Panorama

Kriminelle Großfamilie in Berlin Berliner Fahnder nehmen Clan-Brüder fest

Der SEK-Einsatz beginnt im Morgengrauen: Bei der Großrazzia im Milieu einer arabischen Großfamilie kann die Berliner Polizei mehrere Verdächtige festnehmen. Mit Spürhunden durchsuchen Ermittler Wohnungen und Autos - unter anderem auch nach Kokain.

Mit einem Großaufgebot an Spezialeinsatzkräften ist die Berliner Polizei am frühen Morgen gegen mehrere kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Großfamilien in der Hauptstadt vorgegangen. Ermittler verschafften sich dabei unter anderem auch Zugang zu Wohnungen und Geschäftsräumen in den Stadtteilen Tiergarten und Kreuzberg. Vier Menschen wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte.

Bei der Razzia ging es um den Verdacht des Drogenhandels. Der Einsatz laufe seit 6.00 Uhr, sagte eine Sprecherin. Die Ermittlungen dauern an. Weitere Einzelheiten wollte sie nicht nennen. Medienberichten zufolge waren neben Kräften der Bundespolizei und Ermittlern des Landeskriminalamtes auch schwer bewaffnete SEK-Beamte im Einsatz. Nach Informationen der "Welt" stehen die Beschuldigten unter Verdacht, mit größeren Mengen an Kokain gehandelt zu haben. Die großangelegte Polizeiaktion zielte demnach darauf ab, Beweise zu sichern und kriminelle Führungspersonen der fraglichen Großfamilien zu verhaften.

Aus einem Mietshaus an der Potsdamer Straße führte die Polizei zwei Brüder ab. Sie sollen zu jener kurdisch-libanesischen Großfamilie gehören, aus deren Besitz im Juli Immobilien beschlagnahmt worden waren. Dabei ging es um Vorwürfe der Geldwäsche und der organisierten Kriminalität unter dem Dach familiärer Strukturen.

Drogen im Porsche versteckt?

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Mit speziell ausgebildeten Spürhunden suchen Ermittler nach Hinweisen auf Drogen.

(Foto: dpa)

Mit der neuerlichen Razzia verschärfen die Ermittler die Gangart: Durchsucht wurden auch ein Wettbüro in der Nähe der Potsdamer Straße im Bezirk Tiergarten und eine Wohnung in der unweit gelegenen Körnerstraße. Die Polizei setzte bei den Ermittlungen vor Ort auch Drogenspürhunde ein. Näher überprüft wurde dabei etwa auch ein in der Nähe abgestellter Porsche.

Bereits im Juli hatten die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei in einer der bislang größten Aktionen gegen die organisierte Kriminalität im Milieu arabischer Großfamilien insgesamt 77 Wohnungen und Häuser im Wert von mehr als neun Millionen Euro vorläufig beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Objekte mit Geld aus Straftaten gekauft wurden.

"Hydra organisierter Kriminalität"

Ermittelt wird in diesem Fall gegen 16 Verdächtige der stadtbekannten arabischstämmigen Großfamilie sowie deren Umfeld, die vor allem in Neukölln aktiv sein soll. Mitglieder dieser Familie sollen auch hinter dem spektakulären Münzraub im Bode-Museum stecken.

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Norbert Cioma, teilte mit: "Es ist immer schön, die Woche mit so einem Einsatz zu beginnen. Im Kampf gegen die Hydra der organisierten Kriminalität ist es wichtig, regelmäßig Zeichen zu setzen und mit nachhaltiger Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden jenen auf die Füße zu treten, die unsere Gesetze missachten und meinen, sie könnten ohne Konsequenzen schwere Straftaten begehen."

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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