Panorama

Erster Fall in Israel Corona-Variante aus Südafrika beunruhigt Lauterbach

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"Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein", sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

(Foto: picture alliance / Flashpic)

In einigen Ländern gelten schon Einreisebeschränkungen, inzwischen auch in Deutschland. Die neue Corona-Variante im südlichen Afrika beschäftigt nicht nur die WHO, sondern auch die geschäftsführende Bundesregierung. Auch SPD-Experte Lauterbach ist in Sorge.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigt sich besorgt angesichts der neuen Corona-Variante im südlichen Afrika. "Wir müssen Zeit gewinnen. Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein", schrieb Sozialdemokrat, der auch als potenzieller neuer Bundesgesundheitsminister zumindest im Gespräch ist, bei Twitter. Wenn vorläufige Daten sich als korrekt herausstellten, "müssen sofort Reisebeschränkungen erfolgen".

Mittlerweile erklärte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass Deutschland Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären wird. Die Regelung trete in der Nacht zum Samstag in Kraft, Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern. Gegebenenfalls seien auch Nachbarländer Südafrikas betroffen.

Die Entscheidung hatte schon der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun angedeutet. "Die Wissenschaftler sind alle hoch alarmiert", sagte Braun in der ARD. Der CDU-Politiker forderte eine rasche Reaktion. Großbritannien, Israel und Japan schränkten wegen der möglicherweise sehr gefährlichen Variante bereits vorsorglich den Flugverkehr in die Staaten der Region ein.

Der designierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing verwies bei Maßnahmen gegen die neue Coronavirus-Variante auf die geschäftsführende Regierung von Angela Merkel. "Das muss die noch im Amt befindliche Bundesregierung entscheiden", sagte der FDP-Politiker im Deutschlandfunk. Er empfehle aber "auch Maßnahmen im Flugverkehr".

WHO befasst sich mit Variante

Experten befürchten, dass die Variante B.1.1529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen nicht nur hoch ansteckend sei, sondern auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Braun betonte, dass deswegen auch Gespräche mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) geführt würden. In Israel wurde nach offiziellen Angaben eine Person identifiziert, die sich mit einer zuerst in südafrikanischen Ländern entdeckten neuen Variante des Coronavirus infiziert hat. Zwei weitere Personen seien Verdachtsfälle, die noch auf ihre Testergebnisse warteten, teilte das Gesundheitsministerium an diesem Freitag mit. Sie befänden sich in Quarantäne.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO untersucht derzeit, ob die neue Corona-Variante als besorgniserregend eingestuft werden muss. Das sagte WHO-Expertin Maria van Kerkhove am gestrigen Donnerstag in einem Briefing. Es werde dabei auch untersucht, inwieweit die Variante auch Folgen für die Diagnostik, Therapien und die Impfkampagnen habe. "Es wird ein paar Wochen dauern, bis wir verstehen, welchen Einfluss diese Variante hat", sagte Kerkhove.

Die WHO hat für die unterschiedlichen Corona-Varianten mehrere Kategorien. Eine davon ist die Kategorie "Variant of Concern"("besorgniserregende Variante"). Eine der "Variants of Concern" ist etwa die derzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus. Zu den Merkmalen einer solchen Variante kann etwa gehören, dass sie nachgewiesenermaßen die Übertragbarkeit des Coronavirus erhöht hat.

Die Corona-Variante B.1.1529 ist bisher im südlichen Afrika aufgetaucht. Experten befürchten, dass sie wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein könnte und womöglich auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Großbritannien, Israel und Japan schränkten deswegen vorsorglich den Flugverkehr in einige Staaten im südlichen Afrika ein.

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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