Bahnverkehr läuft wieder anBahnchefin Palla verteidigt "Elli"-Krisenmanagement

Wintersturm "Elli" verläuft glimpflicher als befürchtet. Dennoch kommt der Bahnverkehr in Teilen Deutschlands zeitweise zum Erliegen. Nun kündigt sich allmählich Entspannung an.
Der wetterbedingt teils ausgesetzte Fernverkehr der Bahn in Norddeutschland ist nach Unternehmensangaben auf allen Hauptstrecken wieder angelaufen. Allerdings sei weiterhin nur ein reduziertes Angebot möglich und es könne noch zu Ausfällen kommen, teilte die Deutsche Bahn (DB) am Vormittag mit.
Konzernchefin Evelyn Palla verteidigte das Krisenmanagement des Konzerns. Die Sicherheit von Reisenden und Mitarbeitenden habe für ihr Unternehmen immer "oberste Priorität", sagte die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof Hannover. Die Lage sei "sehr dynamisch" gewesen, "weitreichende Schneeverwehungen" hätten seit Freitag immer wieder bereits freigeräumte Streckenabschnitte blockiert.
Die Bahn sei "immer bestmöglich vorbereitet", fügte Palla hinzu. Es gebe jedoch stets "Unbekannte", jede Wetterlage sei "anders". So sei vorher etwa unklar, welche Regionen und Strecken besonders betroffen sein würden. "Es ist uns tatsächlich gelungen, dass kein Zug auf freier Strecke liegengeblieben ist", betonte die Bahnchefin. Dies sei wichtig, da bei Ausfall der Stromversorgung sonst kritische Situationen drohten. Die Bahn hatte wegen der Folgen von Wintersturm "Elli" den Fernverkehr im Norden Deutschlands seit Freitag zeitweise komplett eingestellt. .
Probleme noch im Nahverkehr
Einige Strecken, etwa nach Kopenhagen, Amsterdam oder Rostock, wurden noch nicht wieder bedient. Auf den Schnellfahrstrecken von Hannover nach Frankfurt, zwischen Wolfsburg und Berlin sowie zwischen Köln und Frankfurt drosselt die Bahn zudem "vorsorglich" die Geschwindigkeit der Züge. "Dadurch kann es zu Verspätungen und Anschlussverlusten kommen." Die Verzögerungen erklärte die Bahn unter anderem mit Schneeverwehungen auf bereits geräumten Gleisen sowie eingefrorenen und blockierten Weichen. An manchen Eisenbahntunneln musste das Technische Hilfswerk (THW) erst die Zugänge freiräumen. Vor der Inbetriebnahme von Fernverkehrsstrecken mussten zudem Testfahrten gemacht werden.
Seit Sonntagfrüh fahren demnach auch wieder Züge auf den Verbindungen Hamburg-Hannover-Kassel-Süddeutschland, Berlin-Hannover-NRW und Hamburg-Berlin, wenn auch noch nicht wieder mit dem fahrplanmäßigen Angebot. Im Laufe des Sonntags soll nach Bahn-Angaben auch der Verkehr Richtung Dänemark und Niederlande sowie an die Küsten wieder aufgenommen werden.
Im Nahverkehr Schleswig-Holsteins und Niedersachsens kommt es am Sonntag noch zu größeren Einschränkungen. "Mehrere Strecken können noch nicht befahren werden", erklärte die Bahn. "Hier erwarten wir erst im Laufe des Tages schrittweise Erhöhungen des Fahrplanangebotes nach erfolgten Räumarbeiten." Die S-Bahn Hamburg fahre bereits "in großen Teilen Normalbetrieb".
Die Deutsche Bahn bat Reisende, zu prüfen, ob man geplante Reisen verschieben kann und sich vor Fahrtantritt in der App "DB Navigator" oder auf www.bahn.de über die aktuelle Verkehrslage zu informieren. Kunden könnten zudem weiterhin die kostenfreie Sonderhotline 08000 996633 nutzen.