Panorama

Nach Razzia in Berlin-Neukölln Amtsarzt macht zwei Testzentren dicht

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Bis zu 18 Euro können die Betreiber pro Test abrechnen. Kontrolliert wird bislang kaum.

(Foto: dpa)

Die Möglichkeit für kostenlose Bürgertests ist ein wichtiger Bestandteil der Pandemiebekämpfung. Doch finden sich unter den Teststellenbetreibern auch schwarze Schafe. Nach einer Razzia in Berlin müssen zwei Testzentren schließen, auch aus anderen Bundesländern werden Auffälligkeiten gemeldet.

Systematische Überprüfungen von Teststellen gibt es nicht, doch seit unter anderem die "Süddeutsche Zeitung" über mutmaßlichen Abrechnungsbetrug berichtet hat, schauen die Behörden jetzt mancherorts genauer hin. Etwa in Berlin: Im Stadtteil Neukölln hat der Amtsarzt heute zwei private Teststationen geschlossen. Grund war hier aber kein Abrechnungsbetrug, sondern unsachgemäßes Testen. Außerdem soll es Verstöße gegen die Hygieneregeln gegeben haben.

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, hatten unter anderem Zollebamte, Gesundheitsamt, Wirtschaftsverwaltung und Polizei am frühen Abend vier Teststationen angefahren. Eine hatte zum Zeitpunkt der Razzia bereits zu, bei einer weiteren gab es keine Beanstandungen.

Gefälschte Testergebnisse in Hessen

Auch aus anderen Bundesländern wurden vereinzelte Auffälligkeiten gemeldet. Das Landeskriminalamt (LKA) in Hessen untersucht zwei mögliche Betrugsfälle. In einem Fall wurde demnach ein Testtermin gebucht und im Voraus bezahlt, zum besagten Termin soll das Testzentrum aber geschlossen gewesen sein. In dem anderen Fall ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen zwei Mitarbeiter einer Teststelle. Den beiden Männern wird vorgeworfen, gefälschte PCR-Testergebnisse übersandt und pro Test zu Unrecht 79,90 Euro eingenommen zu haben. Das Frankfurter Gesundheitsamt bestätigte derweil, dass die Behörde die Beauftragung der Stadt für zwei Testzentren wegen "relevanter Mängel bei der Testdurchführung" widerrufen musste.

In Bayern sind den Ermittlungsbehörden zwei Fälle bekannt, in denen der Verdacht auf Betrügereien rund um Abrechnungen in Corona-Testzentren besteht. Gesundheitsminister Klaus Holetschek nannte am Dienstag einen Fall im Kreis Miesbach, wo ein privat betriebenes Testzentrum geschlossen worden sei. Erste Verdachtsmomente hätten sich hier Mitte Mai ergeben. Die Generalstaatsanwaltschaft am Landgericht Nürnberg-Fürth, die sich schwerpunktmäßig mit Straftaten im Umfeld der Gesundheitsberufe beschäftigt, bestätigte einen weiteren Verdachtsfall, der bei der Behörde anhängig sei, nannte aber keine Einzelheiten. Der Gesundheitsminister kündigte für die Zukunft unangemeldete Kontrollen bei Testzentren an, wofür auch die Corona-Taskforce beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) herangezogen werden soll.

Holetschek wies aber auch darauf hin, dass die 600 privat betriebenen Teststationen in Bayern einen wichtigen Beitrag in der Pandemiebekämpfung leisten. Der Großteil der Zentren arbeite sehr gewissenhaft.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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