Panorama

Millionenstadt als Modellprojekt Auch Köln will trotz Inzidenz von 128 öffnen

In Köln steigt die Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb von 24 Stunden sprunghaft an. An weitere Schließungen denkt die Millionenstadt dennoch nicht, obwohl Oberbürgermeisterin Reker diese noch im Februar gefordert hatte. Stattdessen will sie nun als Modellstadt den "Vertrauensverlust" heilen.

Nordrhein-Westfalen will dem Modell der Stadt Tübingen folgen und in ausgewählten Kommunen ein sicheres Öffnungskonzept erproben. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, sollen ab dem 6. April Pilotversuche aufgebaut werden. Zu den ausgewählten Modellstädten sollen demnach Aachen, der Kreis Warendorf, Winterberg, aber auch Köln mit einer aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz von 128 gehören.

Der Modellversuch sieht die Öffnung von Einzelhandel, Gastronomie und Veranstaltungsstätten vor. Am Beispiel von Köln wolle die nordrhein-westfälische Landesregierung erproben, wie die Maßnahmen in einer Metropole greifen, heißt es in dem Bericht. Geplant ist demnach, Menschen mit einem aktuellen und negativen Corona-Test Zugang zu Restaurants und Bekleidungsgeschäften zu erlauben. Dies soll unter anderem durch eine elektronische Erfassung von Kontakten ermöglicht werden.

"Der Vertrauensverlust in der Bevölkerung ist nur wieder heilbar, wenn es uns gelingt, eine Öffnungsperspektive mit Testungen aufzulegen, die funktioniert", sagte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker dem "Stadt-Anzeiger". In Köln seien ausreichend Testkapazitäten vorhanden, um das Modellprojekt in möglichst vielen Bereichen zu erproben. Das Saarland hatte am Donnerstag ein ähnliches Projekt angekündigt.

Reker ändert ihre Meinung

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Köln binnen 24 Stunden sprunghaft gestiegen. Lag der Wert, der angibt, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohnern sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert haben, noch bei 113,2, stieg er nun auf 128.

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Noch im Februar hatte Oberbürgermeisterin Reker für die No-Covid-Strategie und Öffnungen erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter zehn geworben. "In dieser Phase der Pandemie halte ich einen kurzen, konsequenteren Lockdown für zielführend, wenn es darum geht, dass wir die Corona-bedingten Einschränkungen damit möglichst schnell und nachhaltig lockern können", sagte sie.

Angesichts der stark ansteigenden Zahl von Neuinfektionen will sich im Laufe des Tages der Corona-Krisenstab der Stadt treffen. Im Anschluss will er in einer digitalen Pressekonferenz über die aktuelle Situation und Entscheidungen informieren.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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