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Ballauf und Schenk sind "kaputt" Der Kölner "Tatort" im Schnellcheck

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Klaus J. Behrendt ist der Kölner "Tatort"-Kommissar Max Ballauf.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Am Rhein schleppt man sich in die Sommerpause. Ballauf und Schenk müssen den Mord an enem jungen Polizisten aufklären. Am Ende gibt einer der beiden selbst einen tödlichen Schuss ab.

Das Szenario

Bei einem Einsatz wegen Ruhestörung kommt es für zwei junge Polizisten ganz dicke. Nachbarn hatten sich über eine lautstarke Party in einem Einfamilienhaus beschwert, vor Ort entwickelt sich eine dramatische Auseinandersetzung, in deren Verlauf Frank Schneider zu Tode geprügelt wird und seine Kollegin Melanie Sommer (Anna Brüggemann) schwerverletzt überlebt. Die Kölner Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) stehen vor einem Rätsel, dessen Lösung sie nur langsam und beschwerlich näherkommen.

Der Besitzer des leerstehenden Hauses, der Gastronom Thomas Theissen (Ronny Miersch), steht in unmittelbarer Verbindung zu den Feiernden, einer davon ist sein Bruder, der drogensüchtige Ben (Hauke Diekamp) - und der hat kurze Zeit später selbst eine Kugel im Kopf. Als Ballauf und Schenk herausbekommen, dass der getötete Polizist Schneider einst einen Unfall verursacht hatte, bei dem Vater Theissen ums Leben gekommen war, Mutter Theissen ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt, gerät Theissen junior kurz in den Fokus der Ermittlungen, der Fall ist jedoch um einiges komplizierter - und eine der Schuldigen in den eigenen Reihen der Polizei zu finden.

Die eigentliche Botschaft

Sieht man es zynisch, dann ist die Message: Frauen und Schwule - geht bloß nicht zur Polizei. Aber ob Rainer Butt und Christine Hartmann das mit ihrer Buchvorlage zu diesem Fall gemeint haben? Wobei - blickt man in die Amtsstube von Schenk, Ballauf und dem von überschwappender Zickigkeit geschüttelten Assistenten Jütte (Roland Riebeling), dann möchte man auch dort kaum seinen Lebensunterhalt verdienen.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Über das Wetter, den nächsten Sommerurlaub und was Pfingsten so los war, über diesen "Tatort" aber wohl eher nicht.

Der Plausibilitätsfaktor

Alles plausibel, alles dem "Reality Check" problemlos die Stirn bietend: Die Probleme, die Frauen und Non-Heteros in einem konservativ-disziplinierten Apparat wie dem Polizeiwesen haben dürften, drogistisch interessierte Sorgenkinder, überengagierte Heißsporne in Uniform und brutale Partykids beim blutigen Überschreiten von Zivilisationsgrenzen - alles schmerzhaft real, nur wird aus der Kombination dieser gesellschaftlichen Sollbruchstellen nicht zwangsläufig auch ein guter Krimi. Dass Ballauf am Ende auch noch die junge Kollegin - in Notwehr, versteht sich - erschießt, fällt bei all dem Durcheinander kaum noch auf.

Die Bewertung

3 von 10 Punkten. Platte Dialoge, Reißbrett-Dramaturgie, Interaktion wie von der Probebühne einer Daily Soap.

Quelle: n-tv.de

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