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Kleines Publikum, Riesenstimmung "Let’s Dance": Geistershow top gemeistert!

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Moritz Hans und Renata heizen mit einem Charleston ein.

(Foto: TV Now)

"Let’s Dance" feiert die 70er: Ilka legt mit Llambi eine flotte Sohle aufs Parkett, Ulrike zeigt Eleganz und Tijan seine Brust. Das alles ohne Publikum - fast. Die entschleunigte Ausgabe tut der Stimmung der Tanzshow keinen Abbruch - im Gegenteil.

Zugegeben, es fühlt sich zu Beginn der Show schon ein wenig surreal an - dieses leere Studio 32 in Köln-Ossendorf. RTL verzichtet wegen der Corona-Krise auf Publikum. Nur Freunde und Familienmitglieder dürfen der Live-Show beiwohnen, und das sind: gar nicht mal sooo wenige! Den nötigen Sicherheitsabstand halten sie zwar auch nicht ein, aber man kann ja die Familien schlecht auf den ganzen Saal verteilen. Es ist eine Ausnahmesituation und die meistert unser RTL mit Kurzweil und guter Laune.

Neu auch die Begrüßung. Schluss mit Umarmungen und Händeschütteln. Alles geht ein wenig entschleunigt zu, aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. "Let’s Dance" feiert die 70er-Jahre, diese wilde Hippie-Zeit, in der sexuelle Befreiung noch wörtlich genommen wurde, und Männer Frisuren trugen, die aussahen, als hätten sie sich den Teppichvorleger aus dem Schlafzimmer auf die Rübe gelegt.

Jede Menge Spaß hat auch Neu-Single Luca Hänni, der mit seiner Christina und einer Samba pures Disco-Feeling entfacht. Ein bisschen John Travolta steckt doch aber gewiss in jedem von uns, bei dem einen zwar erst nach zwei, drei Schnäpschen, aber dafür, dass Freitag, der 13. ist, und nicht "Saturday Night", haben die beiden jede Menge "Fever" im Blut. Die Jury ist begeistert von so viel Energie, den erotischen Blicken und bestimmt auch ein bisschen von Lucas heißem Disco-Outfit - einem sexy roten Hosenanzug, dessen Anblick Llambi an seine wilden Zeiten erinnert. Damals, als er noch als Tony Manero-Imitation ganz Duisburg unsicher machte.

Schon "beim Kopfnicken aus der Musik"

Die Siebzigerjahre also: Manche der Tänzer waren noch nicht geboren, andere sind zu dieser Zeit, wie der Chef-Juror humorig sinniert, "noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum gelaufen". Bei den Tanzbären Sükrü Pehlivan, Aílton und Martin Klempnow stimmt dieses Bild auch heute noch irgendwie. Sie stapfen steif herum und sind schon "beim Kopfnicken aus der Musik".

Wunderbar, wenn wir tolle Tänze mit schönen Armen und eleganten Beinlinien sehen, aber manchmal reichen, wie bei Ilka Bessin auch einfach nur ein paar gut vertanzte Basic-Schritte. Das einstige Mädchen "aus dem brandenburgischen Luckenwalde tanzt mit dem Westler" Erich Klann eine Rumba und hat anschließend so viel zu erzählen, dass Llambi fragt: "Wollen Sie die Moderation übernehmen?" Ja, bitte, denkt der Zuschauer, dieses Land braucht ganz dringend mehr Frauen von Ilkas Kaliber vor der Kamera. Dem Chef-Mäkler nimmt sie gleich mal den Wind aus den Segeln und legt mit ihm prompt eine flotte Sohle aufs Parkett.

Auch Ulrike von der Groeben überzeugt. Sie und ihr Valentin tanzen einen Tango, und obschon die Ulrike wahrlich sehr elegant und sexy rüberkommt, ist sie immer noch "zu nett". Das muss an den dreißig Jahren an der Seite von Peter Kloeppel liegen! Das kriegt man nicht mehr aus der Nachrichtenfrau raus. Mehr Strenge bitte, Ulrike! Vielleicht mal kurz bei Laura Müller abgucken! Des Wendlers Liebste vertanzt in dieser Woche an der Seite ihres brustfreien Christian einen Stierkampf. Die Jury ist begeistert, vor allem Jorge, der passend zum Show-Motto einen Afro trägt und dazu ein hübsches Kleidchen, an dem sich links und rechts riesengroße Wäscheklammersäcke befinden. Da sind zwar keine Klammern drin, aber seine "Bananen", die er immer ganz dringend braucht, wenn ihm heiß wird. Und heiß wird’s beim ebenfalls brustfreien Tijan Njie.

Ein Hauch von Gelassenheit und viel Klasse

Bei Polanc und seinem Kumpan Massimo gehören nackte Tatsachen inzwischen zum "Let’s Dance"-Ambiente. Der arme "Alles was zählt"-Beau wird aber schon ein wenig zu oft auf sein Äußeres reduziert. Deswegen hatte er vorab auch Sorge, sein Hemd zu öffnen. Man soll ja schließlich seine Tanzleistung bewerten und nicht seinen Körper. 'Würden wir ja gern, aber wie denn bei diesem Wahnsinns-Anblick?', sprechen die Gesichter der Juroren Bände. Ein bisschen Sabbern ist schon okay, wenn man den Tijan dafür für seine erotische Rumba und seine "schönen ausgedrehten Füßchen" lobt.

Das Schöne an der Show: Es fehlt das Hektische, das Dauergrinsen, das perfekt Durchgeplante. Man lässt sich mehr Zeit, Privates wird nicht im Stakkato runtergebetet, sondern auserzählt, ein Hauch von Gelassenheit umflort "Let's Dance" an diesem Freitag. Weniger Tamtam, mehr Authentizität. Da kann auch Laura endlich "frei atmen" und "ihren besten Tanz" mit einer Leichtigkeit abliefern, als scharwenzle sie mal eben ins Autohaus, um ihrem Micha einen neuen Pick-up-Truck zu kaufen.

Tipptopp-Ablieferer auch in dieser Woche: Moritz Hans und Renata mit einem Charleston und Lili Paul-Roncalli und Massimo Sinató mit einem Slowfox. Während Jorge bei Hans' Anblick glaubt, den wiedergeborenen John Travolta zu sehen, überzeugt Lili mit ihrer "Klasse". "Die kann dir keiner mehr nehmen!", lobt Motsi. Die Artistin ist sehr bescheiden und streng mit sich. Seit frühester Kindheit steht sie in der Manege, sie liebt es und ist es gewohnt, hart zu trainieren. Viele, viele Tage im Jahr ist sie mit dem Zirkus unterwegs. Einen so "schwierigen Tanz" mit einer solchen Grazie zu tanzen, das sei schon etwas ganz Besonderes, lobt die Jury die Tochter des Zirkusdirektors Roncalli, die sagt, sie könne sich "ein normales Leben nicht mehr vorstellen".

Ob man es sich nun vorstellen kann oder nicht: Kommende Woche geht "Let’s Dance" ohne Aílton weiter. Ein wenig schade auch für Isabel, wo sie doch gerade erst angefangen hat, sich warm zu tanzen.

Hinweis: Die RTL-Tanzshow "Let's Dance" läuft im Stream bei TVNOW.

Quelle: ntv.de

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