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"Wer wird Millionär?"Jauch warnt Lehrer vor Abiball-Zwangsspende

07.04.2026, 00:00 Uhr
imageVon Nina Jerzy
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Der Osterhase (l.) und Günther Jauch moderieren auch am Montag das Feiertagsspecial. (Foto: RTL / Ralf Juergens)

Bei "Wer wird Millionär?" jagt an Ostern ein Altersrekord den nächsten. Die älteste Kandidatin aller Zeiten räumt herrlich zockend ab. Eine Klugscheißerin bekommt auf dem Sofa den Schock ihres Lebens. Einen Lehrer warnt Jauch davor, sich von den Schülern ausnehmen zu lassen.

Der Biorhythmus deutscher Rentner war für die älteste Kandidatin aller Zeiten bei "Wer wird Millionär?" (WWM) Gold wert. Ihre Tochter starb im großen Special am Ostermontag auf RTL (auch auf RTL+ abrufbar) im Hintergrund tausend Tode. Und auch Günther Jauch hätte sich das im Leben nicht getraut. Doch Elisabeth Jakubowski glaubte an sich und wollte das Beste aus ihrem denkwürdigen Comeback bei der RTL-Quizshow machen. Und so setzte die 86-Jährige bei der 64.000-Euro-Frage alles auf eine Karte und riskierte den Absturz auf 500 Euro.

Eigentlich war das Kapitel "Wer wird Millionär?" für Jakubowski fast schon unrühmlich abgeschlossen gewesen, möglicherweise für immer. Die Seniorin hatte in der Sendung vom 2. März mit ihrem kecken Auftritt Eindruck hinterlassen, es allerdings im Wettkampf mit den viel jüngeren Konkurrenten nicht auf den heißen Stuhl geschafft. Zum Glück nahm ihre Tochter die Sache in die Hand und meldete ihre Mutter für das Überraschungs-Special zu Ostern an.

Älteste Kandidatin bei Jauch

Nachdem der 91-jährige Reiner Spänkuch am Ostersonntag einen neuen Altersrekord bei "Wer wird Millionär?" aufgestellt hatte, wurde Jakubowski nun die älteste Frau, die jemals bei RTL um die Million gespielt hat. Dass sie so fröhlich mit den Beinen baumelte, erweckte dabei womöglich einen falschen Eindruck. "Sie fühlen sich unterfordert, oder?", mutmaßte Jauch, als die Kandidatin souverän in die Fragerunden startete. Nein, stellte die Seniorin klar, sie sei sehr aufgeregt.

Jakubowski hatte keine Scheu, ihre Joker für sich arbeiten zu lassen und überstand ab 4000 Euro jede Runde dank der Hilfestellungen - bis sie am Ende ganz auf sich allein gestellt zockte. Zuvor galt es aber, die knifflige 32.000-Euro-Frage zu überstehen. Die 86-Jährige (seit 61 Jahren verheiratet) sollte wissen, wobei immer häufiger der sog xG-Wert analysiert wird: Vorsorgeuntersuchungen, Fußballübertragungen, Musikcharts, Lottoziehungen?

Ihr Telefonjoker tippte fälschlicherweise auf die Vorsorge, war sich aber nicht sicher. Am Ende rettete die Kandidatin der extra Oster-Joker, den Jauch seinen Gästen schenkte. Jakubowski durfte einen zusätzlichen Zuschauer im Publikum fragen. Als Sportlehrer Henning Grupe aufstand, rutschte Jauch kurz das Herz in die Hose, wie der Moderator später verriet. Denn er hatte noch Großes mit dem Zuschauer vor.

Zuvor aber konnte Grupe, der bereits 2018 als Zusatzjoker für Schriftsteller Sebastian Fitzek in Erscheinung getreten war, der ältesten WWM-Kandidatin aller Zeiten weiterhelfen. Er wusste, dass der xG-Wert die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit der ein Tor fallen soll. Dann war Jakubowski auf sich allein gestellt. Sie hatte die Risikovariante gewählt, es drohte also der Absturz auf 500 Euro.

Die Frage lautete: "Wann verunglücken - der offiziellen Unfallstatistik zufolge - hierzulande die meisten Senioren im Straßenverkehr?" Als Antwortmöglichkeiten nannte Jauch: montags; 8 bis 9 Uhr; dienstags, 18 bis 19 Uhr; freitags, 11 bis 12 Uhr; samstags, 22 bis 23 Uhr. Jakubowski war fast schon ausgestiegen, da dachte sie: Es kann eigentlich nur Freitagvormittag sein. "Klang logisch", stimmte Jauch ihrer Argumentation zu, dass die meisten Rentner nicht freiwillig um 8 Uhr das Haus verlassen und auch nicht so oft später am Abend unterwegs sind.

WWM: Triumph beim "Menschenfreund"

"Ich nehme das jetzt, Herr Jauch", gab sich die 86-Jährige einen Ruck. "Panik auf der Bank", kommentierte Jauch mit Blick auf Jakubowskis Tochter und Enkelin. Beide hatten auf den Montagmorgen getippt. Doch Jakubowski lag goldrichtig und wurde mit tosendem Applaus vom Publikum gefeiert. "Das hätte ich mich nie getraut", meinte Jauch. Dann verließ die Rentnerin allerdings leider der Wagemut.

