Panorama

17 Häuser in der Eifel betroffenBrand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet

16.08.2026, 22:54 Uhr
00:00 / 02:01
Blick-von-Kalterherberg-Gemeinde-Monschau-auf-den-Grossbrand-im-Hohen-Venn-nahe-der-deutsch-belgischen-Grenze-Im-Vordergrund-ein-blaues-Grenzschild-im-Hintergrund-Rauchsaeulen-des-Feuers-und-ein-Loeschhubschrauber-mit-Wasserbehaelter-im-Anflug-Insgesamt-zwei-Loeschhubschrauber-sind-im-Einsatz-und-werfen-jeweils-rund-3-000-Liter-Wasser-ab-Der-Hochmoorbrand-hat-bereits-rund-2-000-Hektar-Wald-und-Moorgebiet-erfasst-die-tiefen-Torfschichten-beguenstigen-einen-langanhaltenden-Schwelbrand-Auf-belgischer-Seite-laufen-bereits-Evakuierungen-fuer-Teile-Monschaus-wird-eine-moegliche-Raeumung-vorbereitet
Blick von Kalterherberg in der Gemeinde Monschau auf den Großbrand im Hohen Venn nahe der deutsch-belgischen Grenze. (Foto: picture alliance / Bonn.digital)

Wind und unwegsames Moorland erschweren den Kampf gegen Belgiens Waldbrand unweit der deutschen Grenze. Einzelne Straßenzüge der nordrhein-westfälischen Stadt Monschau werden nun aus Sicherheitsgründen geräumt.

Wegen des starken Waldbrandes im Hohen Venn haben die Behörden eine Evakuierung in Teilen der nordrhein-westfälischen Stadt Monschau angeordnet. "Die aktuelle Entwicklung des Brandgeschehens im Hohen Venn erfordert eine sofortige Evakuierung folgender Straßenzüge in Kalterherberg: Ruitzhof und Geisberg", teilte die Stadt Monschau auf ihrer Internetseite mit.

Die Häuser seien "sofort zu verlassen", hieß es. Eine Notunterkunft wurde in der Sekundarschule in Simmerath eingerichtet. Betroffen seien derzeit 17 Häuser und rund 30 Menschen.

Innenminister: Wind "völlig unberechenbar"

Im Osten Belgiens kämpfen Einsatzkräfte gegen einen Großbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn. Besonders schwierig sind die Bedingungen wegen des vergleichsweise starken und ständig drehenden Windes, wie der belgische Innenminister Bernard Quintin am Sonntagabend im Gespräch mit RTL/ntv erklärte.

Der Wind sei "völlig unberechenbar" und drehe sich im Laufe eines einzigen Tages einmal um 360 Grad. In welche Richtung sich das Feuer ausbreite, sei daher nicht vorherzusagen. Am Sonntagabend zog der Brand demnach in Richtung Südsüdost. Rund 30 Quadratkilometer Fläche sind nach Angaben der Behörden mittlerweile zerstört. Das Feuer war am Freitag ausgebrochen.

Wenige Stunden zuvor hatte Quintin noch mitgeteilt, dass Teile des Feuers unter Kontrolle gebracht werden konnten - darunter die Feuerfront, die sich auf die deutsche Grenzstadt Monschau zubewegt hatte. Bis zum späten Abend war man auch in Monschau davon ausgegangen, dass die Flammen nicht auf deutsches Gebiet übergreifen und Evakuierungen nicht nötig seien.

Am Samstag mussten bereits rund 600 Anwohner in zwei belgischen Gemeinden nahe dem Brandgebiet ihre Häuser verlassen. Der Waldbrand habe ein beispielloses Ausmaß, sagte Quintin. Belgien erhält deshalb Unterstützung aus mehreren europäischen Ländern. Neben zwei Löschhubschraubern mit großen Wassertanks aus den Niederlanden seien auch zwei Löschflugzeuge aus Schweden im Einsatz, schrieb der Innenminister bei X. Feuerwehrleute aus Deutschland und Luxemburg sind nach Angaben örtlicher Behörden mittlerweile ebenfalls vor Ort.

Staatsanwaltschaft ermittelt zur Brandursache

Die belgischen Streitkräfte stellten sechs Löschfahrzeuge und einen Tankwagen zur Verfügung, wie Verteidigungsminister Theo Francken mitteilte. Nach Angaben der Provinz Lüttich ist das Feuer derzeit nicht unter Kontrolle. Rund 500 Einsatzkräfte mit 120 Fahrzeugen seien an den Löscharbeiten beteiligt. Die Staatsanwaltschaft der Region Lüttich hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Die Landschaft erschwert den Löscheinsatz im Hohen Venn: Das Naturschutzgebiet besteht neben Wald vor allem aus Torfflächen und Heideland, in denen schweres Gerät schnell einsinkt. Die Einsatzkräfte können deshalb nicht nahe an die Brandherde vordringen. Zahlreiche Landwirte unterstützten die Löscharbeiten und brachten mit ihren Traktoren Wassertanks an die Einsatzorte.

Quelle: ntv.de, bho/dpa/AFP

BelgienWaldbrändeHitzewelleNordrhein-WestfalenFeuerwehr