft bekommen, ohne das groß zu planen.
Hast du dich einfach beworben?
Nein, ich hatte einen Auftritt in Hamburg, wo mich eine Produzentin gefragt hat, ob ich zum Casting kommen will. Ich bin dort auch nur hingegangen, weil meine Freunde mich überredet haben. Ich hatte so was aber noch nie gemacht, dementsprechend habe ich mich auch beim Casting verhalten, aber trotzdem habe ich den Job bekommen. Das war auf jeden Fall eine turbulente, sehr aufregende Zeit, so was ganz Neues zu machen. Ich habe das dann ein paar Jahre gemacht, aber auch schnell gemerkt, dass mir die Musik sehr fehlt.
Heißt das also, du willst nur noch Musik machen und nicht mehr in den Bereich zurück?
Es hat mir schon sehr viel Spaß gemacht. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich nicht alles gleichzeitig schaffen kann, dass ich mich also entscheiden musste. Denn tagsüber habe ich gedreht und habe dann versucht, abends meine Platte zu produzieren. Ich war in dieser Zeit selbst unzufrieden, weil ich weder das eine noch das andere richtig machen konnte. Es war zu viel auf einmal, aber natürlich fiel es mir auch extrem schwer, zu sagen, ich höre auf, ich mache das jetzt nicht mehr. Aber der Musik zuliebe habe ich mich von Viva getrennt.
Ganz aufgegeben habe ich es jedoch nicht, denn ich moderiere momentan eine Musiksendung bei Eins Festival. Aber der Fokus liegt klar auf der Musik. Gerade jetzt, wo das Album erschienen ist.
Zum Abschluss: Was ist dir lieber, eine kleiner Saal, wo du dem Publikum in die Augen schauen kannst, oder eine Festivalbühne?
Ich glaube klein, zumindest jetzt im Moment noch. (lacht) Ich mag das gerne, ich fühle mich wohl, wenn das so schön "muckelig" ist.
Mit Luca Vasta sprach Saskia Nothofer
Im Mai geht Luca Vasta auf Tour:
18.05. Hamburg, Prinzenbar
20.05. Frankfurt, Nachtleben
21.05. Köln, Studio 672
22.05. München, Milla
23.05. Wien, B72
27.05. Berlin, Comet