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Erschreckende Pisa-ErgebnisseSchüler rechnen und lesen so schlecht wie nie zuvor

08.09.2026, 09:31 Uhr
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Schülerinnen und Schüler sind heute nicht mehr so weit, wie es Gleichaltrige vor wenigen Jahren noch waren. (Foto: picture alliance/dpa)

Schülerinnen und Schüler in Deutschland werden seit dem Jahr 2000 getestet und international verglichen. Beim Lesen, in Mathematik und den Naturwissenschaften erzielen sie nun "die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen".

Die Leistungen der Schüler in Deutschland sind im internationalen Pisa-Vergleichstest weiterhin nur mittelmäßig und zugleich auf das tiefste bislang gemessene Niveau gesunken. Wie die Industriestaatengruppe OECD zu der aktuellen Studie mitteilt, waren die Durchschnittsergebnisse 2025 in Mathematik und Lesekompetenz noch niedriger als 2022. In Naturwissenschaften stabilisierten sie sich.

"Bei Betrachtung eines längeren Zeitraums sind die Ergebnisse von 2025 in allen drei Erhebungsbereichen die niedrigsten, die jemals im Rahmen von Pisa in Deutschland gemessen wurden", heißt es weiter. Die größte Volkswirtschaft Europas nimmt seit 2000 an dem Test teil. Die aktuellen Ergebnisse verstärken laut der OECD einen negativen Trend, der sich über das gesamte vorangegangene Jahrzehnt erstreckt.

Selbst mit den gesunkenen Punktzahlen liegt Deutschland etwa beim Durchschnitt aller teilnehmenden Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die in der Pisa-Studie traditionell verglichen werden. Auch in anderen OECD-Staaten zeigt sich ein Negativtrend, allerdings falle der in Deutschland besonders deutlich aus, erklären die Studienmacher. In 14 OECD-Staaten sind die Ergebnisse in der Studie klar besser als in Deutschland, darunter Estland, Kanada, die Schweiz und Österreich. Länder wie die Niederlande oder Frankreich liegen mit Deutschland etwa gleich auf. 

Im Vergleich zu 2015 erhöhte sich der Anteil der leistungsschwachen Schüler in Mathematik um 17 Prozentpunkte, in Lesekompetenz um 15 Prozentpunkte und in Naturwissenschaften um zehn Prozentpunkte. Zwischen 2015 und 2025 vergrößerte sich hierzulande zugleich der Leistungsabstand in Naturwissenschaften zwischen dem obersten und dem untersten Viertel der Schüler bezogen auf den sozioökonomischen Status, während er sich im OECD-Durchschnitt verringerte.

Schulen beklagen Lehrermangel

2025 besuchten 52 Prozent der 15-Jährigen Schulen, in denen der Unterricht nach Angaben der Schulleitung durch einen wahrgenommenen Lehrkräftemangel zumindest teilweise beeinträchtigt wurde. Im OECD-Durchschnitt waren es nur 39 Prozent.

In Deutschland stimmten 77 Prozent der Schüler der Aussage eher oder völlig zu, dass sie neugierig auf viele verschiedene Dinge sind, gegenüber 73 Prozent im OECD-Durchschnitt. Außerdem gaben 64 Prozent der Schüler an, dass sie sich besonders anstrengen, wenn die Arbeit herausfordernd wird (OECD-Durchschnitt: 60 Prozent). Gleichzeitig stimmten 33 Prozent der 15-Jährigen der Aussage eher oder völlig zu, dass die Schule eine Zeitverschwendung war. Im OECD-Durchschnitt waren es nur 24 Prozent.

Ebenfalls 33 Prozent der Kinder gaben an, dass ihre Mitschüler in den meisten oder allen Unterrichtsstunden in Naturwissenschaften durch die Verwendung digitaler Geräte häufig abgelenkt wurden (OECD-Durchschnitt: 28 Prozent).

Elternhaus entscheidet meist über Bildungserfolg

Pisa 2025 bestätigt die Erkenntnis, dass in Deutschland der schulische Erfolg stärker als in anderen Ländern vom Elternhaus abhängt. Seit 2015 nimmt diese Kluft sogar wieder zu. "Der Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status und dem Bildungserfolg ist in Deutschland etwa dreimal so stark wie in Kanada", sagt Studienleiter Samuel Greiff von der Technischen Universität München. "In Deutschland sind nur zwei von 100 sozial benachteiligten Schülern leistungsstark. Unter sozial Privilegierten sind es 25 von 100."

"Nach Pisa 2000 haben wir uns deutlich verbessert, das hat unglaubliche Reformkräfte freigesetzt", sagt der Psychologe und Bildungsforscher. "Aber seit 10 Jahren beobachten wir einen Knick. Es war offenbar der Eindruck, dass wir jetzt ganz gut dastehen und dass die große Aufholjagd geschafft ist. Und dann wurde das Thema Bildung nicht mehr ganz so wichtig genommen."

Hierzulande nahmen 6659 Schüler in 246 Schulen an Pisa (Programme for International Student Assessment) teil. Insgesamt absolvierten mehr als 760.000 Kinder aus 91 Ländern und Volkswirtschaften die Testrunde.

Quelle: ntv.de, mpa/dpa/rts

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