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Doppelt hält schlechter Der Münster-"Tatort" im Schnellcheck

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Thiels Doppelgänger (Axel Prahl) hat sich in der Epoche geirrt.

(Foto: WDR/Thomas Kost)

Boerne und Thiel haben ihre besten Tage schon länger hinter sich, das Klamaukprinzip zieht einfach nicht mehr. Ob "Spieglein, Spieglein" an die guten alten Zeiten anknüpfen kann, verrät unser Schnellcheck.

Das Szenario

Mitten auf der Münsteraner Domplatte wird eine Frau ermordet. Als Kommissar Thiel (Axel Prahl) am Tatort ankommt, trifft ihn der Schock: Die Tote sieht Staatsanwältin Klemm (Mechthild Großmann) zum Verwechseln ähnlich. Das Ganze ist kein verdrehter Zufall, kurze Zeit später werden zwei weitere Menschen ermordet - eine erschossene Eisverkäuferin erinnert an Rechtsmedizinerin Haller (Christine Urspruch), ein Taxifahrer gleicht Thiels Vater (Claus D. Clausnitzer). Kommissar Thiel und Professor Boerne (Jan Josef Liefers) vermuten den Racheakt eines von ihnen inhaftierten Verbrechers hinter den Morden.

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Thiels Vater (Claus D. Clausnitzer, r.) hat ebenfalls einen Doppelgänger (Wolfgang Packhäuser).

(Foto: WDR/Thomas Kost)

Die Jagd nach dem Täter gleicht einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen, schließlich haben die Beiden in den vergangenen 17 Jahren mehr als nur einen Mörder hinter Gitter gebracht. Obendrein läuft die Zeit unerbittlich gegen Boerne und Thiel: Sie müssen ihre Doppelgänger finden bevor der Mörder erneut zuschlägt.

Die eigentliche Botschaft

Wie immer darf man vom Münster-"Tatort" keine tiefergehende Message erwarten: Alles dreht sich nur darum, wie sich Boerne und Thiel umeinander drehen - diesmal eben unter dem Deckmantel des Doppelgänger-Themas.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Boerne, seines Zeichens ausgewiesener Narzisst, hat einen seltenen Moment der Selbsterkenntnis: "Nur weil ich ein Narzisst bin, heißt das nicht, dass sich nicht tatsächlich alles um mich dreht", weiß der Rechtsmediziner. Und der Mann hat ja Recht: Im Münsteraner "Tatort" dreht sich nun mal (fast) alles um ihn.

Der Plausibilitätsfaktor

Geh, bitte …

Die Bewertung

3,5 von 10 Punkten. "Spieglein, Spieglein" ist ein klamaukiges Trauerspiel von wahrhaft deprimierendem Ausmaß.

Quelle: n-tv.de

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