"Wer wird Millionär?"Ältester Kandidat verzaubert Jauch im Oster-Special

Mit 91 Jahren bei Jauch abräumen: Für Reiner Spänkuch ist die Ostereiersuche dieses Jahr besonders lukrativ. Der Senior beschert seinerseits "Wer wird Millionär?" einen neuen Altersrekord. Eine schockierte Kandidatin könnte sich jetzt endlich scheiden lassen.
"Meine Tochter ist Rentnerin und ich lebe noch!" An Glücksmomenten scheint es im langen Leben von Reiner Spänkuch wahrlich nicht zu mangeln. Am Ostersonntag aber gelang dem 91-Jährigen bei Günther Jauch auf RTL (auch auf RTL+ abrufbar) noch mal ein echter Coup. Er wurde im großen Überraschungs-Special zum ältesten Kandidaten in der knapp 26-jährigen Geschichte von "Wer wird Millionär?" Die Top-Riege des RB Leipzig gratulierte schon mal vorab. Den Schock ihres Lebens bekam eine andere Kandidatin - und das nur, weil sich ihr Ex-Mann endlich scheiden lassen will.
Jauch verwandelte die große Sonderausgabe von "Wer wird Millionär?" in diesem Jahr in ein Überraschungs-Special. Im festlich geschmückten Studio fehlten die Stühle für die Auswahlkandidaten. Stattdessen pickte der Moderator völlig ahnungslose Zuschauer aus dem Publikum heraus. Mal war die Nominierung durch Verwandte oder Kollegen ein Racheakt, mal ein ganz dickes "Dankeschön". Die meisten Kandidaten dieses Abends waren naturgemäß völlig von der Rolle. Nicht so Spänkuch. Der schien im Rampenlicht gänzlich in seinem Element zu sein.
91-Jähriger ist ältester WWM-Kandidat
"Meine Frau lebt auch noch mit 91 Jahren und ist auch noch geistig fit", informierte Spänkuch Jauch, noch ehe er auf dem heißen Stuhl Platz nehmen konnte. Der "Wer wird Millionär?"-Moderator war standesgemäß beeindruckt. "Mit Ihnen wird unser Rentensystem nichts mehr", meinte er und erfuhr, dass das Ehepaar aus Leipzig bereits seit 68 Jahren verheiratet ist. "Das schaffe ich nicht mehr", gab sich Jauch geschlagen.
Bei fast allen Überraschungskandidaten dieses Abends wurde mit einem kleinen Filmchen kurz begründet, warum sie die Teilnahme bei "Wer wird Millionär?" verdient haben. Spänkuchs Video war besonders prominent besetzt. Er engagiert sich seit 2006 beim RB Leipzig und betreut ehrenamtlich Besucher im Stadion. Da ließ es sich Cheftrainer Ole Werner nicht nehmen, ihm alles Gute zu wünschen: "Die Million holt keiner außer Reiner!" Lukas Klostermann erinnerte sich in dem Video an seine eigene Teilnahme bei "Wer wird Millionär?" 2020 mit der Nationalmannschaft: "Es hat mir Riesenspaß gemacht."
Spänkuch wagte sich fast an die Risikovariante heran, wählte seiner mitgereisten Tochter zuliebe aber am Ende doch die Sicherheitsvariante. Trotzdem kam er in den Genuss eines Zusatzjokers. Denn im Oster-Special verschenkte Jauch eine zusätzliche Hilfestellung. Das Präsent sicherte dem 91-Jährigen den Gewinn von 16.000 Euro. Jauch wollte wissen: Aus welcher Branche kamen bei der Dax-Gründung 1988 noch fünf Unternehmen, während es Anfang 2026 nur zwei waren: Banken, Chemie, Automobil, Bekleidung?
Eine Finanzberaterin im Publikum wusste, dass aktuell nur noch die Deutsche Bank und die Commerzbank im Dax vertreten sind (früher gehörte unter anderem noch die Dresdner Bank dazu). "Nehmen wir", entschied Spänkuch, der zumindest äußerlich völlig gelassen war und den großen Auftritt bei Jauch einfach nur in vollen Zügen zu genießen schien. Der älteste Kandidat der WWM-Geschichte verabschiedete sich unter dem tosenden Applaus des Studiopublikums mit einer kleinen Verbeugung. "Das ist mal ein Abgang", freute sich Jauch.
Jauch bremst geschockte Kandidatin
Komplett von der Rolle war anschließend Bianca Raab. "Ich sterbe hier gerade Hundert Tode", klagte die Bochumerin. "Das ist Sinn der Sache", klärte Jauch sie auf. "Wann hört es denn auf?", fragte sie. Jauch: "Wenn man ausgeschieden ist." Der "Wer wird Millionär?"-Gastgeber schien es zu seiner persönlichen Mission zu machen, die schockierte Kandidatin nicht nur mit einem Trostpreis nach Hause zu schicken. Als sie bei der 1000-Euro-Frage geradezu um den Publikumsjoker flehte, lehnte Jauch strikt ab. "Nee. Sie wollen einfach nur abschalten und nicht nachdenken", tadelte er.
