Musik

"Ich bereue nichts" Samu Haber mag es heiß

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Dieser Mann hat Power, die ansteckend ist.

(Foto: GABO)

Ist nicht so gut gelaufen mit "Die Band" - das kann einen Samu Haber jedoch nicht erschüttern. Getreu dem Motto: "Was nicht tötet härtet ab" stürzt er sich gleich wieder in die Arbeit. Zum Beispiel, indem er n-tv.de ein Interview gibt.

n-tv.de: Du ackerst den Sommer durch?

Samu Haber: (lächelt) Nee, ach, es geht um Musik, und das ist zwar auf der einen Seite Arbeit, aber auf der anderen Seite auch das pure Vergnügen. Ich mach' gerade keine TV-Sendungen, wir nehmen kein neues Album auf, wir spielen einfach. Es ist schön.

Du siehst sehr erholt aus.

Ja, ich habe versucht, mal alles etwas ruhiger angehen zu lassen. Das tut einem echt gut.

Wie hältst du dich fit?

Hier (zeigt) Green Smoothies, und viel Bewegung. Ich geh' gern laufen und rollerbladen, aber das klingt jetzt so, als wäre ich der Fitness-Papst. Ich esse durchaus nicht so korrekte Dinge und mache auch sonst manchmal unkorrekte Dinge (lächelt).

Du hast gestern auf einem Flugplatz gedreht, du fliegst viel durch die Gegend, du hast keine Wünsche offen, habe ich schonmal von dir gehört - was wäre denn der Himmel auf Erden für dich?

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Ist auch mal unkorrekt: Der Sonnyboy aus Finnland.

(Foto: GABO)

Ui, momentan konzentriere ich mich wünschemäßig darauf, dass unsere Konzerte gut laufen: Heute Abend im Cassiopeia vor 200 Leuten, morgen vor 20.000 in der Wuhlheide. Das ist für mich so, also könnte ich alles haben, was zum Beispiel ein leckeres Dinner bietet: Sowohl die Süßigkeiten als auch das Deftige. Und für mich als Nordeuropäer ist es schonmal großartig, dass es hier so schön heiß ist! (lacht)

Und was favorisiert du, den kleinen oder den großen Auftritt?

Schwer zu sagen, das hat eben beides was. Wir spielen die kleinen Konzerte ja nicht mehr so oft, deshalb bin ich schon sehr gespannt, wie das mal wieder ist. Aber wenn ich ehrlich bin steh' ich schon drauf, wenn so eine Arena richtig rockt! Das ist so ein unglaubliches Gefühl. Die Hauptsache aber ist, dass wir spielen, egal wo und vor wievielen.

Wie kommunizierst du mit einem wirklich großen Publikum, kommt da was an bei dir?

Ich nehme da viel Energie mit. Nach einem großem Konzert könnte ich nie sofort ins Bett gehen, man ist so aufgewühlt. Ich brauche mindestens vier Stunden um mich abzuregen. Man gibt so viel Energie, aber man bekommt eben viel zurück. Man kann sich ein bisschen daran gewöhnen, aber nie ganz. Das Adrenalin geht seine eigenen Wege. Wir haben mal gemessen, dass wir um die 1500 Kalorien während eines Konzertes verbrenne, das ist wie ein Marathon.

Kurz zum Thema "Die Band". Du bist total beliebt und bekannt, wie konnte die Sendung so in die Hose gehen?

Vielleicht war das Konzept doch zu kompliziert. Wenn man es mit "DSDS" oder "The Voice of Germany" vergleicht, dann ist das beim Publikum nun mal nicht angekommen. Vielleicht haben wir zu viel vorausgesetzt und nicht gut genug erklärt, was wir eigentlich vorhaben. Bei "The Voice" drückt man einen roten Knopf und sagt. "Das war gut!" Das kann man verstehen. Bei "Die Band" haben wir vorausgesetzt, dass der Zuschauer richtig Ahnung von Musik hat, fürchte ich. Das kann ja gar nicht sein. Ja, schade, ich war trotzdem überrascht, und auch sehr traurig, weil wir in Barcelona eine tolle Zeit mit den Teilnehmern hatten. Aber so ist das eben: Man bringt vier Alben raus, drei gehen richtig ab, eins gar nicht. Keine Ahnung, warum das so ist. Aber ich bereue das auf keinen Fall!

Ist das bei "The Voice" wirklich immer so eine große Überraschung, wenn sich der Stuhl umgedreht hat?

Ja, absolut, man hat keine Ahnung, was einen da erwartet, und es ist echt schwer, nur nach der Stimme zu urteilen. Manchmal ist das natürlich echt ärgerlich. Vor allem, wenn dann da jemand steht, dem man den Superstar echt zutrauen würde.

Du gehst nächstes Jahr auf Tour mit einem großen Orchester ...

... und da freu' ich mich schon sehr drauf! Wir haben schon so viele unterschiedliche Arten von Tourneen hinter uns, aber die mit dem Orchester wird der Hammer. Verstehst du, ich liebe den kleinen Auftritt, ich liebe die Rockband, ich liebe es mit einer riesigen Band, aber mit einem Orchester ist das nochmal was ganz anderes. 70 Leute auf der Bühne, da geht was (lacht)! Man lernt auch immer so viel dazu.

Was denn?

Dass man einen einzigen Song auf so viele verschiedene Arten spielen kann zum Beispiel. Mit einem Orchester ist alles perfekt, eine Maschine, die aus Menschen gemacht ist. 

Wie sieht dein Sommer aus?

Ich mache Musik, und das reicht mir vorerst. Ich brauche auch ein bisschen Pause, um wieder aufzuladen, um kreativ sein zu können. Ich brauche neuen Input.

Und wie holst du dir den am besten? Zu Hause oder auf Reisen?

Ich liiiiebe es zu Hause zu sein, in Helsinki, aber da geht das Leben natürlich weiter: Post, Mails, Termine. Wenn ich richtig abschalten will, dann fahr' ich weg, nach London, Los Angeles, Stockholm, Berlin. Und ich muss auch mal alleine sein. Dann schreibe ich die besten Songs (lacht).

Mit Samu Haber sprach Sabine Oelmann

Samu Haber tritt am 17. Juli im Berliner Club Cassiopeia auf, am 18. Juli in der Wuhlheide. 2016 kommt dann die Tour mit dem Wonderland Orchestra.

Quelle: ntv.de