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Wieder was gelernt Kopiert Russland die chinesische Firewall?

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(Foto: picture alliance/dpa)

*Datenschutz

In Russland ist Anfang November ein umstrittenes Gesetz für ein eigenständiges Internet unter Staatskontrolle in Kraft getreten. Laut der Regierung in Moskau geht es darum, die eigene Infrastruktur vor ausländischen Cyberangriffen zu schützen. Kritiker befürchten, dass Russland das Internet nach chinesischem Vorbild zensieren will.

Darum geht's in dieser Folge von "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Wer Kabel und Leitungen kontrolliert, bestimmt, was Nutzer im Internet sehen und lesen können. Eine mächtige Waffe, die Begehrlichkeiten weckt. Auch beim russischen Präsidenten Wladimir Putin? Durch das neue Gesetz soll der russische Internetverkehr künftig über Knotenpunkte im eigenen Land gelenkt werden. Das hat aber nichts mit einem staatlichen Internet zu tun, sagt Klaus Landefeld, Vorstand für Infrastruktur und Netze beim Verband der Internetwirtschaft Eco. Es geht vielmehr um die technische Möglichkeit, als Staat sagen zu können: Jetzt kappen wir uns aus Sicherheitsgründen von der Außenwelt ab. Dieser Plan ist nicht ungewöhnlich.

"Diesen Ansatz gibt es in vielen Ländern, auch bei uns ist das schon vorgeschlagen worden unter dem Begriff "Internet Kill Switch". Das bedeutet quasi, dass man per Knopfdruck das Internet im eigenen Land vom Rest der Welt trennt. Das kommt immer wieder hoch und wird in Ländern wie Ägypten oder der Türkei auch praktiziert."

In Europa ist ein "Internet Kill Switch" kaum umsetzbar. Es gibt in der EU einen riesigen gemeinsamen Markt, aber die Infrastruktur von 28 unterschiedlichen Ländern. In Russland sind die Möglichkeiten besser: Seit ungefähr zwei Jahren gibt es ein Gesetz, wonach alle russischen Internetdaten auch in Russland gespeichert werden müssen.

Trotzdem ist ein russisches Pendant zur großen chinesischen Firewall, die Ereignisse wie das Tiananmen-Massaker oder die Internierung muslimischer Minderheiten zensiert, unwahrscheinlich. Warum, hören Sie im Podcast.

Wieder was gelernt

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Quelle: n-tv.de, chr