TV

"Ab geht die Luzi" Kandidatin twerkt bei Jauch

1758330.jpg

Kathrin Kirste zeigte, wie man twerkt.

(Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Verzweifelte Frauen, Partner am Rande des Nervenzusammenbruchs: bei "Wer wird Millionär?" kochen die Emotionen hoch. Die eine Kandidatin braucht bei 200 Euro einen Joker, die andere reagiert sich beim Twerken ab. Jauch: "Der Zitteraal war super."

Frage drei war der Albtraum für Christine Schorer. Jedem Kandidaten bei "Wer wird Millionär?" graut es davor, sich in der Anfangsrunde bis 500 Euro zu blamieren. Dass 2003 Sascha Pendo sogar schon in der ersten Runde einen Joker brauchte, ist da kein Trost (die Frage lautete damals: "Warum ist die ...?" A: Blondine dumm, B: Forelle stumm, C: Banane krumm, D: Show schon rum). Schorer erwischte es am Montagabend in der Doppelfolge bei der Frage für 200 Euro. Sie sollte wissen: "Wo richtig viel los ist, da geht redensartlich die Post ab - oder auch die ...?" "Ist es die Leni?", fragte die ahnungslose Kandidatin. Ihr Mann schlug im Publikum die Hände vors Gesicht. Ein Gemütszustand, den sein Nachfolger gut nachvollziehen konnte.

"Weiß ich nicht", musste sich die Kandidatin bei der 200-Euro-Frage schließlich eingestehen. "Kann passieren", beruhigte Jauch. Der Gastgeber ließ es sich aber nicht nehmen, den Mentalcoach aus Thannhausen in Bayern ein wenig vorzuführen. Er ließ die Ex-Kandidaten im Publikum demonstrieren, dass wirklich alle die korrekte Antwort "Luzi" wussten. Von dieser 100-Prozent-Quote blieben dann aber beim Kandidatenjoker, den Schorer ziehen mussten, nur noch 95 Prozent übrig. "Wer hat auf die Leni gedrückt. Wer? Wer war's?", verfiel Jauch umgehend in Inquisitor-Modus. "Sie haben mich so verrückt gemacht", rechtfertigte sich der Falschdrücker im Publikum und versuchte es mit Humor: "Ich wollte nur mal ins Fernsehen kommen."

"Danke für dein Vertrauen"

Am Ende glänzte Schorer vielleicht nicht mit Wissen, aber mit deutlich stärkeren Nerven als ihr Ehemann. "Ich halte es nicht mehr aus, nervlich. Ich bin schon am Ende", klagte der bereits nach der 500-Euro-Frage. Denn er hatte sich viel von dem Gewinn der Gattin versprochen. "Wir haben ja große Ziele gehabt, ich wollte Arbeitszeit reduzieren", sagte Schorers Mann später in der Sendung. "Das sieht derzeit nicht danach aus." "Danke für dein Vertrauen", kommentierte die Kandidatin trocken. Sie stieg schließlich mit 16.000 Euro aus.

Kathrin Kirstes Furcht vor den ersten fünf Fragen hatte sich nach der Erfahrung ihrer Vorgängerin noch mal verstärkt. Leider bewahrheitete sich ihr ungutes Gefühl. Die Berlinerin, die bei einem Dachverband für Nichtregierungsorganisationen arbeitet, brauchte bei der 500-Euro-Frage den ersten Joker. "Jetzt bin ich auch in der Luzi-Situation", grämte sich Kirste. Gesucht wurde ein körperliches Merkmal. Richtige Antwort: fliehende Stirn. Kirste kannte aber nur das fliehende Kinn und sicherte die Antwort lieber mit dem 50/50-Joker ab.

Die Kandidatin ließ ihr Selbstbewusstsein davon nicht untergraben. Sie sei halt für diese einfachen Fragen zu intelligent, attestierte sich Kirste. Offenbar fühlte sie sich auch in der folgenden Runde intellektuell unterfordert. Ob eine vertane Chance im Fußball als Hochkaräter oder doch als Edelstein oder Klunker bezeichnet wird, konnte die Berlinerin nicht mit Sicherheit sagen. Also musste für 1000 Euro ihr Telefonjoker retten.

Jauch twerkt nicht

"Die Frage ist wirklich blöd formuliert", moserte Kirste dann zwei Runden später. Sie kam trotzdem am Ende selbst darauf, dass der Onkel nicht nur der Bruder der Mutter, sondern auch deren Schwager sein kann. Danach kam die kaufmännische Leiterin in die Gänge und überstand die 16.000-Euro-Runde ohne weitere Joker. Das feierte sie mit einer Twerk-Einlage. "Das ist doch das mit dem Hintern", hatte Jauch korrekt erkannt. Der Moderator macht zwar in der RTL-Quizshow so einiges mit. Beim Powackeln verläuft für ihn jedoch die Schamgrenze: "Ich blamiere mich gern an anderer Stelle."

Also musste Kirste solo antreten. Sie frönt dem Twerken allerdings ausschließlich als Fitnessübung, Tanzen ist nicht ihr Ding. "Ich habe kein Rhythmusgefühl. Das braucht man beim Arschwackeln zum Glück nicht", erklärte die Berlinerin und demonstrierte ihren Lieblingssport vornübergebeugt oder aufrecht stehend. "Machen Sie noch mal den Zitteraal. Der Zitteraal war super", freute sich Twerk-Verweigerer Jauch. Da war die Sendung auch schon vorbei.

Gewinnerin des Abends war Überhangkandidatin Romana Pochert. Die Fleischereifachverkäuferin freute sich mit ihrem Ehemann über 64.000 Euro. Vielleicht gibt es ja auch für Kirstes Freund im Publikum noch Grund zum Jubeln. Die Kandidatin kommt nächsten Montag wieder und hat dann trotz des schwachen Starts weiterhin die beiden Publikumsjoker in der Hinterhand. Die sind ja, wie ein WWM-Statistikfan in den Zockerwochen erklärt hatte, im Gegensatz zum überschätzten Telefonjoker gerade gegen Ende besonders wertvoll. Womöglich muss Kirstes Freund also nicht mehr zur Ehrenrettung antreten. Er würde nämlich auch mal gern bei "Wer wird Millionär?" mitmachen. "Vielleicht kann er ja die Schmach wieder gutmachen", hatte die Berlinerin ihr Licht noch unter den Scheffel gestellt. Neue Special-Idee für RTL: das große Partner-Duell-Spezial.

Quelle: ntv.de