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Handy-Auswertung bringt WendeAus Notwehr wird Mordverdacht - Polizei sucht 17-Jährige

05.02.2026, 18:34 Uhr
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Mit diesem Foto fahndet die Polizei nach der Tatverdächtigen. (Foto: Polizei Recklinghausen)

Eine 17-Jährige ersticht in Castrop-Rauxel einen Gleichaltrigen. Sie behauptet, in Notwehr gehandelt zu haben - die Polizei glaubt ihr zunächst und lässt sie gehen. Doch die Auswertung ihres Handys bringt neue Erkenntnisse. Jetzt steht die Schülerin unter Mordverdacht.

Zuerst sah es nach Notwehr aus, jetzt steht sie unter Mordverdacht: Ermittler suchen eine 17-Jährige aus Castrop-Rauxel. Die Schülerin soll einen gleichaltrigen Jugendlichen durch einen Stich in den Hals heimtückisch ermordet haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Als die Mordkommission neun Tage nach der Tat mit einem Haftbefehl an der Adresse der Jugendlichen auftauchte, war sie verschwunden. Nun wird öffentlich nach ihr gefahndet.

Zunächst hatte sie den Ermittlern erzählt, sich gegen eine Vergewaltigung gewehrt und in Notwehr zugestochen zu haben. Dabei lieferte sie zwei Versionen ab: Erst behauptete sie, auf dem Weg zur Fahrschule von hinten angegriffen worden zu sein. Später hatte die 17-Jährige eingeräumt, sich mit dem Teenager auf der Terrasse eines leerstehenden Hauses getroffen zu haben. Dies habe sie aus Angst vor ihren Eltern zunächst verschwiegen. Sie habe ihn gekannt und schon vorher Kontakt zu ihm gehabt.

Bei dem Treffen sei der junge Mann dann aber zudringlich geworden und habe versucht, sie zu vergewaltigen. Sie habe schließlich nach einem spitzen Gegenstand gegriffen und - ohne Tötungsabsicht - in Richtung des Jugendlichen gestochen. Dann sei sie nach Hause gelaufen. Weil die zweite Version mit der Spurenlage übereinstimmte, wurde die 17-jährige Angela R. freigelassen.

Ein Autofahrer hatte den stark blutenden Jugendlichen unweit des leerstehenden Hauses entdeckt. Der 17-Jährige war dann bewusstlos geworden und trotz Rettungsmaßnahmen gestorben.

Die umfangreiche Auswertung des Handys des Mädchens habe schließlich Tage später ergeben, dass sie nicht in Notwehr gehandelt, sondern den Jugendlichen geplant und heimtückisch getötet haben dürfte. Ein Messer sei inzwischen als mögliche Tatwaffe in Tatortnähe auf einem Spielplatz entdeckt worden, sagte Staatsanwalt Henner Kruse. Es werde noch auf Spuren untersucht.

Am 23. Januar hatte das Amtsgericht Dortmund Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts gegen die 17-Jährige erlassen. Da die Jugendliche bis jetzt nicht gefunden werden konnte, wird jetzt öffentlich nach ihr gefahndet. Angela R. wird wie folgt beschrieben:

  • 1,59 Meter groß

  • braune Haare

  • braune Augen

  • schlanke Figur

  • russischer Akzent

Wer die 17-Jährige gesehen hat, soll sich bei der Polizei melden. Die Ermittler haben ein Hinweisportal eingerichtet. Sie nehmen auch Informationen unter der Telefonnummer 0800/2361111 entgegen.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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