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"Tatort" aus Wien Trautes Heim, Tod allein

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Hat den vermeintlichen Mörder gefasst: Kommissarin Julia Soraperra (Gerti Drassl).

(Foto: ARD Degeto/ORF/Hubert Mican)

Unbekannte dringen in das Haus eines hohen österreichischen Politikers ein und ermorden dessen Frau und Tochter mit einem Küchenmesser. Die Kommissare Eisner und Fellner nehmen die Ermittlungen auf und merken schnell: Ein einfacher Raubüberfall war das nicht.

"Trautes Heim, Glück allein", ist an prominenter Stelle an der Haustür der Ladurners zu lesen. Aber man soll ja bekanntlich nicht alles glauben, was geschrieben steht, und so ist es auch in diesem Fall: Die Frau des Hauses und ihre zehnjährige Tochter wurden mit einem Küchenmesser abgestochen, die Polizei vermutet zunächst einen besonders brutalen Raubüberfall. Dabei hat das Glück das Heim der Ladurners schon viel früher verlassen.

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Ist Raoul Ladurner (Cornelius Obonya, l.) Opfer oder Täter?

(Foto: ARD Degeto/ORF/Hubert Mican)

Davon ahnen die Kommissare Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) zu Beginn des Wiener "Tatorts" zwar noch nichts, misstrauisch sind die beiden Wiener Ermittler aber dennoch von Anfang an: Der österreichische Innenminister persönlich hat angeordnet, Eisner und Fellner vom Fall fernzuhalten und stattdessen die duckmäuserische Kommissarin Julia Soraperra (Gerti Drassl), von allen nur Jule genannt, mit den Ermittlungen zu beauftragen. Das stachelt die Beißreflexe der beiden Terrierkommissare aber natürlich nur umso mehr an.

Je tiefer Eisner und Fellner in die Mordermittlungen eintauchen, desto verworrener wird die ganze Geschichte: Der überlebende Raoul Ladurner (Cornelius Obonya) ist nicht nur ein hoher Politiker und ein ausgemachter Unsympath - er scheint auch die ermittelnde Jule bereits besser zu kennen, die sich ihm gegenüber fast schon willfährig verhält. Außerdem mischt noch eine windige ukrainische Geschäftsfrau mit, deren Motive lange im Unklaren bleiben.

Klug gelegte Fährten

"Glück allein" ist ein Whodunit-Krimi, wie man ihn sich besser kaum wünschen könnte: Die Handlung ist komplex, aber nicht überkomplex, die Spannung stets spürbar und der Fall offen bis kurz vor dem großen Finale. Die Zuschauer werden mit klug gelegten Fährten und (vermeintlichen) Hinweisen stärker als sonst dazu animiert, eigene Theorien zu entwickeln - und werden damit trotzdem in der Masse falsch liegen.

Alles in allem dürfte an diesem Fall also kaum jemand etwas auszusetzen haben. So tiefgründig, innovativ oder emotional fordernd wie andere Filme aus Deutschlands beliebtester Krimireihe ist der neueste Fall aus Wien zwar nicht, aber am Ende des Tages ist der "Tatort" ja auch kein Arthouse-Format. Wer klassische Krimis liebt, sollte diese Episode also nicht verpassen.

Quelle: n-tv.de

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