Unterhaltung
Weihnachtsmusik: Es muss nicht "Stille Nacht" sein.
Weihnachtsmusik: Es muss nicht "Stille Nacht" sein.(Foto: AP)
Dienstag, 16. Dezember 2014

Muss man gehört haben: Rock’n Soul around the Christmas Tree

Von Ingo Scheel

Bei "Last Christmas" fangen die Ohren an zu bluten? "In der Weihnachtsbäckerei" greifen Sie zur Schachtel mit den Beruhigungstabletten? n-tv.de schafft stimmungsvolle Abhilfe: Hier sind zehn alternative Perlen aus dem Segment Weihnachtslieder.

1. The Ramones – Merry Christmas (I Don't Want to Fight Tonight)

"The Ramones" 1986: Richie und Joey (o., v.l.) Dee Dee und Johnny Ramone (u., v.l.).
"The Ramones" 1986: Richie und Joey (o., v.l.) Dee Dee und Johnny Ramone (u., v.l.).(Foto: ASSOCIATED PRESS)

In der Tat – gestritten haben sie viel, die Ramones. Wenn sie denn überhaupt einmal miteinander gesprochen haben. Nach dem Tod von Tommy Ramone in diesem Jahr hat es nun die komplette Ur-Besetzung dahingerafft. Tommy, Joey, Dee Dee und Johnny im Punkrock-Himmel, eine beinah versöhnliche Vorstellung. Kein Zank um die Sitzplätze im Tourbus, stattdessen 1,2,3,4-Christmas-Time. Hey-Ho-ho-ho - Let’s Go!

2. The Greedies – "A Merry Jingle"

Ein weiteres Beispiel dafür, wie dicht Punkrock und Santa Claus an Weihnachten zusammenrücken, sind die Greedies. Verbirgt sich hinter dem gänzlich unfeierlichen Bandnamen (die Gierigen) doch niemand geringeres als Steve Jones und Paul Cook von den Sex Pistols. Die taten sich mit ebensolchen Big Names zusammen - Phil Lynott, Scott Gorham und Brian Downey von Thin Lizzy – zusammen und schufen einen echten Christmas-Klassiker.

3. Bruce Springsteen, Santa Claus is Coming to Town

Wenn der Boss das sagt, dann stimmt das auch: Der Weihnachtsmann kommt in die Stadt. Rote Mützen aufgesetzt, Feuer gemacht unter dem Punschtopf und von weitem hört man doch schon die Schlittenglocken, oder?

4. Booker T. & the MG’s – "Winter Wonderland"

Wie so oft, kommt Booker T. Jones jr. ohne viele Worte aus. Der Mann aus Memphis schmeisst die Riemen auf die Orgel, die MG’s lassen es saisonal bedingt auch etwas gemächlicher angehen, fertig ist der Instrumentalklassiker. Wem das zusagt, der legt mit ihrem kompletten Album "Booker T. & the MG’s in the Christmas Spirit" adäquat nach.

5. The Killers – Diverse

The Killers verbreiten gern viiiel Liebe.
The Killers verbreiten gern viiiel Liebe.

Die Killers und Weihnachten – das ist seit bald einem Jahrzehnt bereits eine feierliche Allianz. Sie haben nicht alle Songs mitbekommen? Hier der Überblick: "A Great Big Sled" (2006), "Don't Shoot Me Santa" (2007), "Joseph, Better You Than Me" (2008), "Happy Birthday Guadalupe!" (2009), "Boots" (2010), "The Cowboy's Christmas Ball" (2011), "I Feel It In My Bones" (2012), "Christmas In LA" (2013) und "Joel the Lump of Coal" (2014)

6. Solomon Burke – "Presents for Christmas"

Hätte Santa Claus einen Gastauftritt in einem "Shaft"-Krimi – das hier wäre seine Intromusik: Cool wie ein Blaxploitation-Film, im Unterboden aber so feierlich wie Bing Crosby und der Mittelpart so gefühlvoll wie Sam Cooke. Ein Christmas Classic des Soul-Schwergewichts aus Philadelphia.

7. The Darkness – "Christmas Time" (Don't Let the Bells End)

Das Gefühl kennen wir alle: Den Baum haben wir doch eben erst geschmückt, der Entenbraten ist noch nicht ganz geplündert, der letzte Becher Punsch noch nicht kalt – das ist die Feierei schon wieder vorbei. Wer da hysterisch, der greift zu The Darkness, denn die sehen es genauso: Es darf noch nicht Schluss sein.

8. Queen – "Thank God it’s Christmas"

Freddie Mercury 1984 bei der "Works Tour" in der Londoner Wembley Arena.
Freddie Mercury 1984 bei der "Works Tour" in der Londoner Wembley Arena.(Foto: imago stock&people)

Der legendäre Stoßseufzer aus dem Hause Queen: Gott sei Dank – es ist endlich Weihnachten. Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung 1984 langte es in England nur Platz 21 in England, hierzulande gar nur zu einem unfeierlichen 57. Platz in den Charts. Drei Dekaden später hat gehörte Mercurys Freddie zu Weihnachten wie Frintons Freddy zu Silvester.

9. Slade – "Merry Xmas Everybody"

Aus alt mach neu: Noddy Holder und Jimmy Lea bauten den Song aus Versatzstücken zweier älterer Kompositionen zusammen, Holder schrieb die Lyrics nach ein paar Pints im Pub - fertig war der Evergreen. Ende 1973 toppte der Song die UK-Charts und hielt sich dort bis Mitte Januar 1974. 2007 wählten die Briten das Lied zu ihrem liebsten Weihnachtslied aller Zeiten. Nice one, Noddy.

10. James Brown – "Santa Claus Go Straight to the Ghetto"

Ironie des Schicksal, dass James Brown ausgerechnet an Weihnachten – im Jahre 2006 – das Zeitliche segnete. Schließen wir mit den Worten des Godfather of Soul, der mit seinem Weihnachtssong den Finger in die Wunde legte und an die Ärmsten der Armen dachte. Hit it!

"Santa Claus, oh Lord, go straight to the ghetto, fill every stocking you find, the kids are gonna love you so, you'll know that they need you so"

Zugabe:

Ganz frisch: "Soul Christmas", das Album mit Songs von Solomon Burke, The Drifters, Otis Redding u.v.m., ist soeben erschienen.

Längst ein Klassiker: Die dreiteilige Christmas-Serie aus der "Get Easy"-Reihe mit Klassikern und Raritäten von Burt Bacharach, Bert Kaempfert, Marvin Gaye, James Brown u.v.m.

Opulent: Satte 5 CDs umfasst die Box "Songs for Christmas", auf der Singer/Songwriter Sufjan Stevens neue Songs und Traditionals für Freunde und Verwandte kompiliert hat. Weihnachtslieder für Entdecker.

Quelle: n-tv.de