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Dienstag, 13. Dezember 2016

Mord an Freiburger Studentin: Bericht: 17-jähriger Afghane war vorbestraft

Der mutmaßliche Mörder der Freiburger Studentin Maria L. war einem Bericht zufolge wegen einer Gewalttat vorbestraft. Er soll im Jahr 2013 eine Frau auf der griechischen Insel Korfu überfallen haben - und dafür auch zu einer Haftstrafe verurteilt worden sein.

Der mutmaßliche Mörder der Freiburger Studentin Maria L. soll einem Medienbericht zufolge bereits vor seiner Einreise nach Deutschland straffällig geworden sein. Nach Informationen des Magazins "Stern" soll der angeblich 17-jährige Flüchtling aus Afghanistan im Mai 2013 eine Studentin auf der griechischen Insel Korfu überfallen und eine Steilküste hinabgestoßen haben. Das Opfer habe den Angriff überlebt, verletzte sich bei dem Sturz aber schwer. Dem Bericht zufolge soll es nach dem Vorfall auch eine Gerichtsverhandlung gegeben haben - der junge Mann sei demnach im Februar 2014 zu zehn Jahren Haft verurteilt worden sein. Wie er dennoch im November 2015 nach Deutschland gelangt ist, sei unklar.

Maria L. war auf dem Heimweg von einer Uni-Party, als sie überfallen und vergewaltigt wurde.
Maria L. war auf dem Heimweg von einer Uni-Party, als sie überfallen und vergewaltigt wurde.(Foto: REUTERS)

Das Magazin stützt sich auf Berichte zweier Zeugen - ebenfalls Flüchtlinge, die auf Korfu unabhängig voneinander Kontakt zu dem mutmaßlichen Mörder von Maria L. gehabt haben wollen. Zudem gebe es Fotos von ihm aus Griechenland, auf denen das gleiche kerzenförmige Tattoo auf der rechten Brust zu sehen sei wie auf einem Foto, das den Verdächtigen in Deutschland zeigt. Eine offizielle Bestätigung, dass es sich bei beiden Gewalttaten um den gleichen Täter handelt, gibt es bislang aber nicht. Seit seiner Verhaftung vor zehn Tagen hat sich weder der Tatverdächtige selbst noch sein Anwalt zum Vorwurf des Mordes an Maria L. geäußert.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten nach der Festnahme des Verdächtigen erklärt, der junge Mann sei abgesehen von seiner "mutmaßlich illegalen" Einreise nach Deutschland und einer Prügelei unter Jugendlichen - nicht strafrechtlich auffällig geworden. Der angeblich 17-jährige unbegleitete Flüchtling soll die junge Medizinstudentin aus Freiburg Mitte Oktober vergewaltigt und anschließend getötet haben. Ein Haar aus einem Gebüsch am Tatort und Aufnahmen von einer Überwachungskamera hatten die Ermittler auf seine Spur gebracht. Der Verdächtige sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Zweifel an Identität auch in Korfu

Der Mann war 2015 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen und lebte bis zu seiner Verhaftung bei einer Pflegefamilie in Freiburg. Ermittler hegen Zweifel daran, dass er korrekte Angaben zu seiner Identität gemacht hat. Laut "Stern" war dies auch in Griechenland der Fall. Doch die dortigen Behörden hätten die Angaben des Verdächtigen auch nicht widerlegen können. Die Festnahme des Mannes hatte in Deutschland eine neue Sicherheitsdebatte ausgelöst.

Die Bundesregierung warnte davor, das Verbrechen zum Anlass für Pauschalurteile über Flüchtlinge zu nehmen. "Wenn es sich herausstellen sollte, dass es ein afghanischer Flüchtling war, dann ist das absolut zu verurteilen, genauso wie bei jedem anderen Mörder, aber auch ganz deutlich zu benennen", hatte Kanzlerin Angela Merkel gesagt. Damit könne aber nicht die Ablehnung einer ganzen Gruppe verbunden sein. Der Fall bleibe "ein tragisches Ereignis, das aufgeklärt werden muss, und über das man ganz offen sprechen muss".

Quelle: n-tv.de