Panorama

Trotz "guter Gesundheit" Starb ein US-Teenager an Covid-19?

imago98460505h.jpg

Weil sich die Menschen in Kalifornien nicht an die Ausgangssperre der Behörden hielten, sind nun auch Parkplätze und Parks gesperrt.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Sterben nur ältere Menschen mit Vorerkrankungen? Ein Fall aus dem US-Bundesstaat Kalifornien schreckt nun auf. Die Behörden appellieren deshalb auch an die Jungen: "Dies kann auch euch treffen!"

In den USA hat der Tod eines Minderjährigen die Sorge ausgelöst, dass auch jüngere Menschen an einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sterben könnten. Der verstorbene Teenager aus Lancaster nördlich von Los Angeles sei bei "guter Gesundheit" gewesen, bevor er sich mit dem Virus infiziert habe, sagte der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti. Zum Geschlecht und genauen Alter des oder der verstorbenen Minderjährigen machten die Behörden keine Angaben.

Unklar ist allerdings bisher, ob der Teenager tatsächlich an der Infektion starb oder es eine andere Todesursache gibt. Zur Bestätigung sollten weitere Tests durchgeführt werden. Die zuständigen Behörden hatten am Dienstag mitgeteilt, dass sie glaubten, der Minderjährige sei an Covid-19 gestorben.

Später stellten die Gesundheitsbehörden des Los Angeles County allerdings klar, dass zur Bestätigung weitere Untersuchungen nötig seien. "Obwohl erste Untersuchungen auf einen positiven Covid-19-Text hinwiesen, ist dieser Fall komplex und es könnte eine andere Erklärung für den Todesfall geben", zitierte die "L.A. Times" aus einer Mitteilung. Aus Gründen der Privatsphäre des Patienten könne derzeit nicht mehr dazu gesagt werden.

Es wäre der erste Coronavirus-Todesfall eines Minderjährigen in den USA. Aus China, einem der weltweit am stärksten von der Pandemie betroffenen Land, sind bislang nur zwei Todesfälle unter Minderjährigen bekannt. Eines der Kinder litt an einer Vorerkrankung. Die genaueren Todesursachen des anderen Kindes wurden öffentlich nicht bekannt. Experten zufolge ist das Virus vor allem für Ältere eine Gefahr.

Tausende Menschen an den Stränden

*Datenschutz

Bürgermeister Garcetti und andere Behördenvertreter appellierten jedoch an die jungen Menschen in Kalifornien, die geltenden Ausgangsbeschränkungen ernst zu nehmen. "Dies kann auch euch treffen", sagte Garcetti über das Coronavirus. Der Erreger mache "bei Alter, Rasse oder Einkommensniveau keinen Unterschied", sagte die oberste Gesundheitsbeamtin von Los Angeles, Barbara Ferrer.

Kalifornien ist einer der am härtesten von der Pandemie getroffenen US-Bundesstaaten. Für den gesamten Westküstenstaat gilt seit vergangener Woche eine Ausgangssperre. Im Großraum der Millionenmetropole Los Angeles stieg die Zahl der Corona-Infizierten zuletzt deutlich an. Es gibt dort inzwischen mindestens 662 bestätigte Fälle und elf Todesopfer (Stand Dienstag). Wegen massenweisen Verstößen gegen die Ausgangssperre hatten die kalifornischen Behörden die Restriktionen zu Wochenbeginn verschärft. So wurden öffentliche Parkplätze an den Stränden und Parks geschlossen.

Am Wochenende waren trotz der Verbote Tausende Erholungssuchende an Strände wie jene von Malibu oder Santa Monica ausgeschwärmt. Mehrere Studien zeigen, dass der neuartige Erreger für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen besonders gefährlich ist. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht der US-Gesundheitsbehörde CDC hieß es, das Risiko von schwerer Erkrankung und Tod durch das Coronavirus "nimmt für Personen in den Vereinigten Staaten mit ihrem Alter zu".

Quelle: ntv.de, jug/mli/AFP