Tatsächlich kam Raab (Jauch: "Das verheißt bei RTL nichts Gutes") aus eigener Kraft eine Runde weiter. Die Teilnahme im Oster-Special war ihr von ihrem Ex-Mann eingebrockt worden, der hinter ihr auf einer Bank Platz nahm. Nicht nur Jauch fiel das scheinbar weiterhin gute Verhältnis der Ex-Partner auf. Geschieden sind sie trotz der Trennung vor fünf Jahren nicht. "Konnten wir uns noch nicht leisten, deshalb sind wir hier", erklärte er. "Ach so, wow. Bis gerade wollte ich teilen", kommentierte die Kandidatin, die behinderte Kinder betreut und einen 17 Jahre alten Sohn hat.
Ein kleiner Stupser von Jauch genügte bei der 16.000-Euro-Frage, damit Raab den Absturz auf 500 Euro riskierte und ihre korrekte Vermutung einloggte. Gefragt wurde nach einem Automobilhersteller, der denselben Namen trägt wie der Standort seines Hauptsitzes. Die Bochumerin entschied sich gegen Lamborghini und für Toyota (die japanische Stadt wurde nach dem Autokonzern benannt) und konnte sich 16.000 Euro reicher mit Freudentränen in den Augen von Jauch verabschieden. "Ich sehe eine glückliche Loserin", konstatierte der Moderator.
Nicht immer steckten hehre Motive hinter der Teilnahme im Überraschungs-Special. Die Ehefrau des ersten Kandidaten, Johannes Müller, nutzte die Gelegenheit für Rache an dem Klugscheißer. Sie brachte zur Freude Jauchs ein Handyvideo mit, in dem sie den Besserwisser auf der Couch noch schön aus der Reserve gelockt hatte. "Sieht die klug aus oder nicht?", fragte sie ihn zu einer Kandidatin. "8000 Euro", lautete seine Prognose. "Unvorstellbar, wie man so etwas nicht wissen kann. Peinlich", echauffierte sich der 38-Jährige an anderer Stelle.
Besserwisser schwitzt
"Ich möchte mich bei allen Kandidaten entschuldigen", verkündete Müller kleinlaut. Sich selbst hatte er in dem Video mit "schlau, schlau, schlau" gefeiert. Die Sache war nur: Er hatte laut seiner Frau alle Fragen aus dem Video korrekt beantworten können. Auch ganz offiziell konnte Müller trotz des Schocks und der fehlenden Vorbereitung überzeugen. Er kam mithilfe seiner fünf Joker zu 32.000 Euro. Es hätte sogar der doppelt so hohe Gewinn sein können, hätte Müller seinem Zusatzjoker vertraut.
Jauch wollte wissen, ob mehr als ein Viertel aller nach Personen benannten Schulen in Deutschland den Namen von Unternehmern, Politikern, Schriftstellern oder Geistlichen und Heiligen tragen. Die als Zusatzjoker ausgewählte Zuschauerin arbeitet bei einem Kinderbuchverlag und schickt regelmäßig Pakete an Schulen. Sie votierte für die Schriftsteller und lag damit richtig. Müller stieg aber vorsichtshalber aus. Da sei er wohl nur noch "schlau, schlau", resümierte der Besserwisser.
32.000 Euro holte anschließend auch Gabriele Eickelmann. Die Leiterin einer Seniorenresidenz bei Gronau war von ihrer Belegschaft nominiert worden, weil sie so eine tolle Chefin ist. Sie bestellt schon mal Pizza für 80 Kollegen einer Schicht oder gewährt einen freien Tag, wenn das Haustier krank ist. Weniger altruistisch lief die Nominierung von Alexander Brandl ab. Er und sein Ehemann renovieren gerade ihr Haus und leben deshalb bei seinen Schwiegereltern.
"Es ist schön, dass Alexander da ist. Es ist aber auch schön, wenn er wieder geht", erklärten sie im Video ihr Motiv für die Überraschung. "Fast so wie mit der Scheidung", kommentierte Jauch. Brandl kam noch nicht mal zur ersten Frage und kehrt am Ostermontag zurück. Dann gibt es auch ein Wiedersehen mit Elisabeth Jakubowski. Die 86-Jährige war in der Sendung am 2. März in den schnellen Auswahlrunden gescheitert, hatte aber mit allerlei klugen und forschen Sprüchen auf sich aufmerksam gemacht. Ihre Tochter ermöglichte ihr nun ein Comeback.