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"Promi Big Brother" - Tag 7 "Hä, Erbsen sind doch Bohnen?"

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Kann fast bei Penny einziehen: Emmy.

(Foto: Sat.1)

Neues aus dem - wie Moderatorin "Marlenchen" ihn nennt - "geilsten Märchenwald der Welt" oder aber: Wie man versucht, den ZuschauerInnen eine komatöse Story als Thriller zu verhökern. Die ganze Ödnis des siebten Tages.

Zum Start von Tag 7 werden den Wissbegierigen unter den Zuschauern die Gründe für Senays Auszug detaillierter erläutert. Im Suff hatte der Bärtige mitsamt Messer in der Hand posaunt: "Ich werde hier Amok laufen und steche irgendeinen von euch ab! Gab es bei Promi BB auch noch nicht oder - live im Haus Amok laufen". Weil derlei Geseier überhaupt nicht lustig und psychopathologisch auch extrem auffällig ist, sprechen die Bewohner den Messer-Witzemacher darauf an. Der findet das unmöglich und reagiert so: "Jetzt werden hier Leute weggef****, weil es langsam in Richtung Ende geht". Wir erinnern uns: Das war an Tag 5. Dass diese maue TV-Seifenoper tatsächlich noch zwei weitere Wochen währen soll, ist schier unglaublich.

Hier Tag 7 im Überblick:

Erster hochnotpeinlicher Moment von vielen: Der Pumper jammert im Schloss, er vermisse das Lächeln seines Schweizer Botox-Liebchens. Von Sehnsucht zerfressen, krakeelen die beiden in einer Tour über die Mauer. Was sie einander verliebtes zubrüllen, klingt so:

"Mischaaaa!"

"Jahaaaa!"

"Was isst du?"

"Ein Croissant!"

"Waaaas?"

"Ein Croissant!"

"Mit Kakao?"

"Jahaaaaa!"

Zweiter hochnotpeinlicher Moment von vielen: Die blonde Möchtegern-Polizistin flennt, weil sie zurück in den Märchenwald muss. Ihre Drama-Show ist so glaubhaft, dass man ihr für ihr schauspielerisches Talent umgehend die Goldene Himbeere verleihen möchte.

Dritter hochnotpeinlicher Moment von vielen: Mischa eilt aus dem Schloss zurück zu seiner Angebeteten. Doch die zeigt ihm nur die kalte Schulter und hängt komatös am Lagerfeuer ab. Sat.1 muss sehr verzweifelt sein, denn es streckt diese absurde Nummer einer Pseudo-Liebe in gähnende Länge. Oh, Oh! Trommelwirbel ... Was ist da bloß los? Wieso ist Adela so kühl zu Mischa? Minuten später die Auflösung. Halten Sie sich fest: Sie ist müde. Und so geht das die ganze Zeit. Ein künstlich gepushter Rohrkrepierer jagt den nächsten.

Einzig interessant: Jennys Gesicht, wenn sie feststellt, dass ihr freiwilliger Auszug vermutlich gar nichts gebracht hat. Sie war gemeinsam mit Elene auf der Exit-Liste gelandet und wollte nicht, dass das labile Hasi ihretwegen rausfliegt. Woran sie bei ihrem Abgang wohl nicht dachte: Elene steht ja nach wie vor auf der Exit-Liste. Arme Jenny, am besten ganz schnell in die Oper, um dort "was zu essen"!

Mini-Beef des Tages: Simone wünscht sich Vollkornbrot. Die anderen kaufen aber immer Toastbrot, weil das mehr Scheiben hat. Jemand erwähnt Frischkäse. Ein anderer sagt, Frischkäse sei alle und wieder irgendjemand wirft nun in diese melodramatische Szene ein, man werde "heute Abend" aber wieder Frischkäse kaufen. Derweil die "Probleme" der "Schlossis": "Was essen wir als Nächstes?" (Katy Bähm)

Was sonst noch geschah: Kurz vor seinem freiwilligen Auszug witterte das Berliner Räuchermännchen, Emmy Russ sei eine "famegeile Alte, die das Ding gewinnen will" (…) und dafür "über Leichen geht". Ikke indes findet: "Senay hat den Kampf gegen sich selbst verloren". Irgendwann kauft Emmy bei Penny ein und hält Erbsen für Bohnen, und am Ende dieses elendiglich zähen Tages darf die Schweizerin plötzlich ins Schloss und freut sich riesig. Kein Gram darüber, dass sie ihr tätowiertes Bärchen zurücklässt. Ein Umstand, der die vor dem Fernseher verbliebenen Zuschauer so schockiert, dass sie Botox-Adela direkt wieder in den dunklen Wald zurückschicken, wo leider, leider, leider kein böser Wolf auf sie wartet.

Zuletzt ein paar Fragen, deren Antworten niemanden interessieren: Hat Udo sich schon wund gelegen? Warum läuft Jasmin ständig in den gleichen, furchtbaren Klamotten durchs Unterholz? Und die Frage aller Fragen: Wie öde kann diese Staffel noch werden?

Lassen Sie uns ein bisschen träumen: Eines Nachts, wenn alle Schäflein schlafen und nur der Ruf der Eule durch den Wald hallt, kommt plötzlich eine Fee, so zart wie Andersens Däumelinchen. Eine Schwalbe hatte ihr gezwitschert, ein lieber "Waldi" habe einen so großen Wunsch, den sie unbedingt erfüllen müsse. Und weil die gute Fee leicht einen im Tee und folglich Schlagseite hat, flattert sie zu einem armen geplagten Sat.1-Mitarbeiter hinter die Kulissen, der ihr heimlich steckt, sein sehnlichster Wunsch wäre, dass es plötzlich der 28. August sei, Werner Hansch gewinne und er endlich den Container für immer nach Übersee verschiffen kann. Wir müssen nur ganz fest daran glauben, dass Märchen auch wahr werden können.

Quelle: ntv.de

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