Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 23:38 "Querdenker" dürfen nicht in München demonstrieren +++

Die Organisatoren der "Querdenker"-Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen haben in München weitere gerichtliche Niederlagen einstecken müssen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof wies zwei Beschwerden im Zusammenhang mit Demonstrationen sowohl an diesem Sonntag als auch von Montag bis Sonntag kommender Woche zurück. Die Stadt München hatte die Demos mit Blick auf den Infektionsschutz zuvor verboten. Für diesen Sonntag sollte angeblich eine Veranstaltung mit rund 120.000 Menschen auf der Theresienwiese stattfinden. Der Veranstalter habe trotz entsprechender Aufforderung durch den Senat nicht glaubhaft gemacht, dass er diese angekündigten Versammlungen tatsächlich durchführen wolle, hieß es nun in der Mitteilung des Verwaltungsgerichtshofs.

+++ 22:41 Litauen geht in den Teil-Lockdown +++
In Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am am ersten Tag des Teil-Lockdowns einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsbehörde in Vilnius vermeldete am Samstag 1972 positive Tests innerhalb von 24 Stunden in dem baltischen EU-Land. Bisher lag der Rekord bei 1656 neuen Fällen. Angesichts der rasant steigenden Zahlen hat die litauische Regierung in Vilnius das gesamte Land seit Samstag für zunächst drei Wochen in einen Teil-Lockdown geschickt. Gastronomische Betriebe dürfen bis zum 29. November nur noch außer Haus verkaufen, Freizeit-, Kultur-, Unterhaltungs- und Sportstätten müssen weitestgehend dichtmachen, Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten sind untersagt. Weiter gilt eine Maskenpflicht in fast allen öffentlichen Räumen. Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete im Herbst einen rapiden Anstieg der Infektionsraten.

+++ 22:08 Söder stellt kostenloses Testen infrage +++
Bayern geht bei Corona-Tests bundesweit einen Sonderweg - doch angesichts von Laboren an der Belastungsgrenze erwägt Ministerpräsident Markus Söder nun eine Anpassung. "Wir müssen jetzt sehen, ob bei steigendem Testaufkommen die Kapazitäten weiter ausreichen", sagte er dem "Spiegel". In Bayern kann sich derzeit jeder ohne Anlass kostenlos testen lassen - allerdings meldeten Labore und Ärzte Engpässe. Bayern sei ein Transitland, daher sei die offensive Teststrategie nützlich gewesen, sagte Söder. "Der Staat mutet den Bürgern viel zu, daher ist der kostenlose Test ein Service für die Bürger. Besorgte Menschen in Bayern haben das Angebot gern angenommen. Aber wir werden sehen, wie sich die Kapazitäten in den kommenden Wochen entwickeln", so Söder. "Jetzt müssen wir sehen, wie wir die nationale Teststrategie weiterentwickeln." Wichtig sei, dass Deutschland gemeinsam handle.

+++ 21:36 Fünf Bundesländer melden vierstellige Neuinfektions-Zahlen +++
Insgesamt fünf Bundesländer registrieren vierstellige Zahlen bei den Coronavirus-Neuinfektionen. Die meisten neuen Fälle werden mit 5649 aus Nordrhein-Westfalen gemeldet. In Bayern sind es 4143, in Baden-Württemberg 2447. Dahinter folgen Hessen mit 2111 und Niedersachsen mit 1149. Die wenigsten Neuinfektionen werden in Sachsen-Anhalt verzeichnet, dort kamen 101 Covid-19-Patienten hinzu. Sachsen meldet am Wochenende keine neuen Fallzahlen.

+++ 21:05 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 18.785 Neuinfektionen gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 650.133 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit binnen 24 Stunden 18.785 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 86 auf 11.253. Als aktuell infiziert gelten rund 231.200 Personen. In den Zahlen sind nicht die Neuinfektionen in Sachsen enthalten, da das Bundesland am Wochenende keine Daten weitergibt.

*Datenschutz

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,05 angegeben (Vortag: 0,90). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 105 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,04 (Vortag: 0,99). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 2839 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 1534 davon werden beatmet. Rund 7089 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

+++ 20:43 Sachsens Innenminister kritisiert OVG-Entscheidung zu "Querdenken"-Demo +++
Sachsens Innenminister Roland Wöller hat die Entscheidung des sächsischen Oberverwaltungsgericht, die "Querdenken"-Demo in der Leipziger Innenstadt stattfinden zu lassen, scharf kritisiert. "Es ist unverantwortlich, eine solche Versammlung mit mehr als 16.000 Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie in der Leipziger Innenstadt zuzulassen", sagte Wöller. Die Einhaltung der Infektionsschutzauflagen sei so von vornherein unmöglich gewesen. Die Entscheidung der Stadt, die Versammlung nach gut zweieinhalb Stunden aufzulösen, sei daher richtig gewesen.

+++ 20:26 Niedersachsen: Hälfte der Kunden verzichtet aktuell auf Shoppingbummel +++
Etwa die Hälfte der Kunden in Niedersachsen verzichtet derzeit wegen des neuen Teil-Lockdowns auf einen Shoppingbummel. 40 bis 50 Prozent der Käufer fehlten aktuell, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen, Mark Alexander Krack. Obwohl Geschäfte anders als Restaurants weiter aufmachen dürfen, seien die Umsatzeinbrüche immens. "Es verwundert nicht, dass die Kunden wegbleiben, wenn ringsherum alles schließt, die Gastronomie und die Kultur." Der Handel hoffe nun, dass es nicht wie zu Beginn der Corona-Pandemie zu einem Lockdown auch für die Geschäfte komme, sagte Krack.

+++ 20:01 Iran meldet 423 Tote binnen 24 Stunden +++
Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen im Iran hat mit fast 9500 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es im gleichen Zeitraum 423 Corona-Tote. Damit liegt die Gesamtzahl der Infizierten im Land aktuell bei mehr als 670.000, die der Corona-Toten bei fast 38.000, wie Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen sagte. Nach Einschätzung von Gesundheitsexperten dürften die tatsächlichen Fallzahlen im Iran jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie amtlich angegeben. Fachleute verweisen darauf, dass es im Iran noch zu wenige Testmöglichkeiten gebe. Derzeit werden täglich 25.000 Tests durchgeführt. Die Testkapazität pro Tag soll aber auf 40.000 erhöht werden. Experten sind jedoch der Meinung, dass mindestens 200.000 Tests am Tag erforderlich wären, um an genaue Fallzahlen zu kommen.

+++ 19:36 Gewerkschaft: Übergriffe auf Journalisten bei "Querdenken"-Demo +++
Die Gewerkschaft Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) hat bei der "Querdenken"-Demonstration in Leipzig Attacken gegen Journalisten registriert. In einer ersten Bilanz sprach Jörg Reichel, Landesgeschäftsführer der DJU Berlin Brandenburg, von mindestens 32 Journalisten, die von "körperlichen Angriffen und Behinderungen betroffen" seien, wie er auf Twitter schrieb. Die Attacken seien im Wesentlichen von Teilnehmern der "#Coronaleugner Demo" ausgegangen, so Reichel. "Unsere Befürchtungen, es könne im Rahmen der Demonstrationen erneut zu Anfeindungen und Androhungen von Gewalt gegenüber Journalistinnen und Journalisten kommen, haben sich leider bewahrheitet", teilte Tina Groll, Vorsitzende der DJU in Verdi mit. Die Polizei konnte am Abend zunächst keine Angaben dazu machen, ob es Angriffe auf Journalisten gab. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass es bei den zahlreichen Angriffen auch Attacken auf Pressevertreter gegeben hätte, sagte ein Polizeisprecher.

+++ 19:11 Großbritannien meldet knapp 25.000 Neuinfektionen +++
Großbritannien meldet 24.957 Neuinfektionen und 413 weitere Todesfälle. Beide Zahlen sind höher als am Vortag.

+++ 18:46 Verbotener Aufzug nach Demo in Leipzig +++
Tausende Demonstranten haben sich in Leipzig der Auflösung einer "Querdenken"-Demonstration widersetzt. Sie marschierten am Samstagabend auf dem Innenstadtring. Wenige Polizisten begleiteten den Zug. Einige der Demonstranten skandierten "Frieden Freiheit, keine Diktatur" und "Merkel muss weg". Im Bereich des Hauptbahnhofes sei eine Sperre geöffnet worden, teilte die Polizei auf Twitter mit. "Teilnehmer der ehemaligen Versammlung führen einen von der Versammlungsbehörde als verbotenen einklassifizierten Aufzug durch." An Absperrungen sei es zu "zahlreichen Übergriffen" auf Polizisten gekommen.

+++ 18:31 Landesbischof: "Man kann auch sozialen Tod sterben" +++
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, sieht in der Corona-Pandemie die Gefahr von Vereinsamung und Isolation der Menschen in Altersheimen. "Der grundlegende Besuch in Altersheimen muss möglich bleiben", sagte Bayerns Landesbischof. Sterbebegleitung sei fundamental. "Es ist klar: Wenn Menschen sterben, müssen sie Begleitung bekommen." Pflegeheimleitungen sollten in dieser Abwägung immer denen den Vorrang geben, "die nicht alleine sterben wollen". Bei der Frage nach dem Schutz vor Corona-Infektionen in Altersheimen sei die "Balance fundamental zwischen Menschenschutz und dem Grundbedürfnis eines jeden Menschen, dass er Begleitung hat." Es gebe unterschiedliche Menschen und Bedürfnisse. "Der eine will lieber sicher sein. Andere sagen, man kann auch den sozialen Tod sterben und dass es viel schlimmer ist, wenn man einsam ist in den letzten Monaten und Jahren des Lebens."

+++ 18:08 Wieder Rekordzahlen in Italien +++
Italien meldet mehr als 39.800 Neuinfektionen - ein Rekord - und 425 Todesfälle. Insgesamt sind damit etwa 902.490 Infektionen und 41.063 Tote verzeichnet. Nach Protesten gegen die verschärften Vorschriften hat die Regierung neue Hilfsmaßnahmen für betroffene Unternehmen und Arbeitnehmer angekündigt. In der Nacht zum Samstag verabschiedete das Kabinett ein Hilfspaket, das nach einer Mitteilung unter anderem Steuererleichterungen, Kredite, Zahlungsaufschübe und Zuschüsse vorsieht. Genaue Angaben zur Summe gab es darin zunächst nicht. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge hat das Paket einen Umfang von rund 2,5 Milliarden Euro. Ende Oktober hatte die Regierung bereits Hilfsmaßnahmen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro bewilligt. Für vier italienische Regionen gilt seit Freitag ein Teil-Lockdown, der allerdings weniger streng ist als im Frühjahr.

+++ 17:44 Ausschreitungen bei Auflösung von "Querdenken"-Demo in Leipzig +++
Bei der Auflösung der "Querdenken"-Demo in Leipzig ist es zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Am Samstagnachmittag zündeten Teilnehmer am Ort der Kundgebung am Augustusplatz Böller und Raketen. Am Hauptbahnhof kam es zu kleineren Schlägereien zwischen Teilnehmern der Demo und Gegendemonstranten, Polizisten gingen dazwischen. Auf Twitter berichtete die Polizei von Angriffen auf die Einsatzkräfte. "Wiederholt werden Einsatzkräfte in #Leipzig attackiert. Unterlassen Sie das Zünden von Pyrotechnik und den Bewurf mit Gegenständen!" Gegen Straftäter werde man konsequent vorgehen.

+++ 17:38 Slowakischer Regierungschef setzt auf Massentest statt auf Lockdown +++
Der slowakische Regierungschef Igor Matovic möchte Massentests regelmäßig durchführen. Das wäre eine Alternative zu einem strengen Lockdown, zitiert ihn die liberale Tageszeitung "Dennik N": "Wenn wir uns die Frage stellen, ob es besser ist, die ganze Slowakei in einem landesweiten Lockdown zuzusperren, sodass Millionen Menschen ohne Arbeit und die Geschäfte geschlossen sind (...), oder ob wir alle einmal pro Woche zu so einem Test gehen, dort vielleicht eine Stunde zubringen (...), dann glaube ich, dass sich 99,9 Prozent der berufstätigen Menschen für den Weg des landesweiten Testens entscheiden." Seit den Morgenstunden setzt die Slowakei einen beispiellosen Massentest eines Großteils der Bevölkerung fort. Innerhalb von zwei Tagen sollen sich zum zweiten Mal alle über zehn Jahre alten Bewohner von rund zwei Dritteln des Landes einem Antigen-Schnelltest unterziehen.

+++ 17:17 Nächstes Regierungsmitglied in Hessen in Quarantäne +++
Hessens Innenminister Peter Beuth ist nach einer bestätigten Infektion mit dem Coronavirus in seinem persönlichen Umfeld in häuslicher Quarantäne. Ein erster Test war nach Angaben des Ministeriums jedoch negativ. "Dem Innenminister geht es gut, bisher zeigen sich keine Symptome", teilt ein Sprecher in Wiesbaden mit. Beuth führe seine Amtsgeschäfte von zu Hause aus weiter. Ministerpräsident Volker Bouffier will im Laufe der kommenden Woche seine häusliche Quarantäne verlassen und die Amtsgeschäfte in der Wiesbadener Staatskanzlei wieder aufnehmen. Auch Regierungssprecher Michael Bußer ist nach Angaben vom Donnerstag noch in Quarantäne. Beide wurden negativ auf das Virus getestet.

+++ 17:01 Bahnverkehr zwischen Deutschland und Polen wird eingeschränkt +++
Der grenzüberschreitende Zugverkehr zwischen Deutschland und Polen wird der Deutschen Bahn zufolge von Sonntag an nur noch eingeschränkt möglich sein. Aufgrund von Anordnungen der polnischen Behörden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie werden auf den Strecken "Lübeck - Neubrandenburg - Stettin" sowie "Berlin - Angermünde - Stettin" täglich zahlreiche Züge ausfallen, wie die Bahn mitteilte. Die Einschränkungen sollen zunächst bis auf Weiteres gelten.

+++ 16:43 Ungarn will Lizenz für russischen Corona-Impfstoff erwerben +++
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie verhandelt Ungarn über den Erwerb einer Lizenz für die Herstellung eines russischen Impfstoffs im eigenen Land. Das bestätigte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto in einem Video, das er bei Facebook postete. Bis dahin werde man die in Russland entwickelten und hergestellten Vakzine im größeren Stil importieren. Eine erste kleinere Lieferung werde bereits im Dezember, eine größere im Januar in Ungarn eintreffen, sagte Szijjarto. Russland hat den weltweit ersten Corona-Impfstoff entwickelt, der unter dem Namen "Sputnik-V" zur breiten Verwendung in der Bevölkerung zugelassen ist - gegen internationale Bedenken. Mitte Oktober wurde in Russland ein zweiter Impfstoff mit dem Namen "EpiVacCorona" registriert. Szijjarto ging in dem Video nicht darauf ein, welche dieser Vakzine Ungarn importieren beziehungsweise selbst herstellen will.

+++ 16:18 Linke will Bundesparteitag dezentral abhalten +++
Wegen der Corona-Pandemie will die Linke ihren neuen Vorstand im Februar kommenden Jahres auf einem dezentralen Bundesparteitag bestimmen. Einen entsprechenden Beschluss habe der Vorstand getroffen, teilte die Partei mit. "Die Linke wird damit erstmalig einen Bundesparteitag nicht an einem, sondern deutschlandweit an vielen Orten gleichzeitig durchführen", erklärte Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler. Geplant seien verteilte Tagungsorte, von denen aus die Delegierten dann in kleineren Gruppen zusammengeschaltet gemeinsam am Bundesparteitag teilnehmen können.

+++ 15:52 Leipzig löst "Querdenken"-Demonstration auf +++
Nach zahlreichen Verstößen gegen die Versammlungsauflagen hat die Stadt Leipzig die "Querdenken"-Demo gegen die Corona-Politik aufgelöst. Das teilte die Stadt auf Twitter mit. Die Veranstalter riefen die laut Polizei rund 20.000 Teilnehmer auf dem Augustusplatz in der Innenstadt auf, dem zu folgen. Bei der Demonstration hatten zuvor die allermeisten Teilnehmer gegen die Corona-Regeln verstoßen. So hatte kaum jemand eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen oder den Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten. Daraufhin hatte die Polizei die Versammlungsfläche am Mittag vergrößert. Zudem wurde die angemeldete Teilnehmerzahl von 16.000 Menschen deutlich überschritten.

+++ 15:32 Mehr als erlaubt: 20.000 Demonstranten in Leipzig +++
Zur "Querdenken"-Demonstration in die Leipziger Innenstadt sind deutlich mehr Menschen gekommen als angemeldet. Die Polizei gehe von 20.000 Teilnehmern aus, sagte Polizeisprecher Olaf Hoppe. "Das ist ein weiterer Auflagenverstoß." Nur 16.000 Teilnehmer waren für die Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen angemeldet gewesen. Schon vorher hatte die Polizei zahlreiche Verstöße festgestellt, so trug kaum jemand eine Mund-Nasen-Bedeckung, auch die Abstandsregeln wurden missachtet. Die Polizei nehme die Verstöße auf, so der Sprecher. Insgesamt sei die Kundgebung zunächst friedlich verlaufen, nur am Rande habe es vereinzelt Zusammenstöße der "Querdenken"-Teilnehmer mit Gegendemonstranten gegeben.

