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Digital, innovativ, erfolgreich? "Manchmal muss man auch scheitern"

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Bosch will sich in den kommenden fünf Jahren komplett auf den Einsatz sogenannter künstlicher Intelligenz (KI) ausrichten. Aber nicht immer zünden Ideen sofort.

(Foto: picture alliance/dpa)

Deutsche Unternehmen sind im Innovationsfieber. Doch nicht jedes Projekt ist ein Erfolgsgarant. Digitalisierungs-Manager Florian Bankoley vom Autozulieferer Bosch kennt sich mit Flops aus. Bei "Alles Neu" spricht er über eine gescheiterte Idee und wie Innovation trotzdem funktioniert.

Wer in Sachen Digitalisierung am Ball bleiben will, muss sich weiterentwickeln. Raus aus eingefahrenen Gleisen, rein in Innovationen und neue Projekte, lautet die Devise. Der Erfolg ist damit aber noch nicht garantiert. Selbst gute Ideen können scheitern. Gerade größeren Unternehmen fällt es schwer, sich auf Neues einzulassen.

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Florian Bankoley, Vice President IT Mobility Solutions

(Foto: Homepage Bosch)

"Ideen sind nicht das Problem", betont Florian Bankoley, Vice President IT - Automotive bei Bosch. Stattdessen liege die Schwierigkeit für viele Unternehmen in der Frage: "Wie mache ich diese Idee größer und dann richtig groß?". Dafür sei es wichtig, mit den bestehenden Routinen und Strukturen zu brechen. "Je weiter ich von meinem Kerngeschäft weggehe, desto mehr würde ich empfehlen, die Dinge, die ich kenne, infrage zu stellen", sagt Bankoley.

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Das heißt aber auch Unsicherheit zu akzeptieren - und manchmal eben auch zu scheitern. Bankoley kennt das aus eigener Erfahrung mit dem Bosch-Startup "Drivelog". Das Werkstattportal sollte Autonutzer mit Werkstätten vernetzen, die noch nicht vollständig digitalisiert sind. In 2018 stellte Bosch den Betrieb von "Drivelog" allerdings ein. "Natürlich ist man enttäuscht, man hat da sehr viel Energie, sehr viel Lebenszeit reingesteckt", sagt Bankoley. Das Risiko zu scheitern, gehört für ihn aber zur Weiterentwicklung dazu - auch bei Bosch. "Wir haben nicht den Anspruch, dass jedes Projekt funktioniert", sagt er.

Wie Innovationen trotzdem funktionieren können und warum dabei das "Ökosystem" von Unternehmen eine Rolle spielt, erklärt Bankoley in der neuen Folge von "Alles Neu".

"Alles Neu"

In dem Podcast "Alles Neu" treffen Capital-Redakteur Nils Kreimeier und Martin Unger vom Company Builder wattx/Viessmann alle zwei Wochen Experten und Praktiker rund um Innovation und Digitalisierung im Mittelstand. Sie fragen nach, definieren, was Mittelstand bedeutet, und kratzen an den Mythen und Klischees der Digitalwirtschaft. Sie finden alle Folgen bei Audio Now, Apple Podcasts, Deezer, Soundcloud und Spotify.

Quelle: Christiane Kreder, Capital