TV

"Promi Big Brother" - Tag 12 Ikke und Werner erobern die Herzen

Ikke und Werner.jpg

Ikke und Werner.

Simpelchen, die nichts anderes draufhaben, als die Sex-Schiene zu fahren und Tölpel mit großem Ego: Tag 12 schlägt erneut in dieselbe lahme Kerbe. Diese ewig gleichen Provokationen ermüden auch Elene. Sie zieht die Reißleine.

"Marlenchen" sagt, bei "Promi Big Brother" passiere den ganzen Tag über so viel, dass sie das "gar nicht alles in eine Sendung packen" können und deshalb die ganzen Knaller-Szenen ins Internet verfrachten. Indes ist der Zuschauer vor lauter Rammdösigkeit eingepennt. Das Wenige, was ihm dann aber doch geboten wird, ist Emmy und wie sie mehrfach den Wunsch äußert, man möge ihr doch bitte die Brüste massieren, weil diese wegen ihrer bevorstehenden Menstruation ein wenig schmerzen würden. Sie bittet Elene, die in diesem Moment noch im Haus weilende Herren-Tochter und Katy Bähm, die intrigante Krawall-Schachtel.

Während Elene sich sichtlich unangenehm abwendet, im TV die falschen Möpse einer vermeintlich Sexsüchtigen zu massieren, hat Alessia kein Problem damit, denn: "Gemachte Brüste" seien "was ganz Normales". Jedes noch so simple Spielchen, das den "Waldis" ein Stück weit Abwechslung bescheren soll, wird von Russ in die sexuelle Schiene gedrückt. Wo es doch angeblich eine so unheimlich große Auswahl an - um es mit "Marlenchens" Lieblingswort zu sagen - "spannendem" Material gibt: Warum werden dem Zuschauer dann aber ständig die Brüste dieses blonden Hohlhörnchens ins Gesicht gedrückt?

Worin liegt die Motivation hier mitzumachen?

Derweil macht sich Udo, der alte Schenkelklopfer mit dem LOL-Faktor in der Größe eines Elementarteilchen, Gedanken um sein Image. Ihm fehle im Haus schließlich die Kontrolle darüber, wie er draußen so ankommt. Zuhause auf seinem YouTube-Kanal sei er der Chef, da lösche er ungeliebtes Material einfach. "Es gibt auch eine andere Seite von mir, die nicht so witzig ist, aber die kann ich nicht zeigen. Ich werde ja die ganze Zeit beobachtet und muss aufpassen." Ja, man kann sie sehen, seine Videos, in denen er den Poser mimt und sich über alle möglichen Leute herablassend auslässt, weil das ja, haha, witzig und nicht zu vergessen, Satire ist.

Fast philosophisch angehaucht fragt Ramin die Mitbewohner, worin überhaupt die Motivation liege, bei diesem Format mitzumachen. Die Antworten: "bewundert werden" und der Wunsch, dass die Leute zu einem "aufschauen". Man könnte jetzt abfällig argumentieren und sagen: Die merken doch nix mehr. Aber dieser Wunsch birgt eine große Tragik. Das ist es also, was das Leben für diese "Promis" lebenswert macht? Allein der Satz von Adela: "Man kennt mich einfach" zeigt die gnadenlose Selbstüberschätzung dieser Menschen. So nennt sich die Herren-Tochter, die sich in nur drei Tagen bis auf die Knochen blamiert hat, jetzt tatsächlich: "Künstlerin".

So unterhaltsam wie Udos Gags

Man weiß nicht, ob man über diese Leute lachen oder heulen soll. Tatsächlich schießen Formate, in denen irgendwelche Nulpen, die in ihrem Leben nichts geleistet haben, außer ihren Instagram-Account zu pflegen, monatlich neu auf den TV-Markt. Das mag okay sein. Aber, dass diese Leute sich allen Ernstes als "Stars" wähnen, weil sie sich auf irgendeiner Insel von einem Einfaltspinsel besteigen lassen haben, ist auf Dauer ungefähr so unterhaltsam wie Udos Gags.

Was aber ist nun mit der Liebesgeschichte zwischen Betonmischa und Adela? Nix! Die Schweizer Moderatorin ignoriert geflissentlich, dass sich der Mischa gefühlt alle drei Minuten in den Schritt fasst. Er schnarcht, sie verlässt das Schlafzimmer. Er leidet wie ein Hund, sie geht auf Abstand.

Das versucht auch Elene. Bringt aber nix. Katy will, dass sie sich "entschuldigt". Ha, das wird ja immer besser! Wofür denn bitteschön? Dafür, dass die Mobberin das zerbrechliche Hasi an ihre Grenzen gebracht hat? Elene ist so verzweifelt, dass sie sich wirklich entschließt, zu gehen. Keine Psychospielchen mehr, denen sie länger ausgesetzt ist. Man kann nur hoffen, dass sie inzwischen alle wichtigen Szenen der letzten Tage gesehen und jemanden hat, der sie fest in den Arm nimmt.

Was sonst noch geschah:

Dieses neue Jüngelchen mischt die Waldis ein wenig auf, möchte aber niemanden "interupten". In den Genuss einer guten Kinderstube ist er definitiv auch gekommen. So verrät er den Zuschauern äußerst niveauvoll, dass er "ein Heimscheißer" ist. So viel rhetorische Raffinesse! Zwischen ihm und Elene-Manipulator Katy entspinnt sich ein toller Dialog, dem man gebannt lauscht.

"Ich wurde dieses Jahr noch nicht gef****!" "

"Waaaaaaaas? Wir haben August!"

Man sabbelt homophob daher. Der eine findet den Begriff Schwuchtel nicht so dufte, der andere besteht darauf, eine "Lieblingsschwuchtel" zu sein. Man könnte den beiden ewig weiter zuhören, aber leider werden sie von ihrem eigenen Narzissmus "interrupted".

Am Ende dieses Tages, an dem viel zu viele Charakter-Baracken viel zu viel Sendezeit erhalten haben, dürfen Werner und Ikke ins Märchenschloss. Der komplette Rest der Truppe muss im Märchenwald verweilen. Die beiden Männer freuen sich, nehmen sich aus dem Kühlschrank ein Bier und gegenseitig in den Arm. Kein Fake, keine Irrlichter, die sich für die größten Entertainer halten. Einfach zwei Menschen und die Freude auf ein gutes Gespräch. Aufatmen.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen