Panorama

"Einzig machbare Route"Adria-Urlauber werden wegen Waldbrand per Schiff evakuiert

27.07.2026, 01:55 Uhr
00:00 / 02:42
This-photograph-obtained-from-Italian-news-agency-Ansa-shows-a-vast-wildfire-spreading-in-the-forest-near-the-Adriatic-sea-resort-of-Peschici-from-where-hundreds-of-people-were-evacuated-by-sea-as-the-fire-swept-through-in-the-southeastern-Italy-province-of-Puglia-on-July-26-2026-Wildfires-fanned-by-scorching-temperatures-and-strong-winds-swept-through-parts-of-Italy-France-and-Spain-since-July-23-2026-forcing-thousands-of-people-to-flee-as-hundreds-of-firefighters-backed-by-water-bombing-planes-battled-the-blazes
Riesige Rauchwolken deuten an, welches Ausmaß die Waldbrände um Peschici haben müssen. (Foto: AFP/Ansa)

Heftige Waldbrände bereiten den Menschen in Südeuropa Sorgen. In einem italienischen Ort müssen nun Hunderte auf dem Seeweg evakuiert werden. Entlang der Straßen wüten zu starke Feuer.

Nach der Ausbreitung eines Waldbrands an der südlichen Adriaküste sind in Italien Hunderte Menschen mit Schiffen in Sicherheit gebracht worden. Insgesamt seien am Sonntag mehr als 400 Touristen und Strandbesucher "über den Seeweg" evakuiert worden, erklärte die Küstenwache in Onlinediensten. Dies sei die "einzig machbare Evakuierungsroute" gewesen.

Die Betroffenen wurden demnach aus dem Gebiet um die Stadt Peschici in der südlichen Region Apulien in Sicherheit gebracht. An dem Einsatz waren sechs Schiffe der Küstenwache, drei Boote der italienischen Finanzpolizei und etwa zehn private Schiffe beteiligt, wie die Küstenwache weiter mitteilte. Ein Sprecher erklärte, dass wahrscheinlich noch rund 300 weitere Menschen in Sicherheit gebracht werden müssten. Der Einsatz dauert demnach an.

Auf Bildern waren Feuerwehrleute und ein Löschflugzeug zu sehen, die gegen die Flammen kämpften. Unmittelbare Gefahr für Wohnhäuser in der Stadt bestand zunächst aber nicht. Örtliche Medien zitierten den Bürgermeister von Peschici mit den Worten, die Lage sei "unter Kontrolle".

Auch in Frankreich und Spanien kämpften Tausende Einsatzkräfte am Wochenende weiter gegen verheerende Brände. Der Sprecher des französischen Feuerwehrverbandes FNSPF, Eric Brocardi, sprach von einem "David-gegen-Goliath-Szenario". Bis jetzt waren wegen der Feuer in Frankreich und Spanien mehr als 300.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Die Chefin des spanischen Katastrophenschutzes, Virginia Barcones, sprach von einem Feuer-"Monster".

In Frankreich wüteten die Flammen vor allem im Südwesten des Landes, wo sie sich laut Innenminister Laurent Nuñez zuletzt "unkontrolliert" nahe der Stadt Bordeaux ausbreiteten. Am Sonntag rückten sie demnach bis auf 15 Kilometer an die Grenzen des Stadt-Großraums heran. Im Nachbarland Spanien hätten die Brände eine "massive Krise" ausgelöst, sagte die Chefin des spanischen Katastrophenschutzes, Virginia Barcones, dem Sender TVE. Die Feuer betreffen demnach "ein Gebiet, das eine Fläche von 77.000 Hektar umfasst". Laut Spaniens Ministerin für den ökologischen Wandel, Sara Aagesen, betreffen diese 77.000 Hektar die Region Madrid und die Provinzen Ávila und Toledo.

Quelle: ntv.de, mpa/AFP

EvakuierungWaldbrändeItalienFrankreichSchifffahrtSpanien