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Mein Papa, das mordende Monster Der Rostocker "Polizeiruf" im Schnellcheck

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Kommissar Pöschel (Andreas Guenther) hat seine ganz eigenen Theorien zu den Mordfällen.

(Foto: NDR/Christine Schroeder)

Ein Sexualmörder versetzt Rostock in Angst und Schrecken: Während die Kommissare Bukow und König bei ihren Ermittlungen nicht weiterkommen, steckt die minderjährige Tochter eines unscheinbaren Umzugsunternehmers in der Mutter aller Gewissenskonflikte.

Das Szenario

Ein Frauenmörder geht in Rostock um - und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit fast 20 Jahren. Die Bevölkerung hat den Fall längst vergessen, weil seit den ersten vier Morden 15 Jahre vergangen sind, doch jetzt schlägt das "Monster von Rostock" plötzlich wieder zu und bringt erst eine Ausreißerin und dann eine dänische Touristin um. Seinen jungen Opfern schneidet der Mörder mal eine Gebärmutter und mal einen Arm aus den toten Körpern, wohl, um sie als "Andenken" zu behalten und damit seine kranken sexuellen Fantasien zu befriedigen. Die Kommissare König (Anneke Kim Sarnau) und Bukow (Charly Hübner) lassen alles stehen und liegen, um den Frauenmörder zu stoppen, bevor der sich sein nächstes Opfer schnappen kann.

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König (Anneke Kim Sarnau) und Bukow (Charly Hübner) verzweifeln fast bei der Suche nach dem Mörder.

(Foto: NDR/Christine Schroeder)

Bald schon stehen die Ermittler allerdings vor einem Riesenproblem: Ihr Hauptverdächtiger, der Umzugsunternehmer Kern (Simon Schwarz), hat ein Alibi für die Morde, ausgestellt von seiner Tochter Marla (Emilia Nöth), die ungefähr im selben Alter wie die Ermordeten ist. Dafür legt der exaltierte Menschenfänger und Dauerstudent Hansen (Alexander Beyer) ein Geständnis ab, nachdem er von seiner Frau (Angelika Winkler) angeschwärzt worden ist, die in ihm den Mörder sieht. Das einzige Problem: Hansens Geschichte passt von vorne bis hinten nicht. Währenddessen geht Marla bei dem Versuch, die Schuld ihres Vaters einzuschätzen, durch die Hölle: So vieles spricht gegen ihn, aber Kerns Erklärungen ergeben auch alle Sinn. Und außerdem bringt Papa doch keine Mädchen um. Oder etwa doch?

Die eigentliche Botschaft

Ein Frauenmörder wirkt nach außen hin selten wie das Monster, das wir uns im Allgemeinen darunter vorstellen. Stattdessen könnte es jeder sein. Die richtige Anschlussfrage lautet also: Wo endet gesunde Skepsis und wo beginnt Paranoia?

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Der Moment, als Marla sieht und versteht, dass alles, was sie befürchtet hatte, grausame Realität ist - und dann ihren Vater damit konfrontiert. Und der sagt nur: "Wenn ich ein Mörder bin, bist du auch eine Mörderin." Was so ein Satz mit einem pubertierenden Mädchen machen kann, zeigt sich auf brutalste Art und Weise nur ein paar Minuten später.

Der Plausibilitätsfaktor

Hoch. "Dunkler Zwilling" geht einem auch deswegen so brutal nahe, weil das Gezeigte so oder so ähnlich in jeder Familie passieren könnte.

Die Bewertung

8,5 von 10 Punkten. Der neue "Polizeiruf" bleibt sich in jeder Hinsicht selbst treu: Darauf, dass die Rostocker abliefern, kann man sich als Zuschauer wie fast immer verlassen.

Quelle: n-tv.de

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