Dabei hätte sie auch die Frage für 125.000 Euro beantworten können. Sie wusste, dass bei Popcorn die Grundformen "Butterfly" und "Mushroom" unterschieden werden. Doch es schien, als ob Jakubowskis Abenteuer bei "Wer wird Millionär?" ein echtes Happy-End gefunden hatte. Als Jauch sie bis zum Ausgang geleitete, murmelte die Seniorin ihm zu: "Ich habe immer von Ihnen geschwärmt. Aber das haben Sie jetzt bestätigt. Einmalig. Menschenfreund."

Ein eher zwiespältiges Wechselbad der Gefühle erwartete später im großen Oster-Special von "Wer wird Millionär" Jakubowskis finalen Zusatzjoker Henning Grupe. Er verfiel in Schockstarre, als plötzlich sein Grundkurs Chemie ins Studio strömte und Jauch ihn zum heißen Stuhl bugsierte. "Dann meldet der sich auch noch als Zusatzjoker. Ich dachte, ich sterbe. Meine Güte", freute sich der Moderator.

Die Schüler hatten ihren Lieblingslehrer bei RTL nominiert, um ihm seinen größten Wunsch zu erfüllen. Ein Kollege hatte den ahnungslosen Pädagogen aus Großhansdorf zu "Wer wird Millionär?" gelockt. "Ich möchte mich am liebsten hinlegen", klagte Grupe. So ganz uneigennützig war die Aktion aber nicht. Die Schüler erhofften sich eine "kleine Finanzspritze" für den Abiball. "Das habe ich nicht kommen sehen", kommentierte der Lehrer. Auf Jauchs vorsichtige Nachfrage nach den Kosten, antwortete eine Schülerin munter: 54.000 Euro. "Habt ihr einen Knall!", entfuhr es dem Moderator. Er stellte klar: "Wir werden da einen Kompromiss finden müssen."

Ähnlich wie Jakubowski war Grupe ebenfalls sicher, die Antwort auf die 125.000-Euro-Frage zu wissen. Anders als seine Vorgängerin hätte er aber falsch gelegen und war somit extra glücklich über seinen 64.000-Euro-Gewinn. Jauch hatte gefragt, welcher Schauspieler in fünf verschiedenen Jahrzehnten mindestens einmal für einen Oscar nominiert wurde: Denzel Washington, Tom Hanks, Daniel Day-Lewis, Al Pacino? Grupe ging davon aus, dass Pacino gesucht wurde. Korrekt war aber Washington.

Jauch warnt Gewinner

Unklar blieb, wie stark der Lehrer nun den Abiball sponsern will. Auch Freunde sollen etwas von dem Gewinn abbekommen, wie er ankündigte. Jauch schob den Ansprüchen von Seiten der Schüler einen Riegel vor. "50.000 - soweit darf der Gruppenzwang nicht gehen", stellte der "Wer wird Millionär?"-Moderator klar. Er appellierte an Grupe: "Denken Sie auch an sich. Sie haben es verdient."

Im Debakel endete das zweite Oster-Special leider für Überhangkandidaten Alexander Brandl. Der evangelische Pfarrer war von seinen Schwiegereltern nominiert worden - in der Hoffnung, dass er und sein Ehemann schneller ihr Haus renovieren und möglichst bald bei ihnen ausziehen können. Ganz nach dem Motto: "Es ist schön, dass Alexander da ist. Es ist aber auch schön, wenn er wieder geht." Der Plan löste sich in Wohlgefallen auf. Brandl ging mit allen vier Jokern und 500 Euro nach Hause.

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Bei der Deko hat RTL alles gegeben. (Foto: RTL / Ralf Juergens)

"Das traue ich mich jetzt einfach mal", leitete der Kandidat seinen Absturz bei der 2000-Euro-Frage ein. Er wusste es zwar nicht sicher, dass die einstige Hauptstadt des Freistaates Schaumburg-Lippe Backeburg heißen müsste, loggte es aber ein. Jauch versuchte ihm noch einen Joker schmackhaft zu machen, doch Brandl wollte sich die Hilfestellungen aufbewahren. Richtig war Bückeburg. "Jetzt tun mir eins, zwei, drei, vier Leute leid. Das wird schwierig mit dem Ausziehen", sagte Jauch mit Blick auf Brandls Ehemann und Schwiegereltern. Der Kandidat war sichtlich erschüttert. Vielleicht gibt es ja Hoffnung und Jauch hat seinen nächsten Gast für ein Pechvogel-Special gefunden.

Rundum glücklich war hingegen Mandy Quade, als sie für ihre Kolleginnen bei der Freiwilligen Feuerwehr aus Warlow bei Ludwigslust 16.000 Euro holte. Die Truppe muss die ausgemusterte Kleidung der Herren auftragen und braucht dringend neue Schläuche. Den Schock ihres Lebens bekam Klugscheißerin Wiebke Muth bereits auf dem heimischen Sofa beim "Wer wird Millionär?"-Gucken. Ihr Partner hatte heimlich ein Video geladen und plötzlich richtete sich Jauch direkt an Quade, um ihr die Teilnahme am Oster-Special zu verkünden. Die notorische Besserwisserin lieferte und holte ebenfalls 64.000 Euro. In der finalen Zusammenfassung gedachte Jauch noch einmal Lehrer Grupe: "Der Arme, der vor dem Abiball zittern muss."

Quelle: ntv.de