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"Ich lass echt locker!" Jauch wird zum Wünschelrutengänger

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Jauch hat's nicht so mit Esoterik, staunt aber dennoch, als die Drähte ausschlagen.

Günther Jauch stellt erstaunt fest: Er ist sensibel. Jedenfalls, was das Aufspüren von Wasser angeht. Die Wünschelrute des Kandidaten schlägt beim Moderator sofort aus. Jauch schwört: "Ich lass echt locker, ich mach nichts!"

In Sachen Mobilität hatte bei "Wer wird Millionär?" eindeutig der ehemalige Kampfpilot die Nase vorn, gefolgt von der Lokführerin. Am Ende aber wird sich Günther Jauch am längsten an den Busfahrer erinnern. Heinz-Jürgen Rothenberg aus Werne an der Lippe beschloss am Donnerstagabend die RTL-Quizshow. Er hatte zwei dicke Drähte mitgebracht, mit deren Hilfe er angeblich fließendes Wasser auch Dutzende Meter tief im Untergrund aufspüren kann. Jauch startete umgehend den Selbstversuch. Nach wenigen Schritten schwenkten die Drähte im rechten Winkel nach rechts und links aus. "Sie sind auch wasserfühlig, Herr Jauch", freute sich der Kandidat und tippte auf eine Wasserleitung im Studioboden. Der Moderator war baff: "Ich glaub ja an so etwas gar nicht."

"The Walking Dead" meets Oktoberfest

Drei Stunden dauerte die ansonsten reguläre Ausgabe zur ungewohnten Sendezeit. Jeder zweite der zehn Auswahlkandidaten kam an die Reihe – auch, weil sich die Gewinne in Grenzen hielten. Die höchste Summe erspielte sich Jens Füchsel aus Rohrbach. Der Verkäufer von Merchandising-Artikeln war zu Beginn mit der Nachbildung der blutigen Stacheldraht-Keule aus "The Walking Dead" auf Jauch zugestürmt. Er kam dank seines bayerischen Zusatzjokers bei einer Frage zum Münchner Oktoberfest zu 32.000 Euro.

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Lena Kotucha arbeitet als Triebfahrzeugführerin und ist in ihrer Freizeit bei Autorennen unterwegs.

Die große Spannung blieb an diesem Abend aus. Dafür bot die Ausgabe in Überlänge einen interessanten Kandidatenmix. Den Anfang machte Lokführerin (korrekte Bezeichnung: Triebfahrzeugführerin) Lena Kotucha aus Bedburg-Hau in Nordhrein-Westfalen. In ihrer Freizeit ist sie als sexy Grid-Girl bei Rennsportveranstaltungen am Start oder pflegt die Brieffreundschaft mit einem verurteilten Mörder in den USA. Kotucha brauchte bei der 100-Euro-Frage den ersten Joker (Jauch: "Es liegt eine Null in der Luft"), freute sich am Ende aber über immerhin 16.000 Euro.

Der angehende Kommissar Johannes Hiebl aus Iphofen bei Würzburg spielte auf der Geige Coldplay und scheiterte an "Game of Thrones". Er war sich nicht sicher, ob die Fantasy-Serie tatsächlich in Dubrovnik gedreht wurde. Der 19-Jährige freute sich dennoch über die 8000 Euro. Das war auch die Gewinnsumme für Nachfolger Gerhard Knäbel aus Konstanz. Der 36-Jährige fliegt bei Condor. Davor aber acht Jahre lang Tornadopilot, inklusive Ausbildung bei der U.S. Air Force und Überlebenstraining bei minus 40 Grad in der norwegischen Wildnis.

Hauptschüler wurde Kampfpilot

Die Liebe zu "Top Gun" inspirierte den einstigen Hauptschüler dazu, das Abitur nachzumachen und sich bei der Luftwaffe zu bewerben. Mit der schriftlichen Zusage stand er dann bei seinem ehemaligen Lehrer vor der Haustür. Der hatte ihm einst seinen Traum ausreden wollen, freute sich aber mit dem Ex-Schüler. "Es ist alles möglich, man muss sich nur dahinterklemmen", meinte Knäbel und ließ Jauch seinen Flughelm anprobieren. Das Ergebnis ging eher in Richtung Boba Fett als Tom Cruise.

Busfahrer Rothenberg musste am Ende ebenfalls bei einer Popkultur-Frage die Segel streichen. Der Spider-Man-Film "Far From Home" sagte ihm einfach nichts. Konkrete Pläne für die gewonnenen 16.000 Euro hatte der Kandidat nicht. "Es war einfach nur schön, hier mit Ihnen zu sitzen", meinte er zu Jauch. Der Moderator hatte seinerseits zu danken für das unerwartete Wünschelruten-Talent. "Für mich gibt es eine Umschulungsmöglickeit", freute sich Jauch.

"Wer wird Millionär?" legt nach der langen "Bauer sucht Frau"-Pause im Dezember einen Endspurt hin. Am 16., 19. und 23. Dezember gibt es Zocker-Specials. Am Zweiten Weihnachtstag sowie am 30. Dezember stehen Familien-Spezialausgaben auf dem Programm.

Quelle: ntv.de