+++ 15:23 Belgien verlegt knapp 1000 Corona-Patienten in andere Kliniken +++
Im stark von der Corona-Pandemie betroffenen Belgien sind knapp 1000 Covid-19-Patienten seit Anfang Oktober wegen Überlastung einiger Krankenhäuser in andere Kliniken verlegt worden. Die meisten der 945 Betroffenen seien andernorts im Land untergekommen, 24 seien nach Deutschland gebracht worden. Mit der Maßnahme sollte Platz in Krankenhäusern geschaffen werden, die ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben. Belgien ist in Relation zur Einwohnerzahl europaweit eines der am schwersten von der Corona-Krise betroffenen Länder. Seit Montag gelten deshalb verschärfte Einschränkungen. Unter anderem dürfen nur noch Geschäfte öffnen, die unbedingt notwendige Waren verkaufen. Bereits Mitte Oktober waren die Schließung von Kneipen, Restaurants und Cafés sowie eine nächtliche Ausgangssperre beschlossen worden. Zudem gilt seitdem die Regel, dass die Bürger außerhalb des eigenen Haushalts nur noch zu einer anderer Person engeren Kontakt pflegen dürfen.

+++ 15:01 Österreichs Corona-Zahlen steigen rasant +++
Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus steigt in Österreich weiter rasant an. Das Innenministerium in Wien meldete 8241 neue Fälle binnen 24 Stunden. Zudem seien mehr als 3000 Patienten mit dem Virus in einem Krankenhaus in Behandlung - so viele wie nie zuvor während der Pandemie. 432 Infizierte benötigten Pflege auf einer Intensivstation. Die Zahl der Verstorbenen stieg um 37 Personen auf bereits 1377 an. Um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern, herrscht in Österreich seit Dienstag für zumindest vier Wochen ein teilweiser Lockdown. Die Gastronomie und fast das gesamte Kultur- und Freizeitangebot wurden geschlossen. Zwischen 20 Uhr und 6 Uhr darf die Wohnung nur noch aus gutem Grund verlassen werden. Der Handel und auch die meisten Schulen blieben bislang aber offen. Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober deutete mögliche weitere Verschärfungen an. Sollten mehr als 850 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt sein, seien neue Maßnahmen zur Eindämmung des Virus nicht ausgeschlossen.

+++ 14:34 Mehrere Tausend Menschen bei "Querdenken"-Demo in Leipzig +++
Nach einem juristischen Tauziehen hat in der Leipziger Innenstadt eine "Querdenken"-Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen begonnen. Die wenigsten der mehreren Tausend Teilnehmer trugen eine Maske oder konnten den Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten. Der Platz zwischen Gewandhaus und der Leipziger Oper war am Mittag bereits dicht gefüllt. "Die Kontrolle ist für uns fast unmöglich", sagte der Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, Olaf Hoppe. Wegen des hohen Zulaufs mussten die Veranstalter die Kundgebung kurz unterbrechen. Sie riefen die Teilnehmer auf, die Veranstaltungsfläche voll auszunutzen. Nach etwa einer halben Stunde ging die Demo weiter.

+++ 14:11 WHO: Virus in Nerzfarmen in sechs Ländern nachgewiesen +++
Nach den Nachrichten über von Nerzen auf Menschen übertragene mutierte Coronaviren in Dänemark teilt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass bisher aus sechs Ländern infizierte Nerze gemeldet wurden. Fälle von Sars-CoV-2 bei Nerzen seien in Dänemark, den Niederlanden, Italien, Spanien, Schweden und den USA nachgewiesen worden, erklärt die WHO. Dabei sei bisher lediglich die "Cluster 5" genannte Mutation des Virus in Dänemark besorgniserregend, heißt es weiter: Mögliche Auswirkungen auf die Diagnostik, Therapien und die Wirksamkeit von Impfstoffen seien weitgehend unerforscht und "noch nicht gut verstanden", warnt die WHO. Wissenschaftler befürchten, dass diese Mutation die Wirksamkeit künftiger Impfstoffe beeinträchtigen könnte.

+++ 13:54 Zahl der Intensivpatienten hat sich in drei Wochen vervierfacht +++
In Deutschland werden nach aktuellem Datenstand des DIVI-Registers 2839 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Davon müssen 1534 Personen beatmet werden. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Anstieg um 86 respektive 89 Fälle. Im Verlauf der vergangenen drei Wochen hat sich die Zahl der Betroffenen nahezu vervierfacht. Am 17. Oktober lagen noch 730 Patienten auf der Intensivstation. Der jetzige Wert kommt dem Niveau des Frühjahrs gleich: Den bisherigen Höchststand markierte der 18. April, als es 2922 Intensivfälle gab, von denen 2180 beatmet werden mussten.

+++ 13:21 Situation in Neu-Delhi spitzt sich zu - Luftverschmutzung macht es noch schlimmer +++
Neben einem Rekordanstieg an Corona-Fällen müssen sich Bewohner der indischen Hauptstadt Neu-Delhi auch Sorgen über die hohe Luftverschmutzung machen. Die Behörden in der Millionenmetropole melden mit 7178 bestätigten Neuinfektionen den höchsten Anstieg seit Beginn der Pandemie und warnen, die Luftverschmutzung könnte die Lage noch verschlimmern. Die Region um Neu-Delhi verzeichnet bereits mehr als 423.000 Corona-Fälle, mehr als 6800 Menschen starben. Am Wochenende waren die Hauptstadt und ihre Vororte in einen dichten Dunstschleier gehüllt. Die Behörden bezeichneten die Luftqualität an mehreren Messstationen als "ernst", der schlechtesten von sechs Warnstufen. Verschlimmert wird die Lage durch das Verbrennen von Ernteresten auf Feldern. Das machen Bauern jeden Spätherbst, um ihre Felder günstig für die neue Aussaat freizubekommen - obwohl das schon längst verboten ist. Experten warnen, dies könne sich negativ auf den Verlauf von coronabedingten Atemwegserkrankungen auswirken.

