Panorama

Mordfall Susanna Ali B. bekommt lebenslang

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Ali B. muss lebenslang ins Gefängnis.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Im Prozess um die Vergewaltigung und den Mord an der 14-jährigen Susanna wird Ali B. zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Zusätzlich wird die besondere Schwere der Schuld festgestellt. In der Begründung heißt es, er habe kaltblütig und zielgerichtet gehandelt.

Wegen Mordes und Vergewaltigung an der Schülerin Susanna hat das Landgericht Wiesbaden den Angeklagten Ali B. zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Richter stellten in ihrem Urteil zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist damit für den irakischen Flüchtling so gut wie ausgeschlossen. Das Gericht entschied, eine Sicherungsverwahrung vorzubehalten.

Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der 22-Jährige Susanna vor mehr als einem Jahr in einem Waldgebiet in der Nähe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim vergewaltigt und ermordet hat. Mit dem Urteilsspruch folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Vertreter der Anklage hatten dem irakischen Flüchtling vorgeworfen, Susanna erwürgt zu haben, um die Vergewaltigung zu verdecken. Er habe kaltblütig, zielgerichtet und heimtückisch gehandelt. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Strafantrag gestellt. Der zur Tatzeit 21-jährige B. hatte im Prozess gestanden, Susanna im Mai vergangenen Jahres an einem Bahndamm nahe Wiesbaden erwürgt und verscharrt zu haben, eine Vergewaltigung aber abgestritten. Eine Gutachterin attestierte dem Angeklagten eine Persönlichkeitsstörung. Er sei nur auf seine eigenen Bedürfnisse konzentriert und manipuliere dafür auch andere Menschen.

Susanna wird tagelang gesucht

Sicherungsverwahrung

Sicherungsverwahrung wird im Urteil verhängt oder ihre Anordnung vorbehalten, wenn die Gesellschaft etwa vor hochgefährlichen Sexualstraftätern auch nach deren Haftverbüßung geschützt werden soll. Diese Täter müssen in Einrichtungen untergebracht werden, die sich deutlich von regulären Gefängnissen unterscheiden. Auch Sicherungsverwahrte müssen zudem Hoffnung auf Freiheit haben können. Die Fortdauer der Verwahrung muss deshalb jährlich überprüft werden. Nach zehn Jahren ist die Sicherungsverwahrung zu beenden, sofern nicht weitere erhebliche Straftaten drohen.

Die Leiche der Schülerin war am 6. Juni in einem Erdloch gefunden worden. Rund zwei Wochen nach dem Verschwinden des Mädchens waren die Einsatzkräfte nach einem Zeugenhinweis auf das Versteck mit dem toten Mädchen gestoßen.

Besonders war der Fall auch deshalb, weil Ali B. kurz nach der Tat mitsamt seiner Familie und gefälschten Papieren in den Nordirak ausgereist war. Die dort herrschenden Kurden übergaben ihn der Bundespolizei. Der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, flog selbst zusammen mit Spezialkräften nach Erbil und brachte B. zurück. Das erregte Protest der irakischen Regierung, weil es kein Auslieferungsabkommen zwischen dem Irak und der Bundesrepublik gibt. Der gesamte Fall hatte eine bundesweite Debatte um die Flüchtlingspolitik ausgelöst.

Bei Susannas Mutter entschuldigte sich der Angeklagte in seinem letzten Wort vor Gericht. In einem weiteren Prozess muss sich der Iraker wegen der Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens verantworten. Dieses Verfahren findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Quelle: n-tv.de, sgu/AFP/dpa

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