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"Tatort - Parasomnia" Wer ist eigentlich Hannah Schiller?

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Talia (Hannah Schiller) sieht in "Parasomnia" tote Menschen.

(Foto: MDR/MadeFor/Daniela Incoronato)

Die 20-jährige Hannah Schiller ist der Star des Dresdner "Tatort" um ein geheimnisvolles Haus, eine ungeklärte Mordserie und gruselige Visionen. Ihr Debüt gab die Schauspielerin bereits als Neunjährige, ihre Stationen: Zauberflöte. Lindenstraße. Bahnhof Zoo.

"Es war sehr schnell klar, dass Hannah die Figur Talia richtig verstanden hatte und ihre Interpretation hat uns überzeugt", so "Parasomnia"-Regisseur Sebastian Marka. In der Tat eine gute Entscheidung, schultert die gerade mal 20-jährige aus Bonn die vielschichtige Rolle der verstörten Talia, der nachts die Geister des Hauses begegnen und die meint, den Tod ihrer Mutter verschuldet zu haben, überaus selbstbewusst und überzeugend.

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Talias Bilder malte Schiller selbst.

(Foto: MDR/MadeFor/Daniela Incoronato)

Ihre Film-Persona ist mit 16 Jahren zwar um einiges jünger, auch ihr Alltag im wirklichen Leben ist ein völlig anderer, dennoch fühlte Schiller sich Talia verbunden: "Ich finde es am spannendsten, Rollen zu spielen, deren Persönlichkeit sich sehr von meiner unterscheidet", erzählt die Schauspielerin im Interview über ihren Part. "Was Talia allerdings mit mir gemeinsam hat, ist die Kunst, durch die wir uns ausdrücken. Genau wie ich malt und zeichnet sie sehr viel. Für den Tatort habe ich deshalb all ihre Zeichnungen und Bilder selbst gemalt, was mir nicht nur großen Spaß gemacht hat, sondern auch eine tolle Möglichkeit war, mich in die Rolle tiefer einzufinden und den Film mitzugestalten."

Vom "Phoenixsee" ins Kino

Es ist kaum zu übersehen, dass Hannah Schiller dabei bereits auf einiges an Theater- und Filmerfahrungen zurückgreifen kann. Schon als Neunjährige stand sie auf der Bühne, sang im Kinder- und Jugendchor vom Theater Bonn. Später übernahm sie in Mozarts "Zauberflöte" den Part eines Chorknaben, fuhr im Vorjahr in der Kinderoper "Brundibár" von Hans Krása in der Rolle der Katze ihre Krallen aus.

Im TV wurde sie, nach kleineren Auftritten unter anderem in der "Lindenstraße", einem größeren Publikum mit einer Rolle in der WDR-Serie "Phoenixsee" bekannt. Und auch im Kino nahm ihre Karriere von 2017 an Fahrt auf. So war sie unter anderem in Sven Taddickens "Das schönste Paar" zu sehen. Die Rolle im Dresdner "Tatort" stellte sie dennoch vor einige, ungleich größere Aufgaben. "Die intensiven Emotionen waren, neben der Freude, die ich daran hatte, sie zu spielen, natürlich auch eine Herausforderung für mich. Fast jeden Tag habe ich Szenen gespielt, in denen ich weinen oder schreien musste. Oder ich bin nächtlich im Schlafanzug auf nackten Füßen durch den Garten gewandert", wie Hannah Schiller lachend erzählt.

Eins kann man kaum abstreiten: Gerade in den ersten Szenen von "Parasomnia" erinnert sie ein wenig an die Klima-Aktivistin Greta Thunberg. Der Zopf mit den Strähnen ums Gesicht, der aufmerksam-kritische Blick, ihr handgestrickter Wollschal. Es ist ihrem einnehmenden Spiel zu verdanken, dass derlei Ablenkungen schnell verwischen, gekonnt hält sie ihr Timing auf dem Grat zwischen Tragik und Freude, zwischen Halluzination und Realität.

So erweist sich der Dresdner "Tatort" als perfekter Zwischenstopp für ihre Karriere, die nächsten großen Projekte sind längst in trockenen Tüchern. Im April 2021 ist sie in Dominik Grafs bereits abgedrehter Kästner-Verfilmung "Fabian" zu sehen. Auch in Serie geht Hannah Schiller im nächsten Jahr, der Stoff ist dabei ein überaus legendärer: Die Drogengeschichte der Christiane F. erfährt via Amazon Prime eine Neuauflage. Dann wird Hannah zu einem der "Kinder vom Bahnhof Zoo".

Quelle: ntv.de