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Mord kennt keine Altersgrenze Der Berliner "Tatort" im Schnellcheck

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Karow (Mark Waschke, Mitte) und Rubin (Meret Becker, l.) müssen sich auch noch mit einer Geiselnahme herumschlagen.

(Foto: rbb/Marcus Glahn)

Ein steinalter und vom Leben enttäuschter DDR-Richter, ein zum Tode verurteilter und doch frei herumlaufender Dreifach-Mörder und der frustrierende Berliner Wohnungsmarkt sind die Zutaten dieses "Tatorts", den man gesehen haben sollte.

Das Szenario

In einer Ostberliner Plattenbausiedlung wird der ehemalige DDR-Richter Gerd Böhnke (Otto Mellies) von zwei minderjährigen Mädchen brutal ausgeraubt. Der alte Mann schwört Rache und ist ab sofort nur noch mit Pistole im Einkaufsnetz unterwegs. Parallel dazu entdeckt Kommissar Karow (Mark Waschke) beim Heimkommen, dass sein Nachbar bereits seit acht Wochen Futter für die Maden ist - von denen es in der angrenzenden Wohnung nur so wimmelt. Während die biestige Vermieterin die Wohnung so schnell wie möglich wieder bezugsfertig machen will, glaubt Karow nicht an einen natürlichen Tod.

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Das Mordopfer lag acht Wochen lang unentdeckt in seiner Wohnung - und sieht dementsprechend aus.

(Foto: rbb/Marcus Glahn)

Der Kommissar behält Recht: Sein Nachbar wurde mit einem Genickschuss ermordet - der unentdeckt blieb, weil bei der Leichenschau geschlampt wurde. Zusammen mit Kollegin Rubin (Meret Becker) macht sich Karow daran, das Netz zu entwirren und den oder die Mörder zu finden. Schnell finden die beiden Polizisten heraus, dass das Opfer gleichzeitig auch Täter war, zu DDR-Zeiten drei Menschen ermordet hatte - und trotz verhängter Todesstrafe nach der Wende mit neuem Namen freikam. Der Richter, der damals das Urteil verhängt hatte: Gerd Böhnke.

Die eigentliche Botschaft

"Sterben tut man immer alleine, da kann man niemanden mitnehmen", sagt Rubin zu Karow. Und genau das ist auch die Botschaft dieses Films. Außerdem: Lange kann es nicht mehr dauern, bis Mieter und Vermieter in Berlin über Leichen gehen.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Über den vielleicht ältesten Bösewicht der "Tatort"-Geschichte: Der 88 Jahre alte Otto Mellies war schon zu DDR-Zeiten ein bekannter Defa-Schauspieler.

Der Plausibilitätsfaktor

Hoch. Fast auf den Tag genau 30 Jahre nach dem Mauerfall beschäftigt sich "Das Leben nach dem Tod" mit einem wenig bekannten Aspekt der DDR-Justizgeschichte: der Todesstrafe. 164 Menschen wurden bis 1987 hingerichtet, erst dann wurde die Todesstrafe im zweiten deutschen Staat abgeschafft.

Die Bewertung

8 von 10 Punkten. "Das Leben nach dem Tod" ist ein spannender Krimi, dessen verschiedene Erzählebenen clever miteinander verschränkt sind - und der eine angemessen niedergeschlagene Herbststimmung verbreitet.

Quelle: n-tv.de