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"Kampf der Realitystars" Im Fadenkreuz der Wirklichkeit

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Im trügerischen Vorhof zur Eitelkeitenhölle sitzen alle C-Promis auf dem Präsentierteller.

Jürgen Milski fällt ins Beliebtheitsloch, Annemarie Eilfeld wird ihr Zicken-Image nicht los, und Sandy Fähse ist einfach nur "überflüssig": Die neue RTLzwei-Show "Kampf der Realitystars" schockt aktuelle und längst vergessene C-Promis mit der Realität.

Auf der Suche nach der ultimativenWahrheit zappen sich Anhänger des hiesigen C-Promi-Adels nun schon seit zwei Dekadendurch die TV-Landschaft. In Zeiten der medialen News-Überflutung will man als glühender Jünger der Trash-TV-Community schließlich alles über seine Heroen wissen.

Angriff in Richtung Info-Olymp

Auf so manchem Kanal ist man auch schon nah dran an den Antworten auf die wirklich wichtigen Fragen. Bis zum heutigen Tage feierte man im australischen Dschungel und im nordrhein-westfälischen Containerparadies die wohl größten Lauschangriff-Feste. Knapp zehntausend Kilometer entfernt vom RTLzwei-Hauptquartier in München startet man nun einen weiteren Angriff in Richtung Info-Olymp.

Begleitet von Host-Greenhörnchen Cathy Hummels stellt das neue C-Promi-Format "Kampf der Realitystars" gleich zu Beginn klar, dass man die angeschipperten Stars und Sternchen am malerischen Strand von Thailand bis an ihre Grenzen bringen will. Ex-"Berlin - Tag & Nacht"-Bieröffner Sandy Fähse ist der Erste, der sich im lockeren Strandoutfit und mit Kippe im Mundwinkel ein Bild machen darf. "Ist das sexy", freut sich der Laiendarsteller, während er das Innere einer offenen "Sala" im Jugendherbergestil begutachtet.

Auch Annemarie Eilfeld macht große Augen. Das einstige DSDS-"Enfant terrible" stand schon lange nicht mehr im Rampenlicht. Da kommen Freiluftdusche, "Starbox"-Zimmerchen und Kameras an jeder Ecke natürlich gerade recht.

Jürgen Milski ist heiß wie Frittenfett

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Gehört im Beliebtheitsranking leider nur zum Mittelmaß: Jürgen Milski.

Nach und nach werden immer mehr Damen und Herren des niederen Entertainments an den Strand gespült und mit ihrem vermeintlich attraktiven Hier-und-jetzt-Dasein konfrontiert. Sie hören auf die Namen Kate, Hubert, Momo und Oliver. Auch "Big Brother"-Urgestein Jürgen Milski ist mit von der Partie. Das Ballermann-Kampfschwein mit dem Dauergrinsen im Gesicht ist zwanzig Jahre nach seinem "Großer Bruder"-Triumph immer noch heiß wie Frittenfett wenn es um Spiel, Spaß und Moneten geht.

Die "große Kohle"erhofft sich auch Rosenkavalier Oliver Sanne. Der ehemalige Haremsvater und Frauenflüsterer macht keinen Hehl daraus, dass es ihm hauptsächlich ums Geld geht, und er daheim von seiner Freundin "ordentlich auf die Mütze bekommt", wenn er den Jackpotnicht einsackt. 50.000 Euro Siegprämie sind auch kein Pappenstiel. Da fährt man gerne mal seine Ellbogen aus.

Löchrige Traumblasen

Wer am großen Kohlekuchen schnuppern will, der muss im schönen Thailand aber nicht nur seine Strandkonkurrenten aus dem Weg räumen, sondern auch über eine realistische Selbstwahrnehmung verfügen. Und genau hier reißen die Format-Macher so manches Loch in die seit Jahren gehegten und gepflegten Traumblasen der Kandidaten.

Dank vorab eingeholter Umfrage-Erkenntnisse sitzt man im Background in punkto So-isses-Fakten am längsten Hebel. Den beiden Ego-Supermännern Jürgen und Oliver beispielsweise klappen die Kinnladen herunter, als sie erfahren, dass sie im Beliebtheitsranking der Zuschauer nur zum Mittelmaßgehören.

Ja, die "Wand der Wahrheit" lügt nicht. Das müssen auch die beiden Ranking-Schlusslichter Kate und Annemarie erstmal sacken lassen. Während das It-Girl mit dem Faible für durchsichtige Anmachfummel Platz sieben belegt, grüßt die sichtlich schockierte Annemarie vom Ende der Sympathiekette.

Gruppensprenger und Leisetreter

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Darf in solch einem neuen TV-Format natürlich nicht fehlen: Georgina Fleur.

Im trügerischen Vorhof zur Eitelkeitenhölle sitzen alle auf dem Präsentierteller - Gruppensprenger wie Zuweitrausschwimmer Sandy Fähse und Dschungelnatter Georgina Fleur genauso wie Leisetreter à la Mangiapane-Gatte Hubert Fella und Fürstin Andrea von Sayn-Wittgenstein.

Zwischen drolligen und feuchten Spiel- und Spaßolympiaden am Strand und wahlweise giftig oder einschläfernden Klatsch-und Tratschgesprächen im Trockenen schießt man natürlich auch den einen oder anderen Ich-bin-ich-und-du-bist-doof-Pfeil in die Runde. So weiß der Zuschauer schnell, dass Sandy keinen Bock auf Olli hat und Kate nicht mit der "spaßigen Art"von "Prince Charming"-Kandidat Sam klarkommt.

Der immer mal wieder kurz aufköchelnde Beef zwischen "Wer ist das nochmal?" und "Woher kennt man den eigentlich?" ist aber zweitrangig. Wichtig und von einschneidender Bedeutung für die selbstverliebten Möchtegern-Seite-eins-Stars ist die Lektion in puncto Wahrnehmung. Ohne Filter und ohne zwischenzeiliges Süßholzgeraspel hält das Format dank der tatkräftigen Mithilfe der Umfrageallgemeinheit jedem einzelnen "Realitystar"den So-kommst-du-bei-uns-an-Spiegel vor Augen. Und urplötzlich werden aus begehrten Party-Platzhirschen und Discounter-Diven "peinliche", "überflüssige","zickige" und "dumme" Marionetten für die Massen. Applaus! Applaus! Applaus!

"Kampf der Realitystars - Schiffbruch am Traumstrand" läuft ab sofort jeden Mittwoch um 20.15 Uhr bei RTLzwei und ist zudem bei TVNOW abrufbar.

Quelle: ntv.de