+++ 13:02 Testreihe in Frankfurter Gefängnis offenbart weitere Fälle +++
Nach dem Virus-Ausbruch in einem Frankfurter Gefängnis liegen nach Angaben des hessischen Justizministeriums sämtliche Testergebnisse vor. Zu den bereits zuvor positiv getesteten 26 Gefangenen kamen ein weiterer bestätigter Fall sowie ein mutmaßlich positiver Fall hinzu, wie ein Ministeriumssprecher mitteilt. "Alle weiteren etwa 110 Tests waren negativ." Auch die Ergebnisse von 104 Bediensteten liegen vor: Zu den hier bereits festgestellten Infektionen bei zwei Personen sei ein weiterer Fall hinzugekommen. "Alle weiteren Tests waren negativ", so der Sprecher. Anfang der Woche waren in der Justizvollzugsanstalt 28 Infektionen bekannt geworden. Daraufhin wurden laut Ministerium alle Gefangenen einer Station und sämtliche Bedienstete der Justizvollzugsanstalt getestet.

+++ 12:40 Gesundheitsminister einigen sich auf Vorgehen bei Impfungen +++
Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben ein gemeinsames Vorgehen bei Impfungen gegen Sars-CoV-2 beschlossen. Das teilt die Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin mit. Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) habe sich unter dem Vorsitz von Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci gemeinsam mit Bundesminister Jens Spahn auf ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen zur Versorgung mit Impfstoffen verständigt. Der gemeinsame Beschluss vom Freitagabend sieht unter anderem vor, dass der Bund die Impfstoffe beschafft und finanziert und die Länder Impfzentren einrichten. Die Impfstoffe sollen den Angaben zufolge durch die Bundeswehr oder durch die Hersteller angeliefert werden. Die Impfdosen sollen dem Bevölkerungsanteil entsprechend an die Länder verteilt werden, die die Impfzentren in eigener Verantwortung errichten. Dabei könne beispielsweise die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung einbezogen werden.

+++ 12:14 11.500 neue Infektionen in Tschechien +++
In Tschechien verzeichnet das Gesundheitsministerium 11.549 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt sind damit 403.497 Ansteckungsfälle nachgewiesen. Das Land, in dem 10,7 Millionen Menschen leben, hat in den vergangenen beiden Wochen in Europa die meisten Todesfälle gemessen an der Einwohnerzahl aufgewiesen. Es starben bislang 4330 Menschen mit dem Virus. Tschechien hat auch eine der höchsten Infektionsraten in Europa.

+++ 11:50 Polen meldet nächsten Negativrekord +++
Polen meldet mit 27.875 erneut einen Rekordwert an Infektionen binnen 24 Stunden. Damit übersteigt die Zahl der gesamten Coronavirus-Infektionen die Marke von 500.000. Das Gesundheitssystem des Landes beklagt Versorgungsengpässe. In Polen sind bereits 20.249 Intensivbetten belegt, bei einer Kapazität von insgesamt 30.896. Von 2357 Beatmungsgeräten sind nach Daten der Gesundheitsbehörden derzeit bereits 1813 belegt.

+++ 11:32 Spahn: Mehr Menschen sollten Infektionen über Warn-App melden +++
Gesundheitsminister Jens Spahn ruft dazu auf, mehr nachgewiesene Infektionen über die Corona-Warn-App zu teilen. Er sei aber weiter dagegen, die Anwendung verpflichtend zu machen, so Spahn bei einem virtuellen Kongress der Kommunalpolitischen Vereinigung von CDU und CSU. Entwickler arbeiteten an Verbesserungen. So solle die App öfter als nur täglich aktualisiert werden. Die Nutzer sollten zudem vom System aktiv ermuntert werden, Infektionen zu melden. Derzeit haben nach seinen Worten 22 Millionen Menschen in Deutschland die App installiert, 18 bis 20 Millionen Menschen nutzen sie tatsächlich. Mittlerweile seien mehr als zwei Millionen Laborergebnisse über die App übermittelt worden.

+++ 11:07 Nach Mutation bei Nerzen: Großbritannien verbietet Einreisen aus Dänemark +++
Großbritannien verbietet ab sofort Besuchern aus Dänemark die Einreise. Hintergrund seien Ausbrüche des Coronavirus auf Nerzfarmen, twittert Verkehrsminister Grant Shapps. Ausgenommen seien Frachtunternehmen. Am Donnerstag hatte Großbritannien noch angekündigt, dass alle Reisenden aus Dänemark für 14 Tage in Quarantäne müssten. Das Einreiseverbot solle nach einer Woche überprüft werden. In Dänemark war bei Nerzen eine mutierte Form des Coronavirus entdeckt worden mit der sich bereits Menschen angesteckt haben. Landesweit müssen die Tiere nun alle gekeult werden. Dänemark ist in Europa der größte Produzent und Exporteur von Nerzfellen.

+++ 10:44 Ungarn registriert 107 weitere Todesfälle +++
In Ungarn sind binnen 24 Stunden so viele Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben wie noch nie. Der Regierung zufolge liegt die Todeszahl bei 107. Es wurden 5318 Neuinfektionen verzeichnet. Immer mehr Corona-Infizierte müssten im Krankenhaus behandelt werden, derzeit 5612. 405 Patienten brauchen Beatmungsgeräte.

