Biden-Statement zu AmoklaufAuch Kinder unter den Toten von Texas

Erneut werden in den Vereinigten Staaten mehrere Menschen bei einem Amoklauf getötet. Präsident Biden meldet sich nun mit einem Statement zu Wort und macht genauere Angaben über die Opfer.
Bei dem Amoklauf in einem Einkaufszentrum in Texas sind auch Kinder ums Leben gekommen. US-Präsident Joe Biden teilte in einer schriftlichen Stellungnahme mit, unter den acht Todesopfern seien Kinder. Einzelheiten zur Zahl der minderjährigen Opfer oder zu ihrem Alter nannte er nicht. Die Polizei in Allen, einem Vorort von Dallas, hat nach der Schussattacke am Samstag keine näheren Angaben zu den acht Todesopfern gemacht, etwa zu ihrem Alter. Auch viele andere Fragen ließen die örtlichen Behörden bislang unbeantwortet, insbesondere zum Täter und dessen Ausrüstung.
Biden schrieb in seinem Statement, der Angreifer habe "in taktischer Ausrüstung und mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15" unschuldige Menschen niedergeschossen. So etwas sei nicht zum ersten Mal passiert. Allein in diesem Jahr habe es bereits viele Dutzend Amokläufe und tödliche Schießereien in den USA gegeben. "Die häufigste Todesursache für amerikanische Kinder ist Waffengewalt", beklagte er. Ein Polizist hatte den Angreifer in dem Einkaufszentrum am Samstag in Texas erschossen.
Einmal mehr rief Biden die Republikaner im Kongress auf, ihre Blockade gegen eine Verschärfung der Waffengesetze im Land aufzugeben und etwa ein Verbot von Sturmgewehren zu ermöglichen. "Die republikanischen Mitglieder des Kongresses können dieser Epidemie nicht länger mit einem Achselzucken begegnen", mahnte der Präsident. Auf Twitter Gedanken und Gebete an die betroffenen Familien zu senden, sei nicht genug.
48.000 Tote pro Jahr
Die USA sind seit langem mit einem schwer begreiflichen Ausmaß an Waffengewalt konfrontiert. Amokläufe und tödliche Schießereien gehören zum Alltag. Im Jahr 2021 starben laut dem Forschungszentrum Pew rund 48.000 Menschen an Verletzungen, die auf Waffen zurückgingen. Demnach gingen mehr als die Hälfte der Todesfälle (etwa 26.000 oder 54 Prozent) auf Selbstmorde zurück. 43 Prozent waren Morde, der Rest ging auf Unfälle im Umgang mit Waffen und tödliche Schüsse durch die Polizei zurück.
Eine substanzielle Verschärfung des Waffenrechts wird seit Jahren von Republikanern verhindert. Die berufen sich auf den zweiten Zusatzartikel zur Verfassung, die aus der Revolutionszeit Ende des 18. Jahrhunderts stammt. Der Artikel erlaubt ausdrücklich Waffenbesitz. Laut Pew sind gut die Hälfte der Amerikaner für strengere Waffengesetze.
Ende Juni des vergangenen Jahres trat ein neues Gesetz in Kraft, das als größte Neuerung im Waffenrecht seit fast 30 Jahren galt. Es erleichtert es Menschen Waffen abzunehmen, die eine Gefahr für sich oder andere sein könnten. Außerdem können 18- bis 21-jährige Waffenkäufer umfangreicher überprüft werden - das Besondere daran war, dass das Gesetz auch die Zustimmung republikanischer Abgeordneter erhielt.