Panorama

Auf Bitten der USACharité nimmt Familie des US-Ebola-Patienten auf

21.05.2026, 10:19 Uhr
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In der Nacht zu Donnerstag erreicht ein Konvoi mit der Familie des mit Ebola infizierten US-Bürgers die Berliner Charité. (Foto: Soeren Stache/dpa)

Spezialisten der Berliner Charité behandeln derzeit einen US-amerikanischen Ebola-Patienten. Eskortiert von zahlreichen Einsatzwagen erreichen nun auch seine Familienangehörigen das Krankenhaus. Indes nimmt ein Nachbarland eine weitere Person mit Ebola-Verdacht auf.

Die Ehefrau und vier Kinder eines mit dem Ebola-Virus infizierten US-Amerikaners sind nun ebenfalls in der Berliner Charité. Sie wurden in der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums aufgenommen, wie das Bundesgesundheitsministerium in der Nacht mitteilte. Hintergrund war ein entsprechendes Hilfeersuchen der US-Behörden: Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte vor Tagen mitgeteilt, dass wegen der kürzeren Flugzeiten und der Erfahrungen bei der Versorgung von Ebola-Patienten der Patient nach Deutschland verlegt werden sollte - ebenso wie seine Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko.

Der Vater, ein Arzt, hatte sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt. Auch seine Familienmitglieder hatten sich den Angaben zufolge zuvor dort aufgehalten und werden daher als Kontaktpersonen des Infizierten betrachtet. Sie seien zuletzt symptomfrei gewesen und negativ getestet worden, hieß es vonseiten des Ministeriums.

Der Mann war bereits am frühen Mittwochmorgen in der geschützten Isolierstation der Charité aufgenommen worden. Dort ist seine Versorgung mittlerweile angelaufen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC befindet er sich in einem "stabilen Zustand". Wie zuvor der Familienvater erreichten Mutter und Kinder Berlin mit einem Spezialflugzeug. Zur Charité erfolgte der Transport ebenfalls mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug. Eskortiert wurde es von zahlreichen Motorrädern und Autos der Polizei sowie Feuerwehrfahrzeugen und Krankenwagen. Kurz vor 1 Uhr erreichte der Konvoi das Krankenhaus.

Die Sonderisolierstation der Charité auf dem Campus Virchow-Klinikum ist eine geschlossene und geschützte Einheit, die getrennt vom regulären Klinikbetrieb ist, sodass kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entstehen kann. Weder für die Bevölkerung noch für Patientinnen und Patienten der Charité, wo die Familie behandelt wird, besteht daher Gefahr, wie das Bundesgesundheitsministerium betont.

Weiterer US-Arzt in Prag aufgenommen

In dem Hilfeersuchen der USA war ursprünglich von sechs Kontaktpersonen die Rede. Das Bundesgesundheitsministerium korrigierte zudem kürzlich seine Angaben zu der Anzahl der Familienmitglieder: Es handle sich um vier statt - wie zuvor angegeben - um drei Kinder, womit die Anzahl der sich in Deutschland befindenden Kontaktpersonen auf fünf steigt.

Tschechiens Gesundheitsminister Adam Vojtěch gab zudem bekannt, dass das Universitätsklinikum Bulovka in Prag auf Bitten der USA einen weiteren US-amerikanischen Arzt aufgenommen hat, der sich möglicherweise mit Ebola infiziert hat. Er soll sich zuvor in Uganda aufgehalten haben. Ob der Fall in Zusammenhang mit dem in Berlin behandelten US-Bürger steht und ob es sich hierbei um die sechste Kontaktperson handelt, geht aus den Angaben nicht hervor.

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Im Kongo und in Uganda gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen mehr als 500 Verdachtsfälle und mehr als 130 vermutete Ebola-Todesfälle, der Großteil davon im Kongo. Dutzende Fälle wurden bislang im Labor bestätigt. Die WHO geht davon aus, dass die wahre Zahl deutlich höher liegt, weil nicht alle Krankheitsfälle gemeldet werden. Der Ausbruch passiert in der östlichen Unruheprovinz Ituri, wo nach Kämpfen rund 100.000 Menschen auf der Flucht sind. Die Provinz grenzt an Uganda und den Südsudan. WHO-Experten gehen von einer ernsten Lage in Zentralafrika aus, sehen aber keine Gefahr für eine Pandemie.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa

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