+++ 10:24 "Querdenken" darf doch in Leipziger City demonstrieren +++
Die Initiative "Querdenken" darf nun doch in der Leipziger Innenstadt gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen habe entschieden, dass die Demonstration mit 16.000 Menschen auf dem Augustusplatz stattfinden darf, teilt die Stadt mit. Am Freitagabend hatte das Verwaltungsgericht im Eilverfahren die Auflagen der Stadt zunächst bestätigt. Die Stadt wollte die Kundgebung auf die Parkplätze der Neuen Messe außerhalb des Stadtzentrums verlegen. Für heute 13 Uhr sind insgesamt 27 Demonstrationen, Versammlungen und Kundgebungen in Leipzig angekündigt. Die Polizei bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen "sehr intensiven Einsatz vor, weil auf allen Seiten ein gewisses Radikalisierungspotenzial erkennbar ist".

+++ 10:01 Neun von zehn deutschen Regionen überschreiten Grenzwert +++
366 Regionen in Deutschland reißen derzeit die Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Das entspricht einem Anteil an allen Regionen von rund 89 Prozent. Das ist ein neuer Höchstwert, wie aus aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Das RKI zählt neben den 400 kreisfeien Städten und Landkreisen auch die 12 Berliner Bezirke zu den Regionen. Den höchsten Inzidenz-Wert weisen derzeit Berlin-Neukölln (324,2), Bautzen (311,6) und Augsburg (303,5) auf. In der Auflistung des RKI erreichen 249 Regionen einen Inzidenzwert von 249 und mehr.

+++ 09:37 Gewerkschaft: Virus ängstigt Polizisten +++
Die drastisch gestiegenen Infektionszahlen und die vielen Kontrolleinsätze in Rheinland-Pfalz machen nach Gewerkschaftsangaben Polizisten im Dienst "schon etwas Angst". Das sagt die Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Sabrina Kunz. Immerhin bekämen nun alle rheinland-pfälzischen Polizisten im Außendienst zusätzlich bessere Masken. Diese FFP2-Masken sollen sie wirksamer vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus als ihre bisherigen blauen Stoffmasken schützen. "Nach meinen mir vorliegenden Informationen hat das Land 25.000 FFP2-Masken für die Polizei gekauft", erklärte Kunz. Die Ausgabe habe teils gestockt, solle nun aber beschleunigt werden. "Bislang wurden FFP2-Masken nur bei bestimmten Einsätzen eingesetzt, zum Beispiel bei Todesermittlungen", sagt die GdP-Landesvorsitzende.

+++ 09:11 China schüttelt Krise ab +++
Chinas Exporte haben im Oktober unerwartet stark zugelegt. Mit der wachsenden globalen Nachfrage und der Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft von der Krise stiegen die Ausfuhren in US-Dollar gerechnet um 11,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Wie der chinesische Zoll in Peking mitteilte, kletterte der Außenhandel insgesamt um 8,4 Prozent. Hingegen wuchsen Chinas Importe im Oktober nur um 4,7 Prozent. Der Anstieg ist weit weniger als erwartet und schwächer als im Vormonat mit 13,2 Prozent. Experten verwiesen allerdings auf die geringere wirtschaftliche Tätigkeit durch die ungewöhnlich lange Ferienwoche um Chinas Nationalfeiertag am 1. Oktober, einen starken Vergleichsmonat im Vorjahr und geringere Öleinfuhren.

+++ 08:46 RKI: 23.400 neue Fälle in Deutschland +++
Die Zahl der täglich verzeichneten Neuinfektionen in Deutschland hat mit mehr als 23.000 Fällen einen neuen Negativrekord erreicht. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilt, wurden 23.399 neue Ansteckungsfälle innerhalb eines Tages erfasst. Damit wurde der erst am Vortag bekanntgegebene Rekordwert von 21.506 Fällen übertroffen. Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des RKI 642.488 Infektionen registriert. Die Zahl der Todesfälle stieg demnach auf 11.226 - dies waren 130 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag bei etwa 412.000.

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+++ 08:19 Lehrer muss wegen Drohungen gegen Gesundheitsbeamtin vor Gericht +++
Weil er einer Gesundheitsbeamtin zahlreiche Drohbriefe geschrieben haben soll, muss sich ein Mathelehrer aus dem US-Bundesstaat Kalifornien vor Gericht verantworten. Ein Richter im Landkreis Santa Clara entschied, dass dem 55-Jährigen wegen Nachstellungen und Drohungen gegen Verwaltungsbeamte der Prozess gemacht werden soll. Den Ermittlungen zufolge hatte der Pädagoge der obersten Gesundheitsbeamtin des Landkreises über Monate hinweg 24 Drohbriefe geschickt, weil er sie für Beschränkungen wegen des Coronavirus verantwortlich machte. Bei seiner Festnahme im August wurden in der Wohnung des Mannes in der Stadt Gilroy 138 Schusswaffen und Tausende Schuss Munition sowie Sprengstoff gefunden.

+++ 07:53 Experten: Wirtschaftsfolgen könnten Migration befeuern +++
Die schweren wirtschaftlichen Folgen der Krise in vielen Ländern Afrikas könnten Experten zufolge die Migration befeuern. Künftig würden sich Treiber der Migration verstärken, sagt Bram Frouws, der Leiter des Rechercheinstituts Mixed Migration Centre. "Der Bedarf oder der Wunsch von Menschen auszuwandern wird nur wachsen, aber die Optionen auszuwandern werden womöglich schrumpfen." Auch Roland Nwoha von der Organisation Idai Renaissance in der nigerianischen Stadt Benin City sagt, er erwarte in seinem Heimatland "eine riesige Bewegung von Menschen, denn die Pandemie hat in Nigeria so viel Leid und Armut verursacht". Allerdings könnten sich den Experten zufolge neue Dynamiken und Routen entwickeln. Frouws erwartet in den kommenden Jahren weniger Migration aus den Ländern südlich der Sahara nach Europa, dafür könne sich die Migration innerhalb der Länder oder der Region verstärken - was ohnehin jetzt schon den Großteil der Migration in Afrika ausmache.

