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Wieder was gelernt Wie gefährlich sind superreiche Staatsfonds?

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Der norwegische Staatsfonds hat einen Marktwert von umgerechnet fast 1000 Milliarden Euro.

(Foto: Norges Bank Investment Management (nbim.no/en))

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Norwegen besitzt den größten Staatsfonds der Welt. Im Auftrag der norwegischen Regierung kauft er Aktien, Anleihen und Immobilien und dient als finanzielles Polster für die Zukunft. Aber Norwegen ist eine Ausnahme. Die meisten Staatsfonds kommen aus autoritären Regimen.

Das ist ein Problem für die Unternehmen, bei denen sie einsteigen, aber auch für die EU. Warum, erfahren, Sie in dieser Folge von "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Der norwegische Staatsfonds ist derzeit knapp eine Billion Euro schwer und hat als Großaktionär sehr viel Einfluss. Damit gehen die Verantwortlichen transparent um: Auf der Webseite des Fonds kann jeder Bürger und jede Bürgerin nachlesen, in welche 9000 Unternehmen der Fonds wie viel investiert und wie das Land bei Hauptversammlungen abgestimmt hat.

Auf der Seite ist auch aufgeführt, welche Unternehmen auf der Schwarzen Liste stehen. Zum Beispiel investiert er nicht in Tabakunternehmen oder die Erdölindustrie - auch wenn der Staatfonds selbst von norwegischen Ölmilliarden lebt. Auch die Rüstungsindustrie steht auf dem Index. Norwegen setzt sich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein.

Andere Staatfonds sind nicht so transparent und verantwortungsvoll, sagt Jan Körnert von der Universität Greifswald. Weltweit gibt es inzwischen über 80 mit einem Gesamtvermögen von 8 Billionen Euro.

"Wenn man sich die 15 größten Staatsfonds weltweit anschaut, sind 10 davon in autoritären Regimen angesiedelt. Mehr als die Hälfte des Vermögens von Staatsfonds ist in den Händen von autoritären Regimen. Es gibt überhaupt bloß fünfzig Länder, die keine autoritären Regime weltweit sind."

Diese Staatfonds investieren ihr Geld bevorzugt in Nordamerika und in der EU und besitzen als Großaktionäre genauso viel Einfluss wie das norwegische Pendant.

"All diese Dinge, die in Norwegen transparent, öffentlich und rechtsstaatlich sind, müssen das in autoritären Regimen nicht sein. Es ist durchaus möglich, dass ein Staatsfonds Aktien an Unternehmen kauft und damit den Wunsch verbindet, dass dieses Unternehmen nach der Pfeife dieses Regimes tanzt. Das muss nicht sein, aber die Gefahr besteht."

Die Bundesregierung hat deshalb kritische Infrastrukturen definiert, in denen sie Investitionen überprüfen darf. Aber nicht alle EU-Länder unterstützen dieses Vorhaben. Welche das sind und warum sie sich wehren, erfahren Sie im Podcast.

Wieder was gelernt

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Quelle: n-tv.de, chr

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