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Der "Tatort" im Schnellcheck Talia sieht tote Menschen

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Spannungsfaktor und Rätselhaftigkeit sind in "Parasomnia" chronisch hoch.

(Foto: MDR/MadeFor/Daniela Incoronato)

Auf das Dresdner Team kommt in "Parasomnia" einiges an Überstunden zu: Da sind die Berge von Akten, die Karin Gorniak durchwälzen muss. Und dann ist da noch die 16-jährige Talia: Das Mädchen ist Zeugin eines Mordes geworden, hat düstere Visionen und macht Leo Winkler zu ihrer Ersatzmama.

Was passiert?

Zusammen mit ihrem Vater Ben (Wanja Mues) zieht die junge Talia Schröder (Hannah Schiller) in eine etwas heruntergekommene Villa am Stadtrand von Dresden. Talias Mutter (Christina Elisabeth Arends) ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen, ihr Vater, einst ein erfolgreicher Illustrator, versucht, mit seiner Tochter so etwas wie ein neues Leben anzufangen. Doch der Einzug ins Haus wird von einem grausamen Ereignis überschattet. Talia wird Zeuge eines Mordes, kann sich jedoch danach kaum erinnern, das Gesehene wird bei ihr durch eine Art von Trugbildern ersetzt.

Für die Oberkommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie "Leo" Winkler entwickelt sich dieser rätselhafte Mord zu einem Fall, bei dem die beiden an höchst unterschiedlichen Fronten kämpfen müssen. Gorniak muss sich zusammen mit dem chronisch unterzuckerten Kommissariatsleiter Schnabel (Martin Brambach) auf den Weg in die Vergangenheit machen und Dutzende von alten Ermittlungsakten lesen. Ungleich emotionaler wird die Angelegenheit für Leo Winkler, denn die verstörte Talia fühlt sich durch die Kommissarin so sehr an ihre geliebte Mutter erinnert, dass sich zwischen den beiden eine, wenn auch schwierige, so doch tiefgehende Beziehung entwickelt, die den Ermittlungen einen ganz eigenen Drall gibt.

Worum geht es wirklich?

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Ihre nächtlichen Visionen lassen Talia bald nicht mehr los.

(Foto: MDR/MadeFor/Daniela Incoronato)

Geht es nach dem Titel, dann dreht sich der zehnte Fall aus Dresden um das Krankheitsbild der Parasomnie. Dabei handelt es sich um Verhaltensstörungen, die vornehmlich im Schlaf (somnus, lat. der Schlaf) auftreten. Die Ausgestaltungen können dabei überaus vielfältig sein, vom Schlafwandeln über das Sprechen im Schlaf bis hin zu Muskelkrämpfen, Schlafapnoe und plötzlichem Kindstod. Bei Talia, der tapferen Heldin dieses Krimis, sind es nächtliche Visionen. Mal sieht sie fremde Personen in ihrem Zimmer, dann sind es düstere Gestalten, die im Garten des Hauses über den Rasen wandeln.

Wegzapp-Moment?

(Achtung, dezenter Spoiler-Alarm) Klassische Momente zum Wegzappen sucht man in "Parasomnia" vergeblich, Spannungsfaktor und Rätselhaftigkeit sind chronisch hoch. Der Teufel steckt eher im Detail. Dass bei Gorniak alle Alarmglocken schellen, als sie vom Archivar den Namen Marie Kunz hört, sie zuvor beim Durchwälzen eben jener Akte jedoch nicht über die Fotos vom Mordhaus stolpert, ist etwas skurril. Und die kleine Talia, die in den Flashbacks zu sehen ist, hat leider so überhaupt keine Ähnlichkeit mit der großen.

Wow-Faktor?

Durchweg hoch: Hannah Schiller ist toll, die Location großartig, die Kombi aus Psychodrama und Mystery sehr stimmungsvoll inszeniert.

Wie ist es?

9 von 10 Punkten - eine gruselige Herbstballade zwischen "Haus der Krokodile" und "The Sixth Sense".

Quelle: ntv.de