+++ 07:22 Mehr Schüler und Lehrer in Hessen in Quarantäne +++
Die tägliche Quote von Lehrern und Schülern in Quarantäne ist mit den steigenden Infektionszahlen gewachsen. Zuletzt mussten rund drei Prozent der Schüler und knapp vier Prozent der Lehrer wegen behördlicher Anordnungen zu Hause bleiben (Stand: 4. November). Beide Werte hätten noch bis zu den Herbstferien dauerhaft unter einem Prozent gelegen, sagt ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden. Sie seien erst nach dem starken Anstieg der Infektionszahlen in ganz Deutschland angewachsen.

+++ 06:50 Mehr als 50.000 Neuinfektionen in Indien +++
Indien meldet 50.356 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen binnen 24 Stunden auf 8,46 Millionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Die Zahl der Todesfälle wuchs um 577 auf 125.562. Indien weist nach den USA weltweit die zweitmeisten bestätigten Ansteckungen auf, verzeichnet aber seit September einen Abwärtstrend bei den Neuinfektionen.

+++ 06:25 Gesundheitsämter auch im Norden am Limit +++
Angesichts steigender Neuinfektionen sind auch Gesundheitsämter im Norden an ihre Belastungsgrenzen gekommen. Obwohl vielerorts seit dem Frühjahr neues Personal unter anderem zur Nachverfolgung von Kontakten eingestellt worden ist, reichen die personellen Kapazitäten nicht überall aus, wie eine Umfrage unter Gesundheitsämtern in Schleswig-Holstein ergab. Einige Kommunen haben Unterstützung durch die Bundeswehr angefordert oder bereits erhalten. Auch Landesbeamte helfen bei der Nachverfolgung des Infektionsgeschehens. Dennoch können nicht alle Kontakte ermittelt werden. Zudem werden zahlreiche Pflichtaufgaben der Gesundheitsämter nicht im üblichen Umfang angeboten, wie die Umfrage ergab.

+++ 05:47 Kliniken und Pflegeheime beginnen mit Einsatz von Schnelltests +++
In den ersten Bundesländern läuft der Einsatz von Schnelltests an. Sie sollen unter anderem Infektionen in Pflegeheimen und Kliniken verhindern. Für November hat der Bund zunächst neun Millionen Tests über Abnahmegarantien bei Herstellern gesichert, damit die Länder oder Einrichtungen sie kaufen können. Dieses monatliche Kontingent soll schrittweise auf 22 Millionen Schnelltests im Januar anwachsen, wie es vom Bundesgesundheitsministerium hieß. Bei Antigen-Schnelltests müssen Proben zum Auswerten nicht ins Labor gebracht werden. Sie gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Vornehmen müssen sie medizinisch geschultes Personal. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests durch einen PCR-Test bestätigt werden.

+++ 05:10 Trumps Stabschef positiv getestet +++
Mark Meadows, der Stabschef des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das berichtet unter anderem CNN. Über den Zeitpunkt des Tests ist bislang nichts bekannt. Meadows war unter anderem mit im Raum, in dem sich Trump in der Nacht zum 4. November im Weißen Haus zum Wahlsieger erklärte. Dabei waren auch andere Mitglieder der Trump-Familie anwesend, unter anderem Tochter Ivanka, ihr Mann Jared Kushner und Donald Trump Junior.

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+++ 04:14 Mehr Deutsche haben Angst, sich zu infizieren +++
Angesichts der massiv gestiegenen Infektionszahlen ist die Angst vor dem Coronavirus in Deutschland deutlich gewachsen. Im Oktober seien schon 18 Prozent der Deutschen sehr und 67 Prozent etwas besorgt gewesen, sich selbst zu infizieren, schreibt die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine Forsa-Umfrage für das Bundesgesundheitsministerium. Im Juni seien noch lediglich acht Prozent sehr und 58 Prozent etwas besorgt gewesen. Positiv bewerten die Befragten ihre Erfahrung mit den Tests und den Gesundheitsämtern. Von denen, die bereits auf Corona getestet worden seien, hätten 88 Prozent angegeben, dass es schnell und unkompliziert gelaufen sei.

+++ 03:28 Coronahilfe für Studenten wird wohl verlängert +++
Studenten, die wegen der Corona-Pandemie ihren Nebenjob verloren haben, sollen nach dem Willen von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek auch im Wintersemester finanziell unterstützt werden. "Wir sind uns mit dem Deutschen Studentenwerk einig, dass wir die bewährte Überbrückungshilfe für Studierende in pandemiebedingten Notlagen im November wiederaufleben lassen", sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post" Sie könne sich auch vorstellen, dass die Überbrückungshilfe darüber hinaus bis zum Ende des Wintersemesters weiterlaufe. In der Corona-Krise hatte das Bildungsministerium die Überbrückungshilfe ins Leben gerufen, die nicht zurückgezahlt werden muss. Ausgezahlt wurden 100 bis maximal 500 Euro pro Monat.

+++ 02:35 Argentinien rechnet zum Jahresende mit Impfbeginn +++
Argentiniens Präsident Alberto Fernández hofft bis Jahresende auf die Verfügbarkeit eines Corona-Impfstoffes. "Wenn alles gut geht", werde das Land ab Ende Dezember über genügend Impfstoff-Dosen für zehn Millionen Menschen verfügen, sagte Fernández. Er habe mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Gespräche über eine Direktlieferung des Vakzins Sputnik V geführt. Zudem gebe es Verhandlungen mit Pharmafirmen, die derzeit in der Schlussphase der Impfstoffentwicklung seien. So solle Pfizer ab Dezember 750.000 Dosen seines Vakzins liefern, ab März könne der Impfstoff von AstraZeneca bereit stehen. Argentinien gehört mit mehr als 1,2 Millionen Fällen und fast 33.000 Todesopfern zu den besonders stark von der Pandemie betroffenen Ländern.

+++ 02:07 Vier Verfassungsbeschwerden gegen Teil-Lockdown +++
Beim Bundesverfassungsgericht liegen wegen des Teil-Lockdowns bislang vier Verfassungsbeschwerden und zwei Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung vor. Insgesamt zählte das Gericht in Karlsruhe zum Thema Corona bisher 518 Verfassungsbeschwerden, meldet die Funke-Mediengruppe. 331 seien nicht weiter verfolgt worden.

+++ 01:37 Ärztegewerkschaft wirbt für Hotel-Quarantäne +++
Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund plädiert dafür, dass positiv auf das Coronavirus Getestete ihre Quarantäne auch in einem Hotelzimmer verbringen können. Das Angebot solle freiwillig sein und nur für Menschen gelten, die keine oder nur schwache Symptome haben, sagte die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Eine solche Regelung könne die Infektion von Familienmitgliedern verhindern und nütze nebenbei auch Hotels und Pensionen, die in der Krise kaum Einnahmen haben. Die Kosten für die Unterbringung müsse der Staat übernehmen.

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+++ 00:42 Söder: "Lockdown Light wird wirken" +++
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die derzeitigen coronabedingten Einschränkungen Wirkung zeigen. "Der Lockdown light wird wirken. Die Medizin ist bitter, aber notwendig. Ich hoffe, die Dosis reicht", sagte der CSU-Chef der "Rheinischen Post". Er appellierte an die Geduld der Bürger. "Wir brauchen mindestens zwei Wochen, um den Erfolg der Maßnahmen bewerten zu können. Es wäre falsch, die Therapie frühzeitig abzubrechen." Der Ministerpräsident betonte zugleich, Deutschland habe den "mildesten Lockdown, den es derzeit in Europa gibt".

+++ 23:50 Brasilien verzeichnet 18.862 Neuinfektionen +++
In Brasilien steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 18.862 auf insgesamt mehr als 5,6 Millionen. Das Gesundheitsministerium gab zudem 279 weitere Todesfälle bekannt. Insgesamt sind damit 162.015 Menschen in dem Land an oder mit Covid-19 gestorben.

+++ 23:03 Portugals Präsident ruft landesweiten Notstand aus +++
Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa zum zweiten Mal nach dem Frühjahr den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Der Ausnahmezustand soll ab nächster Woche in Kraft treten. Es handele sich um eine "sehr begrenzte und weitestgehend präventive Maßnahme", betonte der Präsident. Der Notstand ermöglicht es der Regierung, neue Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu verhängen. Als Beispiel nannte de Sousa Verkehrsbeschränkungen. Über konkrete Maßnahmen will die sozialdemokratische Regierung am Samstagabend in einer außerordentlichen Ministerratssitzung beraten. Im Gespräch sind unter anderem eine landesweite nächtliche Ausgangssperre sowie öffentliche Fiebermessungen an bestimmten Orten. Zuletzt stieg die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Portugal wieder stark an: Vergangene Woche hat das Land erstmals die Marke von 4000 Neuinfektionen binnen eines Tages überschritten.

+++ 22:32 Fast 118.000 Neuinfektionen in den USA +++
Die US-Seuchenschutzbehörde CDC registriert binnen 24 Stunden 117.988 Neuinfektionen. Am Donnerstag waren es 106.537 gewesen. Insgesamt haben sich demnach nunmehr rund 9,58 Millionen US-Bürger nachweislich mit dem Virus angesteckt. Die Zahl der Toten steigt um 1135 auf 234.264. Die Zahlen der CDC können von den aus den einzelnen Bundesstaaten gemeldeten Fällen abweichen. Die Grafiken von ntv.de beziehen sich auf die Daten der "New York Times", die etwas höher liegen. Nach dieser Zählung gibt es inzwischen 9.698.098 gemeldete Infektionen und 235.331 Todesfälle in Verbindung mit Covid-19.

+++ 21:53 Ungarn will russischen Impfstoff testen +++
Ungarns Regierung will auch auf russische Impfstoffe setzen. Ungarn werde im Dezember mit der Einfuhr "kleiner Mengen von Impfstoffen" aus Russland beginnen und diese in klinischen Studien testen, erklärte Ungarns Außenminister Peter Szijjarto. Lieferungen mit "großen Mengen" von Impfstoffen sollten ab der zweiten Januarwoche folgen. Auch der rechtspopulistische Regierungschef Viktor Orban äußerte sich am Freitag zum Thema Impfstoff: "Wir sehen das Ende des Tunnels, wir erhalten mehr und mehr gute Nachrichten zu Impfstoffen", sagte er in einem Radio-Interview. Er fügte hinzu: "Die Menschen wollen, dass Ungarn weiterhin funktioniert, und die Wirtschaft muss ebenso geschützt werden wie das Leben."

+++ 21:01 Mehr als 23.000 Neuinfektionen in Deutschland +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 631.348 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit binnen 24 Stunden 23.069 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 169 auf 11.167. Als aktuell infiziert gelten rund 223.000 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,9 angegeben (Vortag: 0,79). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 90 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,99 (Vortag: 0,93). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 2753 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 1445 davon werden beatmet. Rund 7024 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

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Die wichtigsten Entwicklungen zur bisherigen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, fzö/ino/dpa/